Gedanken ueber Sinn und Zweck der Menschlichkeit
« October 2006 »
S M T W T F S
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30 31
You are not logged in. Log in
Entries by Topic
All topics  «
Blog Tools
Edit your Blog
Build a Blog
RSS Feed
View Profile
Friday, 27 October 2006
Der Sparfuchs Salazar & Papst Pius XII.

Ein oeffentlich-rechtlicher Fernsehsender Portugals hat alle Portugiesen aufgerufen, den "Groessten aller Portugiesen" zu waehlen.
OS GRANDES PORTUGUESES

Leider koennen die Portugiesen nicht wissen, es ist dies die Folge ewiger Unterdrueckung und Bevormundung durch Kirche, Inquisition und Adel, was eigentlich "Groesse" bedeutet.

Die Wahl wird auf irgendeinen Schwaetzer, Scharlatan, Geldverschwender oder sonstigen Maulhelden treffen, das ist sicher, denn Grossmaeuler gelten in Portugal als "gross" & ehrenwert.

Ursache ist, dass man schon Kindern den Merksatz lehrt:
"Quem tem boca vai a Roma"
zu deutsch etwa:
"Wer gut reden kann schafft es, bis nach Rom zu kommen"

- die wahren und zahlreichen Helden des Alltags werden in Portugal schnell vergessen, weil sie stumm sind und wirken statt lautstark zu herrschen und erhalten kein Ehrengrab.

Beispiel:
Die Episode von Papst Pius XII. mit seinem Kirchenbau San Eugenio, als Portugal von einem Bauernsohn gelenkt wurde.

Salazar, den viele irrtuemlich noch immer einen "Diktator" nennen, hat naemlich gezeigt, wie man mit Grossmaechten umzugehen hat, ohne selbst "gross" zu sein,  und hat "Groesse" bewiesen, die mich immer wieder in Staunen versetzt.....

Es war einmal ein Papst Pius XII. (1876 - 1958), der stolz darauf war, wie herrlich ihm es gelungen war, die Macht und Geldquellen des Papstes zu festigen und mit Konkordaten wasserdicht abzusichern.
Auch Portugal war nach Jahrzehnten der Kirchenkritik und Enteignungen kirchlichen Eigentums dank Fatimawunder und Konkordat von 1940 wieder fest im Griff, was wegen Macau, Ost-Timor, Goa, Mozambique, Angola, etc. von ganz besonderem Interesse war.

Zum Kirchen Jubeljahr 1951 und zeitgleich anlaesslich des 25. Jahrestages seiner eigenen Bischofsweihe wollte Papst Pius XII. eine historische Grosstat in die Welt setzen in Form einer neuen Kirche.
Sie sollte dem Heiligen Eugenio geweiht werden, jenem  Papst, der die Gewinnanreicherung des Papstums gegen alle Welt hartnaeckig erfolgreich verteidigt hatte.

Die Bischoefe am Vatikan aus aller Welt ueberschlugen sich foermlich mit ihren Angeboten, am Bau einer praechtigen neuen Kirche teilzuhaben und die gewuenschten Geldsummen aus den Taschen ihrer Glaeubigen zu besorgen.

Es war naemlich ausdruecklicher Wunsch des Papstes, dass die Kirche von den besten italienischen Kuenstlern und besten Baumaterialien, die in Italien zu finden waren, errichtet werden sollte.
Was der Papst daher wollte, war einzig und allein: Bargeld !!

Portugal wurde -wegen Fatima ein besonderer Liebling der Gottesmutter und folglich auch des Papstes (denn Protestanten haben keinen Marienkult)-  mit der besonderen einmaligen Ehre bedacht, dass man schon jetzt im vornherein mitteilte, wofuer die Portugiesen verantwortlich sein sollten:
Fuer einen Marienaltar im Querschiff der kuenftigen Kirche.

Wie ich die Portugiesen kenne, egal ob "gross" oder "klein" lagen sie sich vor Freude traenenblind in den Armen und jubelten ueber eine solche unvergleichliche historische Ehre eines Papstes.

Alle jubelten - nur einer nicht.
Antonio de Oliveira Salazar (1889 - 1970) er jubelte nicht.

Salazar stellte dem Papst BEDINGUNGEN !! fuer eine Mitfinanzierung durch Portugal.
Bedingung 1:    Nur portugiesiche Kuenstler werden beauftragt.
Bedingung 2:    Nur Materialien aus Portugal werden verwendet.


Salazar setzt sich gegen die duepierten, indignierten Italiener durch.
Was sollte der Papst auch sagen ?
Der Papst -ganz gewiss gruen und blau und kochend vor Wut, dass ihm ein Hanswurst von Portugiese "Bedingungen" unter die Nase hielt- stimmt dem Anliegen zu:

Leopoldo de Almeida (1898 - 1975) erhaelt den Auftrag, die Madonnenfigur Nossa Senhora de Fatima zu schaffen.

Jorge Barradas soll die Frontseite des Altars gestalten.

Jaime Martins Barata (1899 - 1970) soll fuer das Wandgemaelde (mural) verantwortlich sein.

Marienaltar Unserer lieben Frau von Fatima
Der Beitrag Portugals am Neubau der Kirche SAN EUGENIO zu Rom im Stadtteil Parioli

Die Kirche wird mit einem Stein aus den Kellergewoelben des Vatikans als Grundstein errichtet und noch zu Lebzeiten seines Bauherrn zu einer Basilika erhoben.

In dieser Basilika zeigten erst kuerzlich, am 27. Mai 2006, die freiwilligen Juenger des Opus Dei, wie man eine ordentliche Proskynese hinlegt:

Achtung, liebe Leser:
In der Wikipedia wird die ProskYnese uebersetzt als handele es sich um eine ProskInese !
Lasst Euch nicht an der Nase herumfuehren:
Kino heisst Bewegung, Proskinese waere tatsaechlich eine "Bewegung"

Das Wort heisst aber Kynese, verwandt mit "Zynisch" und kommt von KYNOS griechisch: der HUND
Nur am Rande bemerkt:
OpusDei will also, dass junge Menschen sich wie Hunde am Boden niederwinseln.
Gott will von Menschen aber kein tierisches Verhalten sondern ein menschliches !
Fuer einen Dienst als Hundekreatur hat Gott den Menschen nicht geschaffen....

Wie ist es den portugiesischen Kuenstlern, Salazar und dem Volk der Portugiesen ergangen ?

Die Kuenstler findet man auf keiner Wikipedia - Seite.
Martins Barata ist nur als Briefmarkenmaler bekannt.
Salazar steht nicht auf der Liste der GROESSTEN ALLER PORTUGIESEN.

Und die Webseite ueber die Basilika ?
Erwaehnt lobhudelnd die vielen Kuenstler Italiens.....
Erwaehnt die Portugiesen mit keinem Wort.

Und Portugal, das Volk der Portugiesen, ist WIEDER arm wie eine Kirchenmaus, das belaechelte Armenhaus Europas, und sogar zu solcher Bedeutungslosigkeit herabgesunken, dass noch nichtmal hier in der Basilika San Eugenio die Namen der Kuenstler erwaehnt werden, ganz so, als haette es weder sie selbst, noch ihre Werke und auch keinen Geldbeitrag Portugals jemals gegeben.

Undank ist des Helden Lohn......

------------
Quelle:
Biographie von Martins Barata (p.f. cliquar "Biografia")


Posted by Ralf at 7:08 PM BST
Updated: Monday, 13 November 2006 9:53 AM GMT
Post Comment | View Comments (1) | Permalink
Thursday, 26 October 2006
Jose Malhoa - Ein Lausbub wird bedeutender Maler Portugals

Jose Victal Branco Malhoa (1855 - 1933), Sohn einer Bauernfamilie aus dem Kurbadeort Caldas de Rainha, war ein Lausbub, der sooft man ihm es auch verbot, immer wieder und ueberall in den Gassen an den Haeuserwaenden sein Gekritzel malte- man wuerde ihn heute einen Grafitti-raudi nennen.

Mit 12 Jahren ist es seine Familie leid und will ihn auf eine Schule fuer Holzschnitzner nach Lissabon schicken.

Ein Maler wird zufaellig auf den Jungen aufmerksam und ueberredet den erwachsenen Bruder, ihn doch lieber an der Akademie der Schoenen Kuenste einzuschreiben.

Gesagt, getan, es kam was kommen musste.
Der Professor schmeisst ihn regelmaessig aus der Klasse raus und urteilt ueber ihn:
"wenig Fleiss, geringer Lernerfolg und allerschlechtestes Benehmen"

Trotzdem blieb Jose weiterhin Student und zwar mit Erfolg.
Seine Freizeit verbringt er inzwischen oft in den Vororten von Lissabon und malt.... 

