Gedanken ueber Sinn und Zweck der Menschlichkeit
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Thursday, 10 May 2007
Ein lammfrommer Volkskoenig (Portugal) & ein fuchscleverer Aristokratenkoenig (England) schliessen einen Vertrag (1386)

9.5.1386 , der aelteste Buendnisvertrag der neueren Geschichte Europas, der Vertrag von Windsor (Tratado de Windsor), ist fuer viele Portugiesen noch heute gueltig und von fundamentaler Bedeutung fuer das nationale Selbstverstaendnis.

Waehrend die Basken, ein Volk mit eigener Sprache, Kultur und Geschichte, obendrein als Zentrum von Arbeitsfleiss und Reichtum, den sie grossenteils an Spanien abfuehren muessen als waeren es Tributzahlungen.... waehrend das Volk der Basken noch heute auf seine Unabhaengigkeit vergeblich wartet, gelang es einem treulosen Verwandten des Burgundischen Koenigs von Kastilien bereits im Jahr 1128 sich mit den von ihm verwalteten Laendereien erfolgreich loszusagen.

Wie war das moeglich ?

Beginnen wir am Anfang:


Portugal omnis est divisa in zwei Teile, deren oberer die Galizier (Galaicos) bewohnen und deren unterer die Lusitaner (Lusitanos).
Hier unterscheiden sie sich in vielerlei Hinsicht:

1. Der Nordportugiese (Suedgrenze in Hoehe von Coimbra) ist ein liebenswerter Trotzkopf, Eigentuemer von kleinsten Landflaechen, die immerhin soviel Ersparnisse bringen, dass die juengeren Soehne die Auswanderung bezahlen koennen.
Der Nordportugiese hat durch seinen Fleiss, seine Bestaendigkeit und sein Geschick den Ruhm des portugiesischen Gastarbeiters im Ausland begruendet.
Arbeitsagenturen suchen nur Leute aus dem Norden.

2. Der Suedportugiese ist ein verklaerter Traeumer, landloser Knecht auf Latifundien, zu arm um auszuwandern, man sagt ihm Bequemlichkeit nach, Kadergehorsam vor der Obrigkeit und Feigheit vor dem Feind (z.B. im 1. Weltkrieg).
Judenpogrome sind sein Werk, staendige Unzufriedenheit und Streikbereitschaft gegen Arbeitgeber sind seine Tagesordnung und stalinistischen Erzkommunisten in Partei oder Gewerkschaft wuerde er am liebsten die Fuesse kuessen.
Was im Norden erarbeitet wird, verprasst (verwaltet) Lissabon sinnlos.
Bloss keine Gastarbeiter aus dem Sueden Portugals !

Aus diesen beiden Teilen besteht Portugal.
Portugal ist keine Nation.
Portugal ist ein Produkt. Reden wir ueber die Faktoren:

 Bildquelle

1128 werden aus spanischen Grossgrundbesitzern und aus dem Sohn der Koenigin Kastiliens in Nordportugal: Portugiesen.

Der Fluss Minho, der einst das Volk der Galicier einte ist fortan seither eine Landesgrenze.
Der Aufstand gelingt, weil Papst Alexander III. eine treu ergebene Schachfigur benoetigt, weil der Templerorden sich zwar von beiden Seiten bestechen laesst, aber neutral bleibt, weil den Bischof von Braga die pfiffige Geschaeftsidee Santiago de Compostela seines Konkurrenten in Galicien wuetend macht und vorallem, weil ein juedischer Finanzier (Yahia Ben Yahi III.) das Unterfangen gutheisst:
Die Schlacht von Mamede 1128.

So ist Portugal kuenstlich entstanden, fast so wie der Staat Singapur.

Jeder Handelskaufmann, der mit seinen italienischen Wettbewerbern nichts zu schaffen hat, braucht Portugal als Clearingstelle.
Die Juden in Portugal, schon seit Urzeiten auf der Iberischen Halbinsel zu Hause, aus England seit 1290 vertrieben, erleben hier in Portugal den Genuss von Freiheit und Entfaltung.

Die Grossgrundbesitzer in Portugal wuenschen sich bald die gute alte Zeit zurueck, als sie noch unwidersprochene Feudalherren waren, ohne von den frechen Kaufleuten und ihren Krediten abhaengig zu sein.
Ihre Grosslaendereien hatten sie einst als Kriegsbeute von Arabern erobert oder vom damaligen Koenig als Dank erhalten.
Ein starker Staat bzw. Koenig oder eine Leistungsgesellschaft sind ihnen ein Graus.

Leider macht ihnen die Pest einen Strich durch die Rechnung.
Nicht nur, dass die Pest viele Menschen toetet, nein, auch die Ueberlebenden glauben, durch ploetzliche Erbschaften besonders reich zu sein und bleiben in ihren Betten.
Es gibt bald keine Ernten, keine Waren und der Preisanstieg (bzw. Geldwertverfall seit 1369 bis 1373) ist gewaltig.
Das Volk leidet an Hunger.

Der Koenig Portugals, D. Fernando I. (1345 - 1383) erlaesst das Gesetz der Sesmarias , so eine Art Erbhofgesetz mit Warnung:
Wer sein Feld brach liegen laesst wird enteignet.

Portugals Kaufleute haben bereits seit dem 10. Mai 1293 eine

Bolsa dos mercadores
(Boerse der Kaufleute)

eine der ersten Warenboersen der Welt  !

