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Gedanken ueber Sinn und Zweck der Menschlichkeit
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Wednesday, 17 January 2007
"ALA ARRIBA !" - Was wir von den Fischern aus Povoa lernen koennen

"Ala-Arriba !" (etwa: Auf und nach oben !) skandierten die zahlreichen Menschen, zumeist Familienangehoerige der Fischer, wenn nach dem Fischfang zur Nacht am fruehen Morgen die Fischerboote mit vereinten Kraeften an Land, an den Strand gezogen werden mussten.

Ala Arriba
Gemaelde von A. Baptista
(Quelle: Grartujando)


Die Fischer in Povoa sind beruehmt (gewesen) fuer ihren Zusammenhalt und fuer ihre Ordnung untereinander.

Da sie alle weder schreiben noch lesen konnten, erfanden die Fischer eine eigne Zeichenschrift, sogenannte Sigla (deutsch: Sigel / Siglen - nicht zu verwechseln mit Siegel !)

Siglas der Fischer aus Povoa de Varzim
 
Mit diesen Runen kennzeichneten die Fischer ihre Boote, ihre Strandbaracken, ihre Netze, ihr Eigentum, sowie ihre Geluebde und Weihegeschenke an Festtagen und Kirchenportalen.
Uebernahm der Sohn ein eigenes Boot so fuegte er dem Sigel des Vaters einen Strich (oder als Zweitgeborener zwei) dem vaeterlichen hinzu.
 
Die Portugiesen, obschon ihre Landesgrenzen die aeltesten Europas sind, empfinden kein Gefuehl fuer nationalen Zusammenhalt.
Jeder, so scheint es, will an den Toepfen Gottes der erste sein, der hungrig durch staendige Entbehrungen und Geisselungen endlich Honig saugen kann soviel er will.
Will man die Portugiesen besiegen, so berichtete einst ein englischer Diplomat, braucht man sie bloss sich selbst zu ueberlassen. 
 
Was lag also naeher, als die Vorzuege und den Lohn fuer nationalen Zusammenhalt anschaulich zu machen durch das Ala Arriba der Poveiros aus Povoa. 
 
So bekam durch Salazar, dem Herkules im Staate Portugal, ein Filmregisseur den Auftrag, die Volkssele der einfachen treuen und fleissigen Menschen Portugals in Filmen zu dokumentieren und nachempfindbar zu machen. Das Volk und sein Leben sollte nicht verachtet oder belaechelt werden.
"Arraia miuda" (kleindoofe Fischleins) nannten und nennen die eingebildeten ueberheblichen stinkfaulen Teile der portugiesischen "Oberschicht" heute noch veraechtlich die einfachen wehrlosen Menschen der Landarbeit oder des Meeres, naemlich sinngemaess auf deutsch: "Poebel" !

José Leitão de Barros (1896 - 1967)
 
Mit seinem Filmwerk ueber die Fischer von Povoa erhaelt er auf den Filmfestspielen von Venedig im Jahr 1942 den Volpi Pokal fuer Dramaturgie.
 
Bitte ansehen, sehenswert !!

 
FILMAUSSCHNITT ALA ARRIBA (1942) 

gespielt nur von den Fischern selbst !

"Poveiros" die "Volksleute/Volkshelden sollen die ihnen gebuehrende Ehren und zu Anerkennung ihrer Arbeit und Leistungen  erhalten.
Der Poveiro wird unter Salazar in Portugal zum Vorbild des wahren edlen Portugiesen !


"Ej Uchem" skandierten die Wolgatreidler, die Burlak.
Und Barros scheint fuer seine Arbeit auch bei dem genialen Sergej Eisenstein gelernt zu haben, wie man ohne viele Worte und Sensationen dennoch ernste Stimmungen wirken laesst.
 
Faellt mir dazu ein, dass auch unser Papst Benedikt XVI. urploetzlich -wohl kraft hoeherer Eingaben vom Himmel hoch- eingesehen hat, dass der tridentinische Ritus vielleicht doch garnicht so schlecht war wie seit 1962 behauptet.
 
Der Sinn und Zweck der Menschlichkeit muss, insoweit stimme ich Seiner Heiligkeit durchaus zu, Menschen vorgespielt und schmackhaft gemacht werden.
Aber fuer den Menschen und seinen Wohlstand in Glueck und Eintracht !
Was der Papst erreichen moechte, ist nur eine Erweiterung seines eigenen Machteinflusses und den seiner Helfeshelfer, so wie frueher in alten Zeiten......die Not und insbesondere die Ursachen der Not interessieren ihn ebensowenig wie weiland den machthungrigen aber arbeits- und denkfaulen Heiligen Martin.
 
Die Sozial Demokratische Solidaritaets Gewerkschafts Theorie, welche die persoenliche masslose Freiheit, den Inneren Widerstand, den Egoismus und Schamlosigkeit als demokratisches Ideal propagiert, hat leider trotz allenthalben herrschender Wirtschaftskatastrophen und weit schlimmeren, die erst noch folgen werden, leider noch immer nicht ausgedient.
 
Die Internationalen Gewerkschaften haben sich erst kuerzlich zum ITUC CSI IGB verbuendet....
 
Arbeiter ?
Werden bald wieder auf der Stufe von Leibeigenen um Brot betteln.
Und Trost nur beim Lotto oder in der Kirche finden......
Wollen wir wetten ?
 
Die Menschen von heute haben von den Fischern aus Povoa eben nichts gelernt...... und werden buessen !

Posted by Ralf at 3:31 PM GMT
Updated: Wednesday, 17 January 2007 3:48 PM GMT
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