Eigentlich haette José zum Abschluss dann ein Auslandsstipendium erhalten muessen, seine eingereichte Arbeit galt als die beste, doch so wie es in Portugal noch heute gilt: Die Pfruende erhalten immer nur diejeneigen, die einen "Schwager" ("cunha" sprich kunja) als Strippenzieher ihr eigen nennen.

Doch diesmal gibts  Proteste und Aerger.
Das Gremuim beschliesst daraufhin, diesmal ueberhaupt kein Stipendium zu vergeben.

Und Jose wechselt den Beruf, notgedrungen, er wird Waescheverkaeufer im Einzelhandelsladen seines aelteren Bruders.

Weil er inzwischen verheiratet ist, oder weil er es halt nocheinmal versuchen moechte, schickt er nach drei Jahren im Jahr 1881 erstmals eine Arbeit nach Spanien A Seara Invadida (Das ueberfallene Kornfeld)....der Rest ist Geschichte.

Sein Atelier wird er Casulo nenen (deutsch: das Kokongespinst)
Mit Gleichgesinnten gruendet er einen Stammtisch (port: tertulia) in der Bier-Kneipe Zum Loewen (original: Cervejaria do Leão)

Tomás de Anunciação (1818 - 1879)
Miguel Angelo Lupi (1826 - 1883)
Antonio Silva Porto (1850 - 1893)

José Malhoa wird man den "Historiker des Landlebens in Portugal" nenen.

Ohne Ueberheblichkeit, ohne Spott, ohne Klassenkampf oder religoese Botschaft, ganz ohne Hintergedanken, einfach aus Liebe und Anteilnahme malt er das Muehsal, das Gemuet, das Leben seiner portugiesischen Mitmenschen und Landsleute

O FADO (1910)
 
Jose malt Szenen seiner baeuerlichen Heimat ueberall im Freien oder dort, wo es ihm grad gefaellt (die neuen Farben "in der Tube" sind inzwischen auch in Portugal zu haben):
1.Den Aerger und Kummer eines Bauerns ueber den Tod eines Schweines.
2.Ein Tisch, an dem sturzbetrunkene Maenner sitzen.
und aehnliche.

Das wohl bekannteste seiner Werke ist das "der Fado"
Jetzt wissen meine werten Leser nicht, was ein Fado ist ?
Es sind die Lieder Portugals von unerklaerlicher Traurigkeit.....

Hier koennen sie eines hoeren:
Es ist zwar nicht aus Lissabon sondern aus Coimbra -und deswegen nochmal etwas extra traurig mehr, aber weil es eine Studenten-Stadt besingt, schoen wie ein Maedchen, ein junges Fraeulein (Coimbra, menina e moça) und der Saenger seinen unvermeidlichen  Abschied aus der Studentenzeit besingt, passt es dann doch wieder zum musikalischen Hoergenuss, um den Sinn dieses Gemaeldes wenigstens ein kleines bisschen nachzuempfinden:

Coibra, Menina e Moça
 
Hier von mir eingefuegt auch als Trauergesang zum Todestag von Jose Malhoa (26.10. 1933 in Figueiro dos Vinhos)

Vielleicht haette Jose Molhoa sich ueber diesen meinen Nachruf gefreut.
Verdient hat er, weil er ein Mensch war und Kuenstler, sine ira et studio, meinen allerhoechsten Respekt und Wertschaetzung !

(was ich -wie meine werten Leser seit gestern wissen- ueber Delaunay leider NICHT behaupten kann)

Posted by Ralf at 3:54 PM BST
Updated: Tuesday, 7 November 2006 8:37 AM GMT
Post Comment | Permalink
Wednesday, 25 October 2006
Robert & Sonia Delaunay bei Freunden in Portugal

Sie nannten das Haus, in welchem sie lebten: "La Simultanee", Robert der Maler und Sonia, die Textilmalerin, lebten 1 1/2 Jahre mit ihrem Sohn Charles in Portugal, in Vila do Conde, in Nordportugal.

La Simultanee befand sich in der Avenida Bento de Freitas:

in dem Bairo Balnear -in dem Stadteil des Strandbades.

Robert-Victor-Felix  (1885 - 1941) und seine Frau Sonia Delaunay-Terk  (1885 - 1979) lebten in Vila do Conde von 1915 bis Anfang 1916.
Die Entdeckung des Lichts und seine Erfassung in der "Zeitgestalt" verbunden mit einem Gefuehl aus Poesie ergeben das Konzept der Simultaneity

Die grosse Portugiesin (1916)

Robert ind Sonia haben in Vila do Conde mit (heute) namhaften Kuenstlern Portugals Kontakt oder sogar Freundschaft gepflegt.

Meinen werten Lesern moechte ich einige vorstellen:
Eduarda VianaJose Sobral de Almada Negreiros, Amadeo de Souza Cardoso

"Sonne, Licht und Freiheit !"
wird Sonia in ihren Erinnerungen an Portugal spaeter schwaermen.


Fern der moerderischen Schlachtfelder des I. Weltkriegs haben Kuenstler in einem portugieischen Fischerdorf an der Atlantikkueste ihr Leben genossen.

Die bittere Not der Fischer, die beissende, Haut versengende Sonne auf See, das gleissende Licht, das von den Seite an Seite, Kopf an Kopf dicht gedraengt nebeneinander liegenden blankpolierten weissen Marmorplatten ins Auge sticht, wenn man bei Sonne einen Friedhof besucht, und die Freiheit der Menschen, die in Wahrhheit eine Resignation ihrer traurigen hoffnungslosen Herzen ist, die Witwen in ihren immer nur trauerschwarzen Roecken und Tuechern, die Wahrheit in Portugal haben Robert und Sonia nicht zu schmecken bekomen.

Wie kann man als Kuenstler nur so blind sein !?
An einem Todestag, heute am 25.10., von Robert Delaunay (und Amadeo Cardoso) muss man solche Fragen stellen und ueberall nach Antworten suchen.


Posted by Ralf at 11:52 AM BST
Updated: Wednesday, 25 October 2006 11:57 AM BST
Post Comment | Permalink
Tuesday, 24 October 2006
USA & ONU: Kalter Krieg gegen Portugal

Portugal ist seit dem 14.12.1955 Mitglied der ONU.
Bereits 1956 verwendet der General-Sekretaer in einem Brief an die Regierung Portugals eine sueffisant provokant freche Attiduede :

es gaebe da "nicht-autonome Territorien, welche von Portugal verwaltet wuerden"

"Falls Portugal fuer die Verwaltung der Territorien von Voelkern mit noch nicht erlangter vollstaendiger Selbst-Regierung verantwortlich sei, dann muesste Portugal gemaess Art. 73 der Charta von nun an dem Generalsekretaer regelmaessig statistische Daten und andere Erhebungen zukommen lassen, welche die Lage der Wirtschaft, des Sozialwesens und der Erziehung betreffen in dem Territorium, fuer welches Portugal verantwortlich ist"

Portugal weist dieses freche Ansinnen mit der ueberzeugenden Begruendung zurueck:

"dass Portugal keine Territorien verwalte sondern die Ueberseeischen Provinzen ein Bestandteil Portugals seien"

Um Portugals Argument aus den rechtlichen Angeln zu heben, wird in der Generalversamlung des Jahres 1959 zunaechst ein "Komitee der Sechs" ins Leben gerufen, das die Aufgabe bekommt, genau zu bestimmen, was denn ein "nicht-autonomes Territorium" sei.

Erwartungsgemaess stellt das Komtitee fest und am 15.12. 1960 wird diese Definition in Resolution 1541 uebernommen und zur Abstimmung gebracht:

Als Koloniale Laender sollen ab sofort solche Laender gelten, die geographisch entfernt liegen und ethisch und kulturell verschieden desjenigen Landes sind, das sie verwaltet und von welchem diese Laender  "willkuerlich in einen Zustand der Unterwerfung gestellt" wurden.

Alle Staaten sind fuer diese Resolution - nur Portugal stimmt dagegen.
Einstimmig, also mit der Stimme Portugals, wird desweiteren beschlossen, dass Kolonialismus zu verdammen sei.
Klar, denn Portugal betrachtet sich nicht als Kolonialmacht, sondern als Staat mit fernliegenden Provinzen.

Mit Resolution 1542 wird nun der rechtsbeugende Kunstgriff vorgenommen, diese neu Begriffsbestimung auch in Rechtsfragen saemtlicher zurueckliegender Resolutionen anzuwenden.
England und die USA enthalten sich hierbei der Stimme....
Suedafrika, Belgien, Brasilien, Frankreich und Spanien stimmen dagegen....

Vasco Vieira Garin, der Vertreter Portugals bei der ONU, bemerkt, dass diese Resolution nicht nur der ONU eine Kompetenz zuspricht, welche der ONU nicht zusteht, sondern ausserdem in direktem Widerspruch zur Gruendungscharta steht und Portugal diskriminiert

1961 kommt es zu ersten terroristischen Angriffen in Angola.
Lybien will darueber im Sicherheitsrat der ONU abstimmen lassen.