Koenig Ferdinand  gewaehrt das  Privileg, dass auf dieser Boerse, vermutlich ein Café, wo es guten arabischen  Kaffee zu trinken gibt, auch eine Schiffsversicherung  abgehalten wird.  Das Unternehmen nennt sich:
Companhia das Naus
Gesellschaft der Grosschiffe
 
Die erste offene Schiffsversicherungs Gesellschaft der Welt !
 
Von solchen modernen privatrechtlichen Firmen und erstrecht von einem Lloyds of London , bloss Abklatsch des portugiesischen Originals, koennen die Englaender damals noch nichteinmal traeumen !
  
Innenpolitisch durch schwach legitimierte Hochzeit vom Volk beargwoehnt, laviert Ferdinand aussenpolitisch gegenueber Erzfeind Kastilien und gegenueber den Gegenpaesten Urban VI.(1318 - 1389) und Clemens VII. hilflos hin-und-her, sucht leichtsinnig Streit und erleidet Misserfolge, bis er schliesslich Rueckendeckung erbittet bei seinem Berufskollegen in England, dem es eigentlich selbst auch nicht viel besser geht und der seinerseits dringend Streithelfer gegen 100 Jahre Feind Frankreich und dessen Verbuendeten Spanien noetig hat.
Ausserdem gibt es da noch die Erbansprueche des John of Gaunt auf den Thron Kastiliens von Schwiegerpapa.
Englands Koenig Edward of Woodstock (1330 - 1376) und sein Onkel John of Gaunt sind ab sofort, mehr denn je, Freunde Portugals.....
 
Kaum ist der (erste) portugiesisch-englische Freundschaftsvertrag und mit Kastilien der Frieden von Santarem Paz de Santarém im Jahr 1373 unterzeichnet, hat Ferdinand ploetzlich Geld in Huelle und Fuelle zum Bauen  von Stadtmauern !
Vermutlich sind es die juedischen Kaufleute mit Verbindung nach dem goldreichen Timbuktu, die das Wunder bewirken......

1380, D. João Fernandez Damdeiro bemueht sich in England enorm, die Tochter Beatrix des portugiesischen Koenigs jemanden in England als Ehefrau zu empfehlen.
John of Gaunt (1340 - 1399) hat noch keine Lust und andere Sorgen, namentlich in Schottland.

Dafuer kommt sein kleiner Bruder Edmund Earl of Cambridge (1341 - 1402) mit 1000 Geharnischten und 1000 Bogenschuetzen nach Lissabon, diese benehmen sich wie Hooligans, verteidigen Lissabon gegen Spanien aber ziehen auf Kriegsbeute gegen Spanien auf eigene Faust aus und als 1382 die Entscheidungsschlacht eroeffnet werden soll, schliesst Portugal heimlich mit Kastilien Frieden und die Ehe mit Edmund wird vom Papst anulliert und die Beatrix dem Spanier uebergeben.
Armer Edmund, ihn haben die Englaender sicherlich ausgelacht ! 
 
Aber Portugals Koenig Ferdinand stirbt und seine Witwe, die Thronerbin, verliebt sich ausgerechnet in einen Spanier, wohin ja bereits Tochter Beatrix, die kuenftige Thronerbin erfolgreich verheiratet ist.
 
Das sind scheussliche Aussichten fuer die Mitglieder der Bolsa dos mercadores, die in Lissabon, Evora, Coimbra und Porto ihre Niederlassungen haben. In diesen Staedten wuenschen die Menschen keine spanischen Herren.

Sofort wird 1383, nach nur sechs Wochen, die Witwe gestuerzt und ein unehelicher Sohn des Koenigs, von dem Christusorden zu religioeser Schwaermerei und insofern zu Berechenbarkeit erzogen der D. João I. (1357 - 1433), der Johann von Avis, zwar nicht zum Koenig, dafuer aber zum Verwalter & Verteidiger des Koenigreiches erklaert (regedor e defensor do reino).

1385 kommen endlich trainiert und bestens ausgeruestet die Soldaten Spaniens den Grossgrundbesitzern Portugals und der koeniglichen Witwe mit ihrem Liebhaber zu Hilfe...... sie werden jedoch nicht nur von englischen Kraehenfuessen und englischen und deutschen Soeldnern ueberrascht, sondern auch von einer zornigen Bevoelkerung.
Eine Baeckerin erschlaegt eigenhaendig 7 Soldaten mit ihrer Baeckerschaufel und wird eine Beruehmtheit.
In Aljubarrota siegt ein unehelicher Koenigssohn, den die Koenigin hasst und einsperren liess, deshalb kann er sich auf die ihm freundlich gesinnte Stimmung im Volk berufen, einen Sieg vorweisen, die Ordensritter und sogar die Kaufleute moegen ihn....João I. ist ein Volkskoenig !

Zum Koenig ausgerufen (in Portugal gibt es die Proklamation statt einer Kroenung) kommt ihm alles wie ein goettliches Wunder vor.

In England wirkt bereits John Wyclif (1330 - 1384) und der Schacher und die Schamlosigkeit der Katholiken werden allerorten angeprangert und der bestaendige Geldabfluss nach Rom ist den verstaendigen Volkswirten ein Dorn im Auge.

In Portugal zur selben Zeit herrscht im Denken allertiefst katholisch finstere Umnachtung.
Anders als in England, wo Beda Venerablilis (673 - 735)
aehnlichen Unsinn schrieb, befindet sich Portugal noch auf eben dieser Stufe.
Die Gegensaetze koennten groesser garnicht sein !