Die Portugiesen, die sich auf den Wortlaut der Satzung der ONU berufen koennen, halten solche kriminellen Aktivitaeten eine "innere Angelegenheit eines Staates" und folglich ausserhalb der Kompetenz der ONU.

Die USA, Woodruff Waller als Leiter des Bueros for International Organizations, weichen jedem Bitten Portugals auf Unterstuetzung aus....

Adlai Stevenson ist fuer eine Diskusssion im Sicherheitsrat.

Portugal  beginnt den Kalten Krieg zu schmecken !

Holden Roberto, der Kopf der Terrorbanden, welche begonnen haben, mit Duldung der Vereinten Nationen, "weisse" Siedler zu ermorden, hoehnt und zeigt sein "Bedauern".

Die ONU steht auf Seiten der Terroristen.
Jetzt bricht auch unter den ansonsten friedliebenden Portugiesen die Zornbeherrschung auf, es kommt zu Tumulten:
TIME vom 31.3.1961 :Revolt in a Non-Colony

Kennedy faedelt  -durch die Hintertuer- an der Isolierung und zwangslaeufige Zerstoerung Portugals und seiner Provinzen.
Man wolle ein "mutual understanding", ganz nach Cowboy-Art, wo der Revolver fuer "understanding" sorgen soll.

Kalter Krieg eben, was sonst.

(Kalter Krieg nicht etwa gegen den Kommunismus - mit Russland machen die USA beste Finanz- und Warengeschaefte, man koennte behaupten, es herrsche heisse Freundschaft- nicht etwa in Fuersprache der Freiheit und Selbstbestimmung der Voelker von Osteuropa und Asien..... nein,  Kalter Krieg gegen Portugal und seine Voelker in Goa, Ost-Timor und Afrika !)

Es geht um Oel und Rohstoffe !
Lang lebe die Charta !
Alles Gute zum Geburtstag !

 

(wird fortgesetzt) 

------
Der Beitrag entnimmt saemtlich Angaben aus folgender Quelle:
Luis Nuno Rodrigues: Die USA und die port. Kolonialfrage in der ONU 1961 - 1963


Posted by Ralf at 1:00 PM BST
Updated: Tuesday, 24 October 2006 7:39 PM BST
Post Comment | Permalink
Sunday, 22 October 2006
Franz Liszt & Portugal der Portugiesen
Franz Liszt 1811 - 1896, der Burgenlaender, Schwarm aller Frauen, erster Showmaster des Musikgeschaefts, der Wuestling, war auch & vorallem ein stuermischer Pianist....heute war sein Geburtstag !

Der Virtuos  (Wilhelm Busch)

Mit Ehefrau Marie Graefin d´Agoult (1805 - 1876) , pen name: Daniel Stern, und einer buergerlich trauten Heimiligkeit abgeschlossen, begab Liszt sich wieder auf eine Konzerttour, in Frankreich im Jahr 1845 sah ihn der Zeichner fuer die Revue et Gazette Musicale de Paris folgendermassen:

Titelblatt
 
Das Besondere an seiner Show war nicht nur das Klavierspielen !
Das Besondere war auch das Pianoforte !
 
Jean Louis Boisselot (1785 - 1847), ein grosser Freund und Foerderer von Liszt hatte soeben sogar das Sostenuto Pedal erfunden.
Er war ein Pianobauer, hatte 1830 seine Fabrik gegruendet und was lag naeher, als mit Liszt auf eine Werbetour zu ziehen.
Da man die Klaviere jetzt mit Eisenrahmen baute, konnte der Pianist so richtig laut und maechtig in die Tasten haun !
 
So kamen die beiden schliesslich nach Portugal.

In Portugal herrschte Maria II (1819 - 1853) 
Ihre Mutter war eine Oesterreichin.
Ihr Ehemann war ein Oesterreicher.
Ihres Vaters Oberkapellmeister, dem Portugal & Brailien nicht nur Musikunterricht und Blaskapellen verdankt, sondern auch so eigenartige Instrumente wie Fagott, Klarinetten etc, war ebenfalls ein Deutscher: Eduardo Neuparth (1784 - 1871).
 
Maria war total begeistert, vielleicht hatte auch Heimweh eine Rolle gespielt....jedenfalls hat sie ein Klavier -Liszt hatte zwei im Gepaeck- ihm sofort vom Fleck weg abgekauft:

baugleiches Modell steht heute in einem Museum in Lissabon
Weimars verborgene Saiten 
 
Das musikalische Empfinden eines Portugiesen ist nicht unbedingt der "klassischen Musik" zugetan.
Dieser Musikstil heisst in Portugal "musica erudita" zu deutsch: die "gelehrte Musik".
 
Tatsaechlich enthaelt das Musikempfinden eines Portugiesen viele Elemente der arabischen  Tonleiter, und ich kann meinen werten Lesern nur empfehlen, sich (auch mal) mit der populaeren Chormusik z.B. des Alentejo zu beschaeftigen.
 
Die Verbindung von Maennerchorgesang im vertrauten Stil, jedoch urtuemlich robust, mit einer Maennersolostimme mit arabesken Modulationketten ist unerhoert spannungsreich und einfach nur als wunderschoen zu bezeichnen.

Auch in doerflichen Kirchenchoeren in Nordportugal ist man ueber die Andersartigikeit der Rhythmik der gesungenen Kirchenlieder angenehm ueberrascht
Die Frauenstimmen mit ihrem natuerlich traurigen, reibeisenrauhen, erdverbundenen timbre zaubern eine Athmosphaere, die man in Nordeuropa so nicht kennt.
 
Eine Opernsaengerin in Portugal muss also zunaechst ihre eigene Stimme umbilden, die Gesangstimme  hart wie eine Fremdsprache erlernen und einstudieren.
 
Das trifft natuerlich auch auf die Zuhoerer zu.
 
Vor diesem Hintergrund ist es umso mehr hervorzuheben, dass Portugal beruehmte Musiker geboren hat zum Beispiel die erste Cellistin als Vollprofi Europas (Guillhermina Suggia 1885 - 1950)
 
Der letzte Schueler, den Franz Liszt unterrichtete, war auch ein Portugiese:

 
Motta wurde von Liszt und Wagner in solcher Weise beeinflusst, dass in seinem Herzen eine wahre Glut fuer Vaterland und Patriotismus erwachte.
Man sagt in Portugal, er habe das "reaportuguesamiento" begruendet, zu deutsch etwa: die Wiederverportugalisierung der Klassischen Musik.
 
Bei allem Respekt vor Verportugalisierung von was-auch-immer bleibt nur anzumerken, dass es erst seit kurzer Zeit in den Konservatorien Portugals auch Lehrgaenge fuer Portugiesische Guitarre angeboten werden.

Dieses Instrument, in Portugal "Viola" genannt, ist in vieler Hinsicht, beispielsweise in der Stimmung der Saiten, von der Konzertgitarre oder Klampfe, die man in Deutschland kennt, grundverschieden.
 
Die Guitarristen mussten sich bisher ihr Koennen privat von Meistern lehren lassen.....

Wer diese Schueler - Meister Beziehung kennt, und vorallem als vorbildliche Hierarchie fuer eine funktionierende Gesellschaft schaetzt, wird verstehen, weshalb einem Portugiesen die "gelehrte Musik" so weit entfernt, kalt, und unnahbar erscheint und meistens verschlossen bleibt.
 
Ich bin daher nicht nur ein Freund von jeglicher Verportugalisierung der Musik sondern sogar ein Befuerworter einer Verportugalisierung auch der Politik vorallem der Wiedereinfuehrung einer eigenen Waehrung, eigener Normen, kurzum:
ich bin fuer Beibehaltung der eigentuemlichen Lebensart eines Portugiesen.

Posted by Ralf at 8:57 PM BST
Updated: Monday, 23 October 2006 10:11 AM BST
Post Comment | Permalink
Friday, 20 October 2006
Die vergessene Bedeutung Portugals f??r Japan

Portugiesen sind die ersten Europaeer, die vor Japans Kueste, und zwar im Jahr 1543, vor der Insel Tanegashima ankern und sich mal die Gegend anschaun.

Und weil sie aus dem Sueden angesegelt kamen, nannten die Einheimischen sie liebevoll:

Nan-Ban Jin  ("Die Barbaren aus dem Sueden")

Die Kunde von diesem denkwuerdigen Ereignis gelangt bis nach Antwerpen, wo ein Augsburger sogleich eine Ansichtskarte fertigt:

Aus Theatrum Orbis Terrarum (1584)
von AbrahamOrtelius (1527 - 1598)

Was die Japaner anbieten macht den Portugiesen, allen voran den Jesuiten, Franziskus Xavier ist sogleich nachgekommen und seit 1549 auch vor Ort, grosse Augen :
Silber, Gold, und Catanas (das sind Kurzschwerter)

Und was die Portugiesen anzubieten haben, laesst Japans Frauenherzen hoeher schlagen:
Seide aus Macau in China, Waffen, Schiesspulver,
(damit ihre Maenner endlich die anderen totschiessen koennen und der ewige Streit im Inland ein Ende hat).

Der Bo-eki (beiderseitige Handelsbeziehung) blueht !


Bemalung eines Biombo (Paravent "Windschutzwand";  deutsch faelschlich: Spanische Wand)

Und weil Japan bisher keine Haefen brauchte, gab´s auch keine Hafenstaedte.

Es sind daher die Portugiesen die ersten Baumeister, die in Japan an einem Abhang nah den Hafenanlagen Wohnhaeuser errichten, wie sie es aus der Heimat insbesondere aus dem (!) Porto "O Porto" (deutsch korrekt: "Der Hafen" -OPO) oder von Coimbra her kannten.

Jahre spaeter, im Jahr 1570, werden sie mit diesen Haeusern eine Stadtgruendung veranlassen.
Die Japaner, die bisher nur gewohnt waren, in Taelern zu siedeln, haben sicherlich nicht schlecht gestaunt und nannten diese eigenartige Stadt:

Nagasaki seit 1978 Partnerstadt von Porto

Die Portugiesen und Jesuiten stroemten ins Land und zeigten, was man daheim noch so alles an Brauchbarem gefunden und mitgebracht hatte:
Zum Beispiel Pater Alexandre Valignani (1538 - 1606)  brachte im Jahr 1590 die erste Druckerpresse nach Japan.

Die Japaner freuten sich blauaeugig naiv und hoeflich wie sie waren.
Der Handel zwischen Japan und China war derweil das Monopol Portugals.

 

Portugiesen hatten sich aber auch wirklich  Anerkennung verdient !
Man stelle sich nur einmal vor:

Das erste Krankenhaus Japans wird von einem Portugiesen im Jahr 1557 in Oita erbaut, das fuer Hunderte an Kranken Platz hatte.
Der Erbauer und Chefarzt war Luis Almeida.

Was haben die Portugiesen noch den Japanern hinterlassen ?

Nein, das Wort "Arigato" kommt nicht von "Obrigado".
Die Klangverwandschaft ist reiner Zufall.

Aber vergleichen wir:

Japan            Deutsch           Portugiesisch (ohne tilden/akzente wg tripod)

1.   botan ...  der Knopf........ botao
2.   kappa     der Umhang.....capa     (nach Martins Umhang: auch Kapelle)
3.   koppo     der Glasbecher. copo
4.   orugan    das Organ.......orgao
5.   tabako    der Tabak........tobaco
6.   bisuketto das Biskuit......biscuito
7.   pan          das Brot........  pao
8.   shabon    die Seife......... sabao

9. kasutera     Eierkuchen    pao-de-lo

Quelle mit History (leider nur japanisch)
 
Zum Vergleich das Original:

Einladung, die Koestlichkeiten Portugals mal anzusehen

 

9. Tenpura   ..  gibts nicht auf deutsch..... Das fleischlose Essen zu "Quatro Tempora" (OSTERN)
(bitte hierzu bei Wikipedia nachlesen)

10. konpeitoo ..... Konfekt (Zuckerware).....confeito

 

Nachgedanke:

Was ist schief gelaufen ?
Warum ist Portugal ein Armenhaus geworden, -ueberall werden momentan Industrieanlagen abgebaut und das Land desindustrialisiert- ?

Ein beliebtes Urlaubsparadies soll Portugal werden, wo man am liebsten in Golfanlagen seinen Urlaub verbringt, dort, wo man keine Portugiesen sieht es sei denn als Kellner, Rasenpfleger oder Stubenmaedchen ?

Portugiesen das Land der Auswanderer, Erdbeerpfluecker (Frankreich), Gemueseladenbesitzer (Suedafrika), und Facharbeiter  im nichtkatholischen Ausland ?

Wer denkt an das erste Krankenhaus in Japan, wenn man die Miserie hier in Portugal im Krankenhauswesen, Zustaende wie in Krisengebieten, Wartezeiten bis 10 Jahre (!), kennt und miterleben muss ?

Fragen ohne einfache Antworten.
Vielleicht sollte man die Japanische Geschichte daraufhin durchsuchen ?!

---------

Quellen:
1.  Botschaft Japans in Portugal

2.  Prospekt der Klimaapparate DAIKIN   (Pdf)  Bildernachweis
Leute kauft DAIKIN ! Das Prospekt ist grossartig - wegen des Kultur beitrags!

3. Liste Portugiesischer Woerter in der Japanischen Sprache (Wikipedia) 


Posted by Ralf at 5:00 PM BST
Updated: Thursday, 3 July 2008 9:08 AM BST
Post Comment | Permalink
Thursday, 19 October 2006
Zwei Schiffe voll Gold schenkt Portugal dem Papst 1649

Papst Innozenz X. brauchte Geld fuer die Kriege gegen Reformer, Protestanten und Anhaenger des Prof. Cornelius Jansen.

Und die Bewohner jener spanische Provinz am Atlantik, jener Landstreifen der frueher mal Portugal gehiessen hatte, hatte Hochverrat begangen:
1640 wird  wieder ein eigener Koenig  ausgerufen, die Unabhaengigkeit von  Spanien erklaert.
Und was das groesste Verbrechen ist:
Portugal zahlt nicht laenger die Kriegsschulden der spanischen katholischen Habsburger.

Im Oktober 1649 hat Papst Innozenz X. die Unabhaengikeit noch immer nicht anerkannt.

Da hilft vielleicht eine gigantische Bestechungsaktion !
Papst Innozenz X. befindet sich im Kriegshafen seines Kirchenstaates, der CIVITA VECCHIA.

Der Reporter einer ueberregionalen Monatszeitschrift berichtet: 

Theatrum Europaeum Bd. 6 Frankfurt/Main 1649
 
Man kann sich denken, wohin diese 2 Millionen Goldwerte hingelangt sind !
Donna Olimpia, die Oberhure des Papstes, wird schon eine sinnvolle Verwendung gefunden haben.
 
Nur hat es der "Paebstlichen Heiligikeit" nicht ausgereicht, die Portugiesen hatten umsonst zwei Schiffe Gold verschenkt, ihre Selbststaendigkeit wird sie noch teuer zu stehen kommen.
 
Vorschlag:
Papst Benedikt XVI. moege bitte diese Summe bei naechster Gelegenheit an die Portugiesen wieder zurueckschicken.
 
Da es sich eindeutig um einen Bestechungsskandal handelt, war die "Schenkung" wegen Verstosses gegen die guten Sitten von Anfang an unwirksam.
 
Portugal braucht das Geld dringender als der Vatikanstaat.
Da es sich beim heutigen Vatikanstaat um ein juristisches Gebilde des Faschismus handelt, und daher keine bestaendige Anerkennung erwarten darf, gilt diese Aufforderung gleichfalls gegen die Kirche als Koerperschaft....

Posted by Ralf at 2:35 PM BST
Updated: Thursday, 19 October 2006 3:17 PM BST
Post Comment | Permalink
Wednesday, 18 October 2006
Inquisition (Portugal) vs. Antonio Jose da Silva (Dramaturg)

Heute am 18. Oktober 1739 wird in Lissabon nach Abschluss eines langwierigen Verfahrens das Todesurteil vollstreckt:

Auszug aus dem Original

Die Anschuldigung der kirchlichen Klaeger und Urteilsbegruendung der weltlichen Richter nennt das Verbrechen :

"convicto, negativo, relapso"
(Ueberzeugungstaeter, Verneiner, Rueckgefallener)

António José da Silva, den alle den "Juden" nannten (o judeu), hat dann doch noch gestanden, das ersparte ihm, bei lebendigem Leib verbrannt zu werden.
Welch eine Gnade !
Man hat ihn zuerst erwuergt mit einem Stauschlauch (garrote), dann erst ins Feuer geworfen.
 
"Die Strafschuld am Fleisch eingetrieben" (port. relaxado em carne) nannte man das. 
 
Auto-de-Fe heisst seither dieses Ritual aus Portugal und Spanien, eine "Massnahme des Glaubens", und auf die Herkunft dieses Wortes duerfen sich Portugiesen was einbilden !
Autodafé (deutsche Schreibweise): Wort und Leid sind portugiesisch.
 