Fernão Lopes (1380 - 1459)
 
Dieser Chronist und Moechtegern-Ovid erklaert den Portugiesen,
dass sie in einem Himmelreich auf Erden leben.
 
Seine Weltchronik laesst wissen: 
 

A primeira foi des Adam atta Noe, em que passarom mill e seis çemtos e çimquoemta e seis anos; na quall se comteverom dez geeraçoões, e pereçeo toda per deluvio.

A segumda foi des Noe ataa Abrão, cujo espaço foi de duzentos e noveemta e seis anos, na quall ouve outras dez geeraçõoes.

A terceira de Abraão ataa David, em que forom quatorze geerações, e durou noveçemtos e quoremta annos.

A quarta des David ataa o trespassamento de Babilonia, em que ouve outras quatorze geerações e durou trezemtos e seteemta e tres anos.

A quimta foi [des o trespassamento de Babilonia] ataa viimda do Sallvador, que comteve em ssi quatorze geeraçõoes, e forom os annos della, quinhemtos e oiteemta e nove.

A sexta em que ora amdamos, que ha mill e quatro çemtos e quareemta e tres que dura, nom tem çertidom per annos nem comto de geeraçõoes, mas cuida alguus que fara fim, quamdo sse acabar o segre ; o qual dizem que ha de durar seis mill anos, de que ja seriam passado per esta guisa, çimquo mill e duzemtos e noveemta e sete; e assi ficavom pera se acabar o mumdo, seteçentos e tres annos. (349-350)

Die 7 Zeitalter der Erde

1. Von Adam bis Noah vergingen 1.656 Jahre, 10 Generationen   bis zur Sintflut

2. Von Noah bis Abraham vergingen 296 Jahre, weitere 10 Generationen

3. Von Abraham bis David gab es 14 Generationen und dauerte 940 Jahre

4. Von David bis zum Auszug aus Babylonien, 14 Generationen und 373 Jahre lang

5. Vom Auszug bis zum Kommen des Heilands vergingen weitere 589 Jahre und 14 Generationen 

6. In diesem Zeitalter befinden wir uns seit 1443 Jahren, es ist zeitlos an Jahren und zahllos an Generationen, aber wenn.......(?) Es heisst, dieses wird 6000 Jahre dauern, wovon bereits 5297 Jahre vergangen sind und demnach noch 703 Jahre bis zum Weltende uebrig sind.

Fernão Lopes laesst die Portugiesen wissen, dass wie Gott am 7. Tage in himmlischer Zufriedenheit ruhte, Portugal auserkoren wurde, das 7. Weltzeitalter in himmlischer Gnade zu erleben.

Es kann kein Zweifel bestehen, Portugal ist das Himmelreich auf Erden !
Alle Portugiesen werden bald wie in einem Schlaraffenland leben !

Alle goettlichen Zeichen der Vorhersehung sind eingetroffen, sogar die Zahlen (gemeint die Anzahl der Soldaten auf den Schlachtfeldern)  entsprechen goettlicher Bestimmung zu Gunsten Portugals.

Koenig João I. wird in logischer Konsequenz im Jahr 1422 beginnen, die roemische Zeitrechnung auf die Jahresangaben seit Christi Geburt umzustellen !

Aber vorerst will er seinen Erzfeinden neuen und endgueltigen Aerger bereiten und schickt Afonso de Albuquerque und Lourenço Fogaça als Botschafter nach London, um diesmal vorzuschlagen, dass John mit Hilfe Portugals seine Ansprueche in Kastilien durchsetzen solle....

England jubelt !
Im Nu werden vom Parlament die Geldzahlungen bewilligt.
Sogar der Papst Urban VI. in Rom jubelt und stellt fuer saemtliche englischen Krieger Freibriefe sog. Absolutionsbullen aus.......
Spanien-Kastilien hatte sich ja auf Seiten des Gegenpapstes gestellt.

Fuer die Ueberfahrt von 20.000 Soldaten und John of Gaunt mit Gemahlin schickt Portugal 16 praechtige Schiffe.
Endlich ist er weg, der gefaehrliche John, wird sich Edward gedacht haben...

In Coruna angekommen liegt den Englaendern bald ganz Galicien zu Fuessen und es wird ein angenehmes Winterqartier aufgeschlagen.

Koenig João I. vor lauter Begeisterung und voreiligem Siegestaumel heiratet sofort im Februar 1387 die aelteste Tochter dieses John of Gaunt, Philippa, Tochter aus erster Ehe !

Der Ausgang dieses Krieges ?
Von einer Seuche befallen und militaerisch geschlagen, erhalten die Englaender von Spaniens Koenig Juan gnadenweise die Erlaubnis, sich nach Hause zu begeben.

Juan war uebrigens schlau: Sein Sohn heiratete einfach die Tochter von John und der Frieden war hergestellt und ein huebsches Suemmchen gab´s noch obendrauf.....

Haben meine werte Leser bemerkt, dass der Buendnisvertrag von Windsor in 1386, der in portugiesischen Geschichtsbuechern wie ein epochales Ereignis gefeiert wird, nichts weiter als ein nuetzlicher Schachzug Englands war ?
Vermutlich bloss eine Idee des geschaeftstuechtigen und weitsichtigen Wollhaendlers und engster Berater des englischen Koenigs Michael de la Pole (1330 - 1389)

Beide sollten allerdings fuer diese Politik bereits 1387 an der Radcot Bridge von einigen englischen Dummkoepfen Pruegel beziehen. 