Es war damals nicht "verboten", ein Jude zu sein ! (Wenn man Auslaender war)
Die Inquisition als Organ des Papstes & Kirche und Hand in Hand mit den portugiesischen Koenigen zwischen den Jahren 1531 - 1821 haben "nur" die Haeretiker ("die selber ihren Glauben waehlen") und die heimlichen Juden (Cryptojudeus), die im Land als Katholiken, als vereinheitlichte (wir wuerden heute sagen: zwangsintegrierte) Staatsbuerger wohnhaft waren auf der Abschussliste.

Dem Alcaiden (port. aus arabisch: Gerichtsdiener), dem Henker und dem Koenig fielen das Vermoegen des Verurteilten zu.
Beweisantraege gab es keine. Ueberpruefung auf Schluessigkeit der Vorwuerfe auch nicht.
Nur Zeugenaussagen galten, denn Zeugen kann man kaufen, und Zeugenaussagen blieben grundsaetzlich unwidersprochen.
 
Schon in Brasilien hatte man die Familie von António im Visier:

Der Vater João Mendes da Silva und saemtliche Familienangehoerigen waren angesehene Anwaelte, Aerzte, Kaufleute, wohlhabende Leute, ueber aller Kritik erhaben.
 
Man kann sich denken, dass der Bischof Brasiliens, jener nichtsnutzige Judenjaeger  Francisco Jeronimo de Andrade (1638 - 1721)  staendig darueber nachdachte, wie er sich auch diese Familie zur Beute machen koennte.
 
Wer Jude war, bessergesagt wer einen juedischen entfernten Verwandten hatte, aber seit Geburt getauft seit Generationen katholisch, der musste vorsichtshalber besonders artig und moeglichst fuer alle Nachbarn sichtbar, besonders inbruenstig katholisches Getue mimen, Schweinespeck braten und stinken lassen, die Messe besuchen usw.
 
Ein Hauptbelastungszeuge fuer ein Verfahren gegen Antónios Eltern war trotzdem bald gefunden:
eine brasilianische Hausangestellte, bessergesagt Sklavin, die behauptete, Antónios Mutter Lourença Coutinho wuerde immer nur freitags ihren Hausputz erledigen lassen - Samstags waere fuer die Familie ein Ruhetag.
 
António ist acht Jahre alt, die Mutter muss nach Lissabon vors Inquisitionsgericht und die Familie zieht um nach Portugal-Kontinent.
Antonio erfaehrt wohl erstmals, was es mit der Familiengeschichte geheimnisvolles aufsich hat: Seine Grosseltern hatten sich vor ihrer Ausreise nach Rio de Janeiro taufen lassen......
 
António wird rueckblickend diese Zeit der Aengste folgendermassen in einer seiner "Opera" (Werke) beschreiben:

Du Gewaltherrschaft der Verleumdung
hast mir geraubt und hast mir fortgenommen
was das Beste meiner Seele war
Wehe dem, der fuehlt 
wie etwas einem an Gutem fehlt
einen drueckenden Schmerz 
  
 
António und seine drei Brueder leben ohne ihre Mutter.
Als sie schliesslich doch freikommt und die Familie wieder vereint ist, bleibt gleichwohl das Gluecklichsein getruebt.
Antonio  beschreibt es mit den Worten:

In den Wirren der Angst was man an Gutem verliert
sich vereint man niemals wieder 
selbst wenn man es wiederfindet 
 
Mit 21 Jahren beginnt António sein Jurastudium in Coimbra.

Einen seiner Kommilitonen muss ich hier erwaehnen:
Francisco Xavier de Oliveira (1702 - 1783) 
 
Francisco, der sich gern Chevalier d´Oliveira nennen wird, war tatsaechlich Profess des Christusordens, Sohn und Erbe des Postens eines Botschaftssekretaers an der Botschaft zu Wien, den er aber nie antreten durfte, also wollte er als hauptberuflicher Dichter leben, haette beinahe eine Deutsche geheiratet , ging nicht, er floh nach Holland, war naemlich arm wie eine Kirchenmaus, kam bis nach England und dort trifft er einen Landesgenossen, dem die Texte wertvoll erscheinen, es sind Texte ueber die unbekannten inneren Werte Portugals, Anklagetexte gegen die Inquisition, Texte fuer die Freiheit:
Sein Beschuetzer ist noch kleiner Botschaftssekretaer, der zukuenftige Minister Marques de Pombal (Anm: Erster Herkules im Staate Portugals).
 
Aber zurueck- wir befinden uns in einer Studentenbude in Coimbra: 
António hat in Francisco einen Freund gefunden, mit welchem er seine Ideale teilt, und mit weiteren Gleichgesinnten gruenden sie einen Dichterclub.
Einmal nehmen sie sich ein Buch vor, das den Judaismus verschmaeht und machen sich lustig, fuehren die Absurditaet der katholischen Sichtweise vor Augen zum allseitigen Gelaechter der Zuhoerer.
Die Inquisition hat darueber Kenntnis erhalten.
 
Am 8.8.1726 werden er und wieder seine Mutter verhaftet.
Als man ihm die Taschen durchsucht, so ist ueberliefert, und man ihn nach seiner Religion fragt, antwortet er -nicht ahnend in welcher Gefahr er sich befindet- noch immer witzelnd:
"ich gehe immer in die Kirche, um alle Welt zu gruessen"
 
Antonio findet sich in einem Kerker wieder.
Er soll genaue Angaben machen ueber alle Menschen, die er kennt und die dem Gesetz des Moses froehnen, seien sie tot oder lebendig, mit ihm verwandt oder nicht.
 
Wunschgemaess faellt ihm auch eine laengst verstorbene Tante  ein, die habe immer so raetselhaft von einem "Grossen Tag" gesprochen.....
Reicht aber nicht. Nur eine denunzierte Person reicht nicht zum Freispruch !
 
Daraufhin "denunziert"  Antonio alles und jeden in seiner Familie.
Es sei eine geheime Parole innerhalb der Familie gewesen zu fragen: "Machts Du auch Fasten am Grossen Tag ?"
 
Die Richter fuehlen sich verschaukelt werden jaehzornig:
"Lueckenhaft und heruntergespielt" waeren seine Aussagen.
Da man weitere Aussagen ueber seine Mutter vermisse, wuerde er der Folter uebergeben. 
 
Die Folter ueberlebt Antonio, sprachlos vor Schmerzen und wegen seiner Schreie.
"Oh G´tt  (original port: D´us), wenn du gerecht bist, wie kamst du dazu, heute gar wie ein Tuyrann diesen armseligen Unschuldigen zu zuechtigen ?"
hoert man ihn beten, hat er etwa D´us gesagt statt Deus , typisch nach Judenart......?
 
Antonio schwoert alles bei Allem was man ihm zu schwoeren befiehlt -
und.....wird freigesprochen

Drei Jahre lang muss er noch um die Freilassung auch seiner Mutter bangen, meidet die Menschen, laesst sich nur in Kirchen blicken, betet...
Drei Jahre - nach drei Jahren ist auch seine Mutter frei.
 
Fuer Antonio beginnt eine erfolgreiche Schaffenszeit.

Antonio Jose da Silva (o judeu)

Koenig Joaõ V. von Portugal, den ich schon in vorherigen Beitraegen den katholisch Groessenwahnsinnigen, den Moechtegernheiligen genannt habe, der in Mafra einen Palast erbaut, weil er denkt, dort entstuende in Baelde das Neue Jerusalem, dieser "Grossartige"(wie ihn die Kirche nennen laesst) liebt auch Theater und Belustigung.
 
Doch Antonio schreibt nicht nur fuer den Adel zur Erquickung !
Er schreibt auch fuer das Volk.....

Das Volk liebt seine Art, wie er die Maechtigen verhoehnt, die Armut der Menschen auf die Buehne bringt, den Irrwitz des ruinoesen Bauwahns seines Koenigs, und alles nur in Anspielungen, unverfaenglich, vieldeutig, unangreifbar....
Das Volk liebt diesen Mann, der die Noete und Gedanken seiner Zuhoerer kennt und versteht, sie lieben Antonio ! 
 
Dass man António "den Juden" nennt, hat dabei nichts anruechiges oder abwertendes - im Gegenteil !

Fuer einen Portugiesen muessen auch sonst Auslaender herhalten, wenn er etwas bestimmtes in seiner Sprache ausdruecken will:
1. sieht ein Portugiese ein Problem......sieht er "griechisch"
2. ist ihm eine Sache absolut unverstaendlich....ist sie "chinesisch"
3. muss er viel arbeiten.....arbeitet er wie ein "Mohr"
4. ist eine neue Sache unbrauchbar....ist es eine "Americanice"
5. mischt sich jemand in Dinge, die ihn nichts angehn....dann ist er "wie ein Spanier"
6. lebt jemand auf grossem Fuss....dann lebt er auf "franzoesisch"
7. tut man etwas nur zum Prahlen.....dann tut man es, "damit es ein Englaender sieht"
8.
feilscht jemand um einen Preis....dann eben wie ein Marokkaner
 
Und gibt jemand vortreffliche Widerworte, auf die man selbst als Autoritaetsperson keine Antwort weiss.....dann redet der wie ein judeu
 
Das Unheil nahm seinen Lauf an einem 5. Oktober 1737 !

An diesem Tag feierte die Familie, Antonio und seine Frau Leonor Maria den zweiten Geburtstag von Toechterchen Lourencinha  (sprich:  Lurensinja)
Zufaelligerweise war Yom Kippur.

Aber wieder eine Hausangestellte, Leonor Gomes, sah wichtigtuerisch darin einen Grund fuer eine Anzeige.
Dass sie sich in Widersprueche verzetteln wuerde, die ihr selbst eine Kerkerhaft einbringen, konnte sie nicht ahnen.
Als man sie aus ihrer Zelle schreien hoert, sie wolle ihre Anzeige widerrufen, stirbt sie einen ploetzlichen Tod.....

Antonio in seiner Zelle Nr. 6a -in Gedanken an seine Tochter- klagt:

"In meinem Wimmern bruelle ich, buesse ich, fuehle ich und weine,
ich sehe, oh ! G´tt! was ich verehre, in anderen Armen eingeschlafen"
 
Antonio verweigert Nahrung, unruhig irrt er in seiner Zelle umher.
Man hoert, wie er staendig die Verse aus seiner "Oper" O Precipicio de Faetone (Der Abgrund des Phaeton) zitiert:

Hoer´doch G´tt die Widerklaenge, das Weheklagen
eines armseligen Ungluecklichen
dem das Glueck
zum Leben so unerbittlich gibt wie zum Sterben

Die Kerkermeister freuen sich. Die Spione haben alles fein saeuberlich notiert !
Jetzt geben sie andere Starfgefangene in seine Zelle und die sollen herausfinden, ob diese Hungerei schon wieder irgendetwas juedisches ist.
Fuer sachdienliche Hinweise verspricht man ihnen die Freiheit !

Sogar der Koenig soll sich zugunsten von Antonio ausgesprochen haben.
Wie hatte doch einst Antonio geschrieben ?

Wisset, die Gerechigkeit ist wie gemalt.
Und Du, das ist mir klar, blind wie Du bist
wirst nie in einem Urteilsspruch den Frevel erkennen 
 
Heute am 18. Oktober war seine Hinrichtung.
Im langen Zug der Verurteilten schritt er in Ketten gesenkten Hauptes, mit  einem  Sambenito gekleidet, mit roten Zeichen:
Das Rote Zeichen ist das Zeichen eines zum Tode Verurteilten.
(Abbildungen im Beitrag ueber Orobio de Castro)
 
Unter der Menschenmenge, den Schaulustigen, erkennt er seine Mutter und seine Ehefrau, sieht und weiss sie beide in Freiheit.
Von der Geburt seines Sohnes wird er wohl nicht erfahren haben.
 
Bitte das AKROSTICHON beachten
(Die Zeilenanfangsbuchstaben nach unten gelesen ergeben seinen Namen)

Zehnzeiler
Fuer den Leser, der sich nicht mehr aufregt
("ao leitor desapaixonado")
 
"Freund Leser, ganz mit Vorbedacht,
ich kritisiere ueberhaupt nicht
nur wuensch´ich und mit Mitgefuehl
dass mit meiner Fehlerhaftigkeit Du Dich bequemst.
Einen Namen such ich nicht fuers Beruehmtsein
keine Ehrenzeichen unter den Schriftstellern
Den Applaus aus den niederen Raengen
halte ich fuer meine Freude ausreichend
Die Lobreden die bedeutsamen
sind fuer die ganz grossen Manoever
 
Dieses Possenspiel von Harmonie
gelehrter und gewichtiger Zeitvertreib
Voll Anstand, Heiterkeit und sanft
ist unterhaltsam die Melodie;
Apoll, moege er mir den Tag erhellen
Hoher Meister teile mit mir 
Ideen, Redebegabung und die Kunst,
Leser, auf dass sie sich vergnuegen
Willensstaerke zum Dienen bereit
Anteilnahme damit es gefaellt." 
 
Antonio gab ein Signal.....
Mein Kommentar:
Die Menschen haben nichts dazugelernt, den Frevel sehen sie nicht.
Alles was den Staatsjuristen und Kommentatoren wichtig ist, was zaehlt, ist allein die "Legitimation".....

(oder kann mir bitte jemand sagen, was heutezutage grundsaetzlich anders ist ?!)
 
 
------------------
 
 
3. Zur Portugiesisch juedischen Literatur   (ich muss dem Autor heftig widersprechen)

 
 
 
 
Anmerkung:
Die obenstehenden Uebersetzungen habe ich selbst angefertigt und sind deshalb alle GROTTENSCHLECHT !
Ich bitte vielmals die Sprachkundigen unter meinen werten Lesern um Kritik und Verbesserung !

Posted by Ralf at 1:16 PM BST
Updated: Wednesday, 18 October 2006 8:07 PM BST
Post Comment | Permalink
Monday, 16 October 2006
Napoleon & seine Portugiesische Legion

Mir fehlen Zeit und Worte, um die Zwickmuehle der Portugiesen zu beschrieben.
Einen Eindruck, einen Vorgeschmack kann ich liefern.
Man stelle sich vor:

Auf dem Land in Portugal herrschen im Jahr 1800 die Steinzeit, der Adel und die Kirche.

Das Volk der Portugiesen dient und schuftet als billige Arbeitskraft fuer den Export von Wein und Rohstoffen.
Das "taegliche Brot" , Kleidung, Werkzeuge usw. muessen importiert werden, Korn aus Nordamerika, Textil und Werkzeuge aus England usw.

Auslaendische Handelshaeuser sind steinreich, der Koenig freut sich ueber die Zolleinnahmen, der Adel ist dankbar, dass er nicht arbeiten muss, die Kirche ist gluecklich, dass sie die intelligenten Soehne des Landes abfischen und fuer die eigenen Ziele im Inland oder in die Missionen in aller Welt einsetzen kann, und keine Reformation den Frieden stoert.

Die Versuche jenes Ministers Pombal, in Portugal den Weinanbau zu beschraenken (um auch Felder fuer Getreide zu erhalten), Glasfabriken anzusiedeln und deutsche Glasblaeser (um den Import von Weinflaschen zu eruebrigen), Gerbereien (um den Export von Kanichenhaeuten fuer Huete zu beenden), die Jesuiten zu verbieten, dafuer aber vorallem juedische Fabrikanten ins Land zu rufen und Fabriken -oder auch nur bloss kleine Handwerksbetriebe- zu gruenden , das alles hatte nur die Wirkung gezeigt, wie der beruehmte Tropfen auf den heissen Stein.

Portugal war im Jahr 1800 wie ein Drogenkranker von den Englaendern abhaengig.

Der Botschafter Portugals in London, D. Lourenço José Xavier de Lima, 1º Conde de Mafra (1767 - 1839),  bekommt zu schmecken, wieviel den Englaendern daran gelegen ist, Portugal beizustehen, einen Schutz vor Napoleon aufzubauen: naemlich garnicht.
Und es stoerte die Englaender mitnichten, dass sie in hoch & heilig beiderseitigen Vertraegen zum  Schutz Portugals verpflichtet sind. 

Je groesser die Armut in Portugal, je primitiver die Arbeitsteilung, der Handel, die Gewerbebetriebe, je ungebildeter die Bevoelkerung, kurzum: je katholischer das Volk,  - desto groesser die Abhaengigkeit von englischen Produkten, desto gewaltiger die Schuldenlast Portugals und der Zwang, die Importe in purem Gold (aus Brasilien) zu bezahlen , umso groesser groesser die Handels- und Zinsgewinne, alles nur zum Vorteil Englands.

Die Priester in Portugal freuen sich indes nicht nur ueber garantiert volle Kirchen, wo sie den hilfesuchenden und ratlosen Portugiesen ihre abstrusen utopischen Illusionen und christlich-sozialistischen Versprechungen mit groesstem Erfolg einimpfen.

Ueber die protestantischen Franzosen sagen sie, sie haetten am Steissbein einen Schwanzstummel, weil sie alle Kinder des Teufels seien..
(Die Portugiesen werden spaeter die franzoesichen Gefallenen daraufhin untersuchen)

D. Lourenço de Lima verlaesst London, um sich sogleich als "Botschafter" Portugals in Frankreich an Napoleon anzunaehern.
Selbst noch als er infolge des Kriegsausbruchs in Frankreich inhaftiert wird steht er zu seiner Ueberzeugung, dass Napoleon jedenfalls nicht der Feind Portugals und der Portugiesen ist.

1804 trifft D. Lourenço erstmals Napoleon und zwar in Aachen.