Was die Lords Appelant genauso wenig begriffen hatten wie die Portugiesen, sind die fuer Englands Weltherrschafts Anspruch ueberaus vorteilhaften Konsequenzen der bisherigen Politik:

  • Erzfeind Papst ist Freund geworden
  • Erzfeind Frankreich verliert Spanien als Buendnispartner und schliesst Frieden
  • Toelpel Portugal dient den Interessen Englands in Europa fortan wie die Joker Karte im Aermel....

Portugal behielt das Himmelreich und portugiesische Kirchen den englischen Ritus........

__________

Quellen:

1. Geschichte von England 

2. O sentido providencial da "firme paz" luso-inglesa na Cronica de D. João I. de Fernão Lopes

3. Blogeintrag v. 17.5. bei NORTEAMOS (José Silva) 

4. Blogeintrag v. 17.5. bei GALLAECIA 


Posted by Ralf at 7:14 PM BST
Updated: Friday, 29 June 2007 4:52 PM BST
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Tuesday, 8 May 2007
Von Porto /Portugal in Richtung Osten gelange ich nach Australien ?

Tall Eye - If I walk a straight line around the world, where will I pass ?

Ich wollte es wissen:

Von Porto in Portugal immer ostwaerts.....

ANTWORT:

Das neuste Goggle mashup Abenteuer

 

Australien ?! 


Posted by Ralf at 10:18 PM BST
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Monday, 7 May 2007
Verstand Kolumbus die Geheimbotschaft des juedischen Kartographen Cresques und folgte den Karten der Templer ?

Himmel, Mond und Sterne kennt zwar jeder, aber es bedarf einer felsenfesten Ueberzeugung, dass die Harmonie aus Zahlen gemacht ist, dass Zahlen niemals luegen und somit von goettlicher Wahrheit zeugen.

Die Praezision im Denken und Arbeiten mit Zahlen -und nicht etwa politisches Wunschdenken, Bilanzakrobatik, Umbuchungen, Defizit Schoenreden, katholische Schwaermerei, Aktienkurse, Kreditreichtum oder chinesischer Geisterglaube- machen den einzigen Unterschied, ob eine Volkswirtschaft, ein Haushalt, ein Brueckenbau, ein Unternehmen oder eine Seefahrt von Erfolg gekroent sind oder nicht.

1307, als die Templer die Todesstrafe erwarten, suchen sie -so darf man vermuten- Hals ueber Kopf ihr Heil in der (geheimen) Flucht.

Was sie mitnahmen waren ihre nautischen Kenntnisse.
Der einzige "sichere" Fluchtweg war der in Richtung Westen.... ueber den Atlantik.

1375 erhaelt Abraham Cresques  auf Mallorca den koeniglichen Auftrag, alles zwischen Ost und West auf Weltkarten einzuzeichnen.

Die Katalanische Weltkarte 

Abraham Cresques war ein Jude, dessen Familie im 12. Jahrhundert aus Afrika kommend nach Mallorca eingewandert war.
Mallorca war die Drehscheibe des Fernhandels, insbesondere fuer die Goldimporte aus dem Sudan, womit die Iberische Halbinsel ihr Goldenes Zeitalter finanzierte.

Man kann also behaupten, die juedischen Kaufleute bildeten so eine Art Auffanggesellschaft der stillgelegten Unternehmungen der Templer.
Warum sollten sie nicht weiterhin mit den Fluechtlingen geheime Kontakte pflegen ?

Beispiel 1 :

lucay

(Eintrag im Katalanischen Atlas)



 

 

e los lucayos...
- die lucayischen (Inseln) -

(Eintrag im Bordbuch von Kolumbus am 11.10.1492)

Quelle

Woher in aller Welt kannte Kolumbus diesen sonderbaren Namen, woher wusste 120 Jahre zuvor Abraham Cresque den Namen der Inselbewohner auf den

Bahamas ?

 

Beispiel 2 : 

Hier hat sich Abraham Cresque selbst portraitiert:

links : Abraham Cresque
rechts: ein Moench in Kutte

Der Moench steht hoeher.
Ein Hinweis ?
 
Beispiel 3 :




PERO MALAO ,
diese geheimnisvolle Stadt, wird am meisten erwaehnt.

ILLA TAPROBANA
die Insel Taprobana

Luis de Camões beschreibt die Taten und den Heldenmut der Portugiesen an einer Stel in seinen Lusiaden mit diesen Worten:

As armas e os barões assinaladas
que, de ocidental praia lusitana
Por mares nunca de antes navegados
Passaram ainda além da Taprobana
 
Die Waffen und Adelszeichen vereint
welche vom Westen des Lusitanischen Strandes
Ueber die Meere niemals zuvor gesegelt waren
Fuhren sogar bis jenseits von Taprobana


Taprobana, so nannte man frueher
die Insel Ceylon
heutiges Sri Lanka:

Taprobana
Holzschnitt von Sebastian Mueller, Basel 1550
-Quelle-
 
Weil Abraham Cresques aber garnicht diese Insel meint,
sondern etwas anderes mitteilen moechte,
begeht er einen "Fluechtigkeitsfehler"
und schreibt:


TRAPOBANA

Nun muss man diesen Namen, nach arabischer-juedischer Leseart, von rechts nach links lesen:

ANBI !