In Portugal war einer der faehigsten Koepfe Napoleons als "Botschafter" eingesetzt, jener Sohn eines Stallknechts, ehemaliger Faerber, Jean Lannes (1769 - 1809)

Alles aenderte sich ploetzlich, als die Vertraege von Tilsit im Juli 1807 eine scheinbare Einigkeit und Frieden in Europa vereinbarten.

Denn Napoleon konnte rechnen und die Englaender auch.
Es ging um die Schiffe - um Zahlen, sonst nichts:

England.........................................................................................103
Frankreich-37, Spanien-24, Holland-6, Russland-36......................103
(Neutrale Laender)Schweden-12, Daenemark-20, Portugal-13.....45
Quelle

Was macht England ?
(Eben das was ein Stratege unternimmt, wenn er siegreich sein moechte)
Ueberfall auf das neutrale Daenemark ... Raub der Flotte !

Jetzt heisst es in Lissabon aufpassen, dass es einem nicht ebenso passiert.
Die Lage ist im September 1807 verzweifelt

Lissabon vom Tejo betrachtet
Gemaelde von
Zacarias Doumet
 
Und Portugal beschliesst , das zu unternehmen, was ein Stratege vornimmt, wenn er siegreich sein moechte.
Es ist kein Zeichen  weder von Feigheit noch von Gaunerseele, weder von Scheinheiligkeit und schon garnicht ein Zeichen von Wankelmut oder Charakterlosigkeit:

Im September 1807 erklaert Portugal oeffentlich seinen Beitritt zur Kontinentalsprerre.
 
Man ordnet wunschgemaess wie Napoleon es will, auch die Enteignung saemtlicher Englaender in Portugal an, aber verspricht ihnen gleichzeitig, sie allesamt eines Tages zu entschaedigen ! 
 
Der Kampf um Portugal hat begonnen.
Nur der Verlierer steht schon fest.

So schnell ihn seine Fuesse tragen kommt Junot mit 1.500 Soldaten, die den Gewaltmarsch ueberlebt haben (1.700 sind umgekommen- die restlichen 24.000 waren das  Rennen nicht gewohnt und sind noch immer unterwegs) in Lissabon an !
Zu spaet.
Der Koenig, der Hofstaat, insgesamt 15.000 Portugiesen der Elite Portugals, aber leider vor allem die Flotte ...sind laengst auf hoher See und Richtung Brasilien !
 
Die Rache Napoleons ist der Vertrag von Fontainbleau vom 24.10. 1807. 
Portugal soll dreigeteilt werden !
Auch einige Adligen, der Grossinquisitor, Bischoefe und sonstige Hofschranzen bitten Napoleon unterwuerfigst aber vergeblich, die erdrueckenden Abgaben zu mildern.
 
In diese Zeit faellt die Geburtstunde der Legião Portuguesa, der Portugiesischen Legion.
 
Ein bedeutender Kommandant der Portugiesischen Legion war

Dom Pedro de Almeida
(1754 - 1813 in Koenigsberg)
3º Marques de Alorna, 6º Conde de Assumar
 
Die Portugiesen werden sich durch ihre Tapferkeit die Hochachtung Napoleons redlich verdienen.

Soldat der Kavalerie der Portugiesischen Legion
 
Dumas meldet Napoleon:
" Die Maenner haben gute Eigenschaften, die Mannschaften haben viele Elite Maenner, die restlichen sind von mittelmaessiger bis kleiner Statur, aber nervoes, im besten Alter und gwillt zu marschieren; nirgends hat es weniger Kranke im franzoesischen Heer."

Felix Dumuy schreibt seinem Kriegsminister:
"Ich bin hochzufrieden; es sind zwoelf erhabene Kompanien, alles robuste Maenner, bereits gut ausgebildet und einsatzfaehig fuers Feld"
 
30.000 Portugiesen kaempfen fuer Napoleon.
Nur wenige tausend werden ihre Heimat wiedersehen.


Zuerst Strassburg, weiter bis vor die Tore Wiens.
Die Portugiesen haben sich bereits jetzt die Achtung von General Oudinot erworben.
 
Als Napoleon sich in Ebersdorf einquartiert uebertraegt er das Wachkommando allein seinen Portugiesen !
(Ich bin mir sicher, ab da an haben die Portugiesen ihn vergoettert)
 
General Foy wird einst schreiben:
"Zwei Bataillone der Portugiesen haben sich am Nachmittag am Tag der Schlacht von Wagram mit Ruhm bedeckt"
 

Die Portugiesen hatten todesmutig ihren Angriffs-Befehl befolgt und damit einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen des gesamten Schlachtplans Napoleons Wirklichkeit werden lassen und ihm zum Sieg verholfen. (Die wankende Front hatte sich angesichts der Zuversicht der Portugiesen gesammelt und neu zum Kampf aufgestellt)

Napoleon bemerkt in Anerkennung und Freude:
"Schont mir die Portugiesen"

Geschont werden die Portugiesen allerdings im weiteren Verlauf der Schlacht nicht.
20 Offiziere Portugals, Namen, die zeigen, dass sie aus alteingesessenen Familien entstammten, und 500 Soldaten haben ihr Leben verloren bisher auf deutschem Boden..

Napoleon sagt:
"Ich bin mit euch zufrieden, ein Teil am Sieg bei Wagram ist man euch schuldig"

Die Portugiesen und alle anderen werden neu ausgeruestet und nach verschiedenen Orten abkommandiert.

Major Cathelin klagt beim Kriegsminister:
"Der Tornister eines Spaniers und eines Portugiesen gleicht dem Fass der Danaiden, da helfen die Bestrafungen garnichts.
Im Kampf schlagen sie sich praechtig, aber im Umgang mit der Ausruestung sind sie abscheulich.

Die Portugiesen versilbern noch heute alles was sie zu fassen kriegen-
und wedeln dann mit den Haenden und jammern mit Unschuldsmine:
"Man hat uns bestohlen.... es war schrecklich"
Gelegenheit macht Diebe ?
Solche Gelegenheiten in Portugal gelten als Glueckstreffer !
(Ergebnis jahrhundertelanger Armut und "Hilf Dir selbst"-Ethik)

Portugiesen schlugen die Tiroler in Tirol.
In Braunau am Inn waren sie auch und zwar unter Prinz Eckmuehl.
Dort gab man ihnen einmal die Eskorte der  Prinzessin Maria Luise  auf ihrem Weg nach  Paris.
Bis nach Neu Oettingen wurde sie von portugiesischen Reitern begleitet.
Und Hoheit waren -erwartungsgemaess- entzueckt !

In Regensburg (Ratisbona) trafen die Portugiesen ein andermal dort einquartiert auf einen portugiesischen Priester und der freut sich, mal wieder in seiner Heimatsprache sprechen zu koennen.

Die Graefin von Bingen liess es sich nicht nehmen, bei sich zu Hause eine grosse Portugiesen-Party  zu feiern.
Unmittelbarer Anlass war die (letztlich dann doch nicht) erfolgte Verlobung ihrer Tochter mit dem Marques de Loulé (Algarve).

Infantrist der Portugiesischen Legion
 
Marbot wird ueber die Portugiesen urteilen, dass sie dem formalrechtlichen Beitritt Portugal in die Allianz mit Napoleon konsequent Folge geleistet haben und tapfere, treue, lobenswerte Soldaten und wuerdige Offiziere waren.
 
Marbot wird sich jedoch darueber beklagen, dass selbst ein Adliger in Portugal nichts weiter von seinem Land kennt, als seine unmittelbare Nachbarschaft.
Wohingegen die Englaender durch ihre Handelsbeziehungen, allgemeines Interesse und Neugierde das Land Portugal so gut wie ihre Westentasche kennen.
 
Die Tragik Portugals liegt eben darin begruendet:
Das Desinteresse ihrer Fuehrungselite an den Geschehnissen jenseits der Kirchtumsspitze ihrer Dorfkirche.
 
Beispiel die Unternehmer Portugals heute: 
An der Entwicklung, Erfindung, Anpassung, Verpackung, Beschriftung, Versand und am Gefallen beim Endkunden ihrer moeglichen Verkaufsangebote und machbaren Produkte ist ein Portugiese so wenig interessiert wie ein Ochse vorm neuen Tor.
 
Was ein Endverbraucher sucht, welche Bedingungen, Vertraege und Sonderwuensche jeder Vertriebspartner erfuellt sehen muss, das alles ist einem Portugiesen total egal.
Ein "Marketing" kommt ihm wie ein unwuerdiges Klinkenputzen vor und lehnt es kategorisch ab.
 