So nannten die Ureinwohner Suedamerikas ihr Land !

-Quelle-

 

Wusste also Kolumbus genau, wo seine Fahrt hinfuehrte ?

Reiseroute des Kolumbus nach Amerika
Quelle
 

Von wegen Entdeckung ???

Genaues weiss man halt nicht ! 

_______

Quellen:

1. José António Hurtado (Autor o.g. Theorie) in
    Fenix Journal Masonico de Indoamerica
    El Legado do Bencomo

    und hier 

    und hier: Die Karte der Templer, die Kolumbus nach Amerika fuehrte 

2. ZAZIE (Obrigado ! Por tua causa escrevi tudo isto !)
    COCANHA

3. Templerorden in Amerika ? 

4. Juedisches Geographiewissen in Mittelalter und Renaissance 

5. Antilia  Rui Martins zeigt die Widersprueche der offiziellen  

   Geschichtsschreibung anhand des Namens der Antillen

6. Africa redescoberta


Posted by Ralf at 3:57 PM BST
Updated: Tuesday, 8 May 2007 7:30 PM BST
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Saturday, 5 May 2007
Der 1. Mai in Portugal. Gelber Ginster gegen alles Boeses und die juedische Gefahr !

Der Mai ist gekommen.
Tanz in den Mai, Maisingen, Maibaum, Maibowle, Maigloeckchen......
Gottes Werk entfaltet seine ganze Pracht.
Im 13. Jahrhundert entdecken die Menschen wie schoen es ist, Mensch zu sein und freuen sich und tanzen !

Alle Menschen ?
Nein, den Portugiesen bleibt die Lebensfreude verboten  :

Koeniglicher Erlass von Koenig João I. (1357 - 1437)

  Lissabon am 14.8. 1402 :

an Richter und Amtsleute:

que impusessem as maiores penalidades a quem cantasse Maias ou Janeiras e outras coisas contra a lei de Deus..."

dass sie verhaengen sollen die hoechsten Strafen dem der die Mailieder singt oder die Januarlieder oder andere Dinge gegen das Gesetz Gottes...
 
Nirgends sonst ist die Kirche derart beherrschend wie in Portugal !
Portugal, Lusitanien, war eine roemische Provinz.
Selbstverstaendlich hatte das Volk der Mutter Erde Maia einst Dankbarkeit gezollt, hatte ihren Sohn Hermes/Jupiter als Schoepfer des Handels verehrt.

Aber anders als selbst beim spanischen streng katholischen Nachbarn, ist in Portugal inzwischen alles Gedenken an alte Gottheiten sogar in den Namen der Wochentage erfolgreich abgeschafft. 
Montag heisst hier in Portugal "zweite Messe" (segunda feira) und die restlichen Tage entsprechend....punktum.
 
Ersatzweise lehrt man das Volk das Fuerchten vor Schreckgespenster, boesen Blicken, viel unsagbar schrecklich Unheil, das von draussen kommt....
 
Am 30. April nachmittags sieht man sie, die Portugiesen in Nordportugal, alljaehrlich auf ihrem Weg nach Hause schreiten, auf den Schultern die grossen Buendel gelben Ginsters, den man in Gestrueppfeldern abgeschnitten hat, fuer sich, fuer seine Familie, Nachbarn und Freunde.....

Besenginster
cytisus scoparius
 
port.: Giesta

Besenginster ist ein giftiges Hausmittel gegen Warzenviren.
Vielleicht sollte der Brauch zu einer Verringerung von Ginsterstraeuchern an Feldraendern und Stallungen fuehren ?
Das waere dann sogar vernuenftig.
Oder die Besenbinder sollten an billig Rohmaterial gelangen.
Das waere dann sogar loeblich.

Einschub:
Gestrueppfelder (bouças) sind eine Besonderheit in Portugal.
Das Fehlen einer Landwirtschaft mit Getreideanbau -wegen des kargen, granitsteinigen Bodens- hat fuer die Stallhaltung von Vieh das Fehlen von Stroh zur Folge. (und eine Kuh will zum Widerkaeuen bequem liegen)
 
Da in Portugal das Gestruepp nicht durch Schnee und Eis zersetzt wird und kompostiert , sondern riesige trockene Gestrueppstraeucher bildet, hat man frueher dieses Gestruepp in der Kuhhaltung als Bodenbelag/Strohersatz eingesetzt.....heutzutage entstehen dort in diesen zu wahren Urwaeldern jahrealten Gestruepps aufgetuermt, durch Leichtsinn oder Wassertropfen und Sonnenstrahlen, jedenfalls durch die masslose Ignoranz der Portugiesen selbst, die alljaehrlichen Grossfeuer und Waldbraende Portugals....
Einschub Ende -
 
Kleine Straeusschen oder bloss Aestchen legt/haengt/klemmt der seit Urzeiten verschreckte Portugiese auf Fenstersims,Tueren/Kuehlergrill des Autos/Fenster, allerorten, wo das Uebel sich einschleichen koennte...

Im Mai nennt man die Giesta:

Maias
 


Maias an Tueren und Fenstern

Quelle:  Dias com Arvores
Obrigado Mnuela D.L. Ramos !

Was uns wie ein unschuldiger Brauch von Aberglaube und Einfalt daherkommt, entpuppt sich leider bei naeherem Hinsehen, als eine (weitere) perfide Stimmungsmache katholischer Erziehung und Menschenfuehrung gegen Juden und Vernunft !