Wenn nicht jemand aus der Ferne kommt und Befehle erteilt (sprich ein "Auftraggeber" erscheint), brav bezahlt (und wieder verschwindet wohin er gekomen ist)  bleibt ein Portugiese ratlos und erstarrt wie ein Kaninchen vor der Schlange:
Was ihm gefaellt ist das Hoffen auf ein Wunder oder ein Protest wegen seines eingebildeten Anspruchs auf finanzielle Hilfe aus Europa oder von seiner Regierung.
 
Einen Fach-arbeiter, einen Entwickler, einen Designer, einen Spezialisten worin auch immer, will man sich nicht leisten:
nur Hilfsarbeiter sind willkommen,  und "jung" muessen sie sein, am besten hungernde Gastarbeiter aus der Ukraine, dort bestens qualifiziert und hochintelligent aber in Armut lebend, damit man in Portugal sagen kann, man sei imstande, "billig" zu produzieren.
 
Schulen sind in Portugal eine Katastrophe !
Sogar  Ukrainer lehnen es ab, ihre Kinder dorthin zu geben.
Homeschooling ist in Portugal legal !
 
Universitaeten sind in Portugal auch eine Katastrophe !
Die einen, wo man Allgemeinplaetze lehrt, nehmen Schueler sogar ohne Hauptschulabschluss auf, um nicht schliessen zu muessen oder Planstellen zu verlieren.
Die anderen, dort wo man wirklich etwas Messbares/Pruefbares/Koennen erlernt, stehen leer, "leer fuer die Fliegen" (port. Redensart)
Verstaendlich, denn ein Absolvent einer technischen Uni faende in Portugal keine Anstellung, waere ja vielleicht nicht nur teuer, sondern koennte auch Widerworte geben.
In Portugal herrschen noch heute "byzantinische Hierarchien".
 
Wem´s nicht passt und wem´s nicht gefaellt, darf auswandern. 
 
Ob sich daran etwas geaendert haette, wenn Napoleon gegen den Erfinder des Gummistiefels als Sieger hervorgegangen waere ?

Ich kann es nicht sagen.
 
Allerdings das Chaos in portugiesischen Grundbuchaemtern und  Katasterregistern, wo es Grundstuecke, Flure und Gemarkungen eingetragen gibt, die es garnicht in echt gibt, weil man die "artigos rusticos" vor Jahren einfach in den Muell geworfen hat, und andere Parzellen, die bewohnt, ersessen (usucapião "gekapert") oder haushoch bebaut sind, aber keinen Eigentuemer haben und keine Nummer tragen, weil es in Portugal keine Pflicht zur Grundbuchberichtigung -etwa nach einem Erbfall- gibt.... dieses heillose Chaos, unter welchem die Grundstueckseigentuemer noch heute allerorten stoehnen, ganze Innenstaedte zu Hausfassaden-Friedhoefen verunstalten, dieses Chaos haette Napoleon verhindert.
(SEMIRAMIS sagt, es sind 50 % aller Grundstuecke, die in Portugal nicht registriert sind) 
 
Napoleon haette auch wie in Spanien die Inquisition abgeschafft.
 
Die Portugiesen wie alle anderen Voelker Europas wurden von Metternich um die Fruechte ihres Blutvergiessens betrogen.
 
Portugal, anschliessend von England mehr im Wuergegriff denn je, fand sich in einem Buergerkrieg wieder und unter britischer Besatzung, als defacto Kolonie Englands.
 
Auf seine Soldaten und Offiziere in der Portugiesischen Legion Napoleons kann Portugal stolz sein.
Ihrem Andenken gilt dieser Beitrag.
 
------
Quellen:
 
 
 
 
 

Posted by Ralf at 1:28 PM BST
Updated: Thursday, 23 July 2009 6:04 PM BST
Post Comment | Permalink
Saturday, 14 October 2006
Ein denkwuerdiges Seegefecht heute 1918 im Ersten Weltkrieg

Wir schreiben den 14. Oktober 1918.
Ludendorff denkt bereits ueber einen Waffenstillstand nach.....
in einem Monat wird der Erste Weltkrieg endgueltig zu Ende sein.

Der Seedampfer "SÃO MIGUEL" ist von Madeira aus in Richtung Azoren unterwegs.
Begleitet wird das Schiff, das neben Fracht auch 206 Passagiere an Bord fuehrt, von einem Fischkutter der Schleppnetz-Gattung, den man fuer Kriegszwecke "umgebaut" hatte, man hatte naemlich vorne ein 65mm und hinten ein 45mm Geschuetz aufgesetzt.

Der Name dieses "Kriegsschiffes" war:

AUGUSTO DE CASTILHO

(links im Bild)
 
Auf dem Fischkutter/Kriegsschiff machten zwar einige ausgebildete Soldaten Dienst, ansonsten wurde das Boot von der alten Mannschaft, also Sardinenfischern, bedient und ausserdem waren noch sechs Gaeste mit an Bord, zwei Azubis und 4 Holzarbeiter.
 
Ploetzlich der Angriff von einem U-Boot der Kaiserlichen Deutschen Kriegsmarine.
U 139, zwei 150mm Kanonen an Bord, erst 5 Monate alt, kommandiert von dem erfolgreichsten deutschen U-Boot Kapitaen des Ersten Weltkriegs:

 
Waehrend das Passagierschiff mit Hoechstgeschwindigkeit, mit 14 Knoten, das Weite sucht, stellen sich die Portugiesen auf der AUGUSTO DE CASTILHO ihrem Schicksal.
Verzweifelt feuern sie aus ihren Geschuetzen.
Nebelkanonen bringen Zeitgewinn.

Wir muessen uns die unterschiedlichen Kampfboote einmal vor Augen halten:
Hier ein altes Fischerboot mit Fischern - Dort ein hochmodernes U-Boot mit einer erprobten Mannschaft.

Das ganz grosse Glueck, das auf Seiten der Portugiesen war, war das Pech des Deutschen: sein Periskop war kaputt.

Um den Angriff des U-Bootes abzuwehren entschliesst sich der portugiesische Kommandant des winzigen Fischkutters, noch ehe seine Munition zu Ende gehen wuerde, das U-Boot seinerseits frontal und direkt anzugreifen:

Er dreht um und bringt das deutsche U-Boot damit in Noete, denn dieses musste staendig hin- und herwedeln, um jeweils eine Kanone von jeder Flanke aus abzuschiessen. 

Als Nebelkanonen und Munition zu Ende waren, befahl der portugiesiche Kommandant, wieder nach vorn zu drehen.

Das U-Boot, welches sich vor den Portugiesen auf Distanz hatte halten muessen, kann nun wieder naeherkommen.

Es geschah das Unvermeidliche.
Obwohl die Portugiesen  eine weisse Flagge gehisst hatten, wurde das Boot getroffen und ihr Kommandant von Splittern toedlich verwundet.

Er hatte seine Aufgabe erfuellt:
das Passagierschiff war inzwischen in sicherer Entfernung.

Erinnern moechte ich daher mit grossem Respekt an:

 
aus Vila Real in Trás-os-Montes (Nordportugal) 

 

Der ungleiche Kampf endete unentschieden:
Das U-Boot erlitt eine Fehlzuendung, einen Krepierer, und war nun selbst nicht weiter kampffaehig.
Es zog ab und ergab sich in Frankreich am 24. November.

Fuer die Portugiesen begann jetzt der zweite Teil ihres Ueberlebenskampfes.

Irgendwo im Antlantik, etwa 200 Seemeilen von der naechstgelegenen Insel  SANTA MARIA enfernt, war ihr Kutter gesunken.
Sardinenkutter wie auch Walfischboote haben Beiboote, mit welchen man die Schwaerme bzw. den Walfisch umzingelt.

Auf zwei solcher Beiboote hatte sich die Mannschaft retten koennen.

Eines, mit 29 Ueberlebenden, Verwundeten und einem Toten, konnte ein Segel  spannen und gelangte in nur 2 Tagen nach der Insel Santa Maria (Azoren)
Der Name des Kommandanten: Offiziersanwaerter Samuel Vieira

Ein zweites, mit 19 Ueberlebenden, musste ein Loch im Boot mit einem Regenmantel abdichten, und rudern (!)

...es erreichte die Insel SÃO MIGUEL (Azoren) erst am 20. Oktober !
Kommandant: Oberfaehnrich zur See Armando Ferraz

Nur 4 Ruderpaddel, nur eine Buechse mit Keksen, ein paar Broetchen, eine Dose Tunfisch als Verpflegung, und ein 15 Liter Faesschen Wasser - aber 200 Seemeilen in nur 6 Tagen bezwungen !

Meine aufrichtige Hochachtung, mein grosser Respekt ! 

------------
1.    Quelle (port.)

2.    Kaiserliche Marine (Forum) 

3.    Um Seculo de Guerra no Mar 


Posted by Ralf at 3:19 PM BST
Updated: Saturday, 28 October 2006 12:12 PM BST
Post Comment | Permalink

Newer | Latest | Older