Erinnern wir uns:
Jesus ist soeben geboren und der Grosse Herodes hoert es garnicht gern, was ihm da seine hauptberuflichen Sterndeuter da mitteilen.
Sofort befiehlt Herodes, saemtliche Neugeborene zu toeten.
Und wo der Saeugling Jesus zu Hause ist, soll am naechsten Morgen den Soldaten ein Ginsterzweig verraten, den jemand nachts verraeterisch und heimlich angebracht hat.
Beim Morgengrauen kommen die Haescher und finden die richtige Tuere dennoch nicht:
Saemtliche Tore, Tueren und Fenster sind mit Ginster behangen...
 
Einschub:
Herodes (73v - 4v) war zu diesem Zeitpunkt schon selber 4 Jahre tot !
Einschub Ende-
 
Der Literat und Ethnologe José Leite de Vasconcelos (1858- 1941)  versucht, uns diese Tradition in Portugal tatsaechlich folgendermassen erklaeren:
 
a) Quando a Virgem foi para o Egipto deixou pelo caminho muitos ramos de giesta para não se enganar na volta;
b) Quando Jesus Cristo nasceu, os judeus procuraram-no para o matarem, e, como soubessem que ele estava numa casa, colocaram-lhe à porta um ramo de giesta, afim de no dia seguinte o prenderem. Nesse dia, porém, todas as casas da povoação apareceram marcadas, e os judeus não puderam dar com ele.
a) als die Jungfrau nach Aegypten ging, liess sie auf dem Weg viele Ginster Aeste zurueck, um sich auf dem Rueckweg nicht zu verirren.
b) Als Jesus geboren wurde, suchten die Juden ihn und wollten ihn toeten und, als sie erfuhren, er befaende sich in einem Haus, haben sie ihm an die Tuer einen Ginster Ast gesteckt, mit der Absicht ihn bei Tagesanbruch zu verhaften. An jenem Tage aber zeigten sich alle Haeuser der Bevoelkerung markiert und die Juden konnten ihn nicht finden.

Quelle: a.a.O.
Obrigado -mais uma vez- Manuela !
Da sehen wir also, was Portugiesen von Klein auf im Sonntagsunterricht eingebildet bekommen.
Und vor solchen Judenhaeschern muss man sich schuetzen, indem man am 1. Mai fuer ein Jahr lang seine Habe, seine Kinder und sein Leben schuetzt.
 
Willkommen sind mir die verbotenen inoffiziellen Mai Braeuche, die wirklich vom Volk ausgehen, spoettisch, schelmenhaft und geistreich:
 
In Nordportugal , wo man trotz aller Verbotsversuche des Koenigs und der Kirche, sowieso immer gern gegen die Staatsorgane und Maechtigen lueckte, laed man Freunde zum Kastanienessen ein !
 
Esel haben die stoerrische Angewohnheit, auf Vorraete zu steigen und sie zu zerstoeren. Auch beissen sie gern das Rindvieh !
 
Am 1. Mai zieht der Teufel um !
Carrapato !
Dieser Unhold, dessen wahren Namen niemand nennen darf !

Schnell noch ein paar Kastanien gegessen !
Sonst reitet gleich ein Esel auf Dir !

 
Lachen aus Freude, Freude aus einem gluecklichen Herzen, Ausdruck eines freies Herzens -dank einer muehseligen aber erfolgreich durchlaufenen ethischen Erziehung- im Sinne von Aristoteles.... wie sehr ich dieses Lachen jenem schreckhaften Seelen wuenschte, denen die Kirche soviel an Schrecklichem glaubhaft eingeredet hat und woran sie nun misstrauisch geworden auch mittlerweile felsenfest selber glauben.
Witzchen machen, wenns die Herrschaft nicht hoert.....
 
Weltlachtag ?
Ich hoere nur Gelaechter !
 
 
________

Quellen:

1. Os Maios - As Maias
 
2.  Mirandela
 
3. Maio-Moças Maio-Moços (Stoffpuppen) zur Maifeier im Algarve
 
4. Das Maien  im Burgenland (Danke Micky !) via Burgenlandforum
 
 

Posted by Ralf at 4:13 PM BST
Updated: Saturday, 5 May 2007 8:45 PM BST
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Thursday, 3 May 2007
Sehenswuerdigkeit in Portugal: Ein Granitfelsen, der kleine Glimmersteine ausspuckt .

Besucher in Portugal muessen die Stadt Arouca sehen !

Sodann empfehle ich, den Weg nach Castanheira suchen.
Er fuehrt hinauf in die Serra da Freita (Gebirge der Freita), bis ueber 1.000 m hoch, wo kein Baum waechst und die Fernsicht bei Schoenwetter grossartig ist und eindrucksvoll erhaben.

Auf den kuemmerlichen Grasschnipseln des Granitbodens grasen vereinzelt Ziegen.
Die Haeuser aus aufeinandergeschichteten Steinen, viele Bergdoerfer menschenleer, lassen nicht vermuten, dass hier die Kelten aus Nordeuropa sich niederliessen, sich mit den Iberern vertrugen und auch die Roemer (und ihre Nachkommen )von 35 v. Chr. bis 716  nach Christus taetig waren.
Von dann an herrschten die Araber.

Was mag man sich unter einem
"Pedra parideira" (Gebaerender Stein)
vorstellen ? 

Der gesamte Granitfels umfasst etwas 1000 x 600 Meter.
Eine Flaeche von 500 mliegt offen ohne von Erde bedeckt zu sein.
Diese Stelle hat man umzaeunt, Warnschilder aufgestellt: Steine auflesen verboten!

Niemand ist zugegen, man muss schon etwas ausserhalb der Trampelpfade , die um das eingezaeunte Naturschutzgehege  fuehren, am Boden den Stein absuchen ......

Aufnahme von Jorge Rosa (Obrigado Jorge !)
 
Der Granitstein hat ueberall kleine Pocken !
Mancherorts schwarz schimmrige Pickel !
Selten handteller grosse Beulen !
Diese Beulen platzen heraus, wenn man sie anklopft
 
Rechts die kleine schwarz glaenzende  Ausbuchtung:
Hier befand sich ein Stein, der herausgebrochen ist/wurde
 

Quelle
 
Hier sehen wir eine herausgeschlagene "Beule"
Ein elipsenfoermiger glaenzender Stein.
 
Weltweit eine seltenes Phaenomen.
Da staunt der Laie Mensch !

Ein Granit, der lebt ! Die Atmosphaere und sein Innendruck machen ihm zu schaffen....
Die kleinen sich zu Beulen herausbildenden Pocken sind, so liest man, Biotit,  und der "Mutterstein", der Granitfels, ein Plutonite .
Aber ganz sicher bin ich mir da nicht.
 
Man sieht nur was man weiss....
Aber manchmal reicht es, nur zu staunen !
 
Und da gibt es noch immer Leute, die denken, in Portugal gibt es nur Kirchen, Kloester und Palaeste zu sehen.

Posted by Ralf at 4:03 PM BST
Updated: Thursday, 3 May 2007 8:27 PM BST
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Biblische (juedische) Redewendungen in der deutschen Sprache

Inácio Steinhardt in seinem lesenswerten Blog Historia das Palavras (Geschichte der Worte) erinnert in seinem heutigen Beitrag an die Herkunft des portugiesischen Wortes recordar (erinnern).

Inácio:
Die Erinnerung verstand der Roemer als ein Wiedereintreffen im Herzen.
Im Herzen vermutete der Roemer den  Sitz der Erinnerung - nicht im Kopf !
Die Hebraeer nahmen als sicher an, dass sich das menschliche Gewissen in den Nieren befindet.

"Auf Herz und Nieren ueberpruefen" bekommt fuer mich daher jetzt eine sinnvolle Erklaerung. 

Aber wie kommt eine hebraeische Redewendung in die deutsche Sprache ?

Martin Luther war es :

allgemei­ne Begriffe und Redewendungen: im Schweiße des Angesichts (G 3,19), himmel­schreiend (G 4,10), ehrliches Begräbnis (G 23,6), unser Fleisch und Blut (G 37,27), durch die Finger sehen (L 20,4), Menschensohn (NU 23,19 u. ö.), Dorn im Auge (NU 33,55), vom Scheitel bis zur Sohle (D 28,35), Zetergeschrei (Jr 12,6), Herz und Nieren prüfen (Jr 17,10), Denkzettel (Maleachi 3,16), Heiden­lärm (Ps 2,1), Jammertal (Ps 84,7), auf keinen grünen Zweig kommen (Hi 15,32), Gewissensbiß (Hi 27,6), bis hierher und nicht weiter (Hi 38,11), den Hals kosten (I. Chr. 12,19). An Eigennamen gebunden: Kainszeichen (G 4,15), Methusalems Alter (G 5,27), babylonische Verwirrung (G 11,9), der keusche Josef (G 39,7ff.), ägyptische Finsternis (E 10,21 ff.), Uriasbrief (II. Sm. 11,14), Salomonisches Urteil (I. Kg. 3,16ff.), Hiobspost (Hi 1,14-19). An Erzählungen und Vorstellungen gebunden: Feigenblatt (G 3,7), Linsengericht (G 25,34), fette und magere Jahre (G 41), goldenes Kalb (E 32,1 ff.), Allerheiligstes (E 26,33), Sündenbock (L 16), Koloß auf tönernen Füßen (Da 2,31 ff.). Zitate: Das Dich­ten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf (G 8,21); Der Mensch lebt nicht vom Brot allein (D 8,3); Die Rache ist mein (D 32,35); Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? (Ps 22,2); Der Herr ist mein Hirte (Ps 23,1); Unser Leben währet siebzig Jahre (Ps 90,10); Den Seinen gibt's der Herr im Schlaf (Ps 127,2).

gespiegelt aus:
Hagalil

Wieder was dazugelernt !
Obrigado Inácio.


Posted by Ralf at 11:08 AM BST
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Wednesday, 2 May 2007
3. Mai des Jahres 124, in Matosinhos wird Abbild Jesu an Strand gespuelt

In welchem Jahr und an welchem Wochentag starb Jesus ? 

Wie wir aus der Bibel erfahren, haben die Richter im Jahr 31 den Gottessohn Jesum fruehmorgens um 9 Uhr zur Kreuzigung abgefuehrt.

Jesu Todestag war ein Mittwoch !

Nein, kein Freitag, kein Karfreitag, es war ein Mittwoch !
Katholiken bitte ad fontes und hier nachlesen:

Die Auferstehung war nicht am Ostersonntag
 
Wer lesen kann, weiss mehr:
Die Auferstehung fand an einem Samstag statt.
 
Joseph Arimathea und Nikodemus (port.: Nicodemus), mit letzterem, ein Mitglied des Sanhedrin, hatte sich Jesus einige mal des Nachts getroffen, nicht um heimlich konspirativ taetig zu sein, sondern weil die Nacht unter Rabbinern fuer die beste Zeit angesehen wird, sich mit wichtigen Grundsatzfragen zu beschaeftigen, beide nehmen den Leichnam Jesu vom Kreuz und kurz bevor man Ihn in das Turiner Grabtuch "Holy Shroud"  einwickelt, waehrenddessen Nicodemos seine mitgebrachten 75 Pfund Myrrhe und Aloe einwirken laesst .....da merkt sich Nicodemus, der ein hochbegnadeter Holzschnitzer war, sich fest einpraegend das Anlitz des leblosen Koerpers.
 
Nikodemus hat soeben einige Skulpturen Jesu fertiggeschnitzt, da hoert er draussen verdaechtige Geraeusche, die ihm ungeheur erscheinen und blitzschnell wirft er sicherheitshalber alle Kruzifixe unbemerkt weit hinaus aufs Meer.
Einer Figur fehlte allerdings noch ein Arm.

Kaum hatte Nikodeus auch noch den Arm fertig, so warf er ihn an der selben Stelle in eben genau die selbe Richtung den Figuren hinterher......
 
93 lange Jahre treibt die Holzfigur des Gottessohnes im Mittelmeer........

.......passiert die Enge von Gibraltar, nimmt auf wunderliche Weis Kurs in Richtung Norden, und am
3. Mai 124 (unserer heutigen Zeitrechnung) das ist das Jahr 162 alter Zeitrechnung, wird Sie in Matosinhos am Strand Espinheiro an Land gespuelt.

  Fundstelle am 3. Mai 124    
 
Senhor do Padrão
(Herr des Besitzerrechts)
in Matosinhos nahe dem Fischgrossmarkt-Hafen

verwahrlost, schimmelbefallen,
ein Verliess mit Schwarzer-Magie Briefchen
und Muell angefuellt, ungesichert eine Gefahr fuer spielende Kinder

Einschub:
Padrão nannten die Portugiesen einen Stein, der aehnlich wie der auf-gestellte (Hypo-thek) Stein die Pfaendung des Landes anzeigt, bei den Entdeckungen neuer Laender, die Beschlagnahme der Laender fuer den Koenig Portugals und des Christusordens anzeigte.
Nur der Christusorden hatte vom Papst hierzu Vollmachten.
Den "Portugiesen" oder "Portugal" gehoerten die Kolonien ueberhaupt nicht.
Einschub Ende -
 
Leider fehlt der Holzskulptur der eine Arm ! 
 
50 Jahre vergehen.....

Auch der fehlende Arm Jesu wird angespuelt !
 
Man kann sich die Freude ueber das Wunder vorstellen !
Seit dieser Zeit kann jedermann/frau das Anlitz Jesu, so wie es Nikodemus einst sah, bewundern und seitdem die neue Kirche steht muss man bloss hineingehen in die

Kirche des Bom Jesus de Matosinhos
 
Die anderen Repliken von Nikodemus sind auch alle irgendwo gefunden worden und geniessen dorten unter der Bevoelkerung gleichfalls grosses Ansehen, aber eben kein Ebenbild ist so schoen wie das unsrige hier, dasjenige hier in Matosinhos. 
 
Am 18. Mai 2007 wird Stadtfest gehalten
zu Ehren unseres Herrn
Senhor de Matosinhos
 
Es war frueher das groesste Fest mit Markttag in ganz Nordportugal !
Pflichtbesuch fuer Katholiken ! 
___________
 
Quellen:
 
 
2. Jesus von Nikodemus Replik in Lucca 
 
3. Matosinhos Stadtamt ueber Senhor do Padrão 
 
4. Die ganze Geschichte von Joel Cleto und Suzana Faro 
 

Posted by Ralf at 10:31 PM BST
Updated: Sunday, 6 May 2007 11:01 AM BST
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Arp Schnitger baut drei Orgeln fuer Portugal (1701)

Zum Glück versteht jemand, der Orgelpfeifen herstellt, naemlich Detlef Jann in der hübschen portugiesischen Kleinstadt Santo Tirso (Heiliger Thyrsos - Heilige Gehhilfe fuer Betrunkene !) , seine Firma heisst Orguian, auch viel vom Orgelbau an sich !

Als er in Maia, heute ein Vorort von Porto - früher ein großflächiger unabhängiger Großgrundbesitz , vor einigen Jahren die Kirche São Salvador betrat, um nach den Orgelpfeifen zu sehen, war sein Erstaunen groß:

Was er sah war eine Orgel, die aelteste in Portugal, eine von 170 Orgeln, die jemals aus dieser weltberuehmten deutschen Werkstatt stammten, eine von heute nur 30 noch erhaltenen Exemplaren..... eine echte, einzigartige:

Orgel in der Kirche des ehemaligen Augustinerklosters
Divino Salvador de Moreira
erbaut von:
Arp Schnitger (1648 - 1719)

Der Klostergarten gehoert heute der Familie des Arbeitgeberpraesidenten Van Zeller und wird sinnvoll und kulturtragend als Partygarten genutzt.

Kurios:
Die Orgel war vorderspielig (der Organist sitzt vor den Tasten und die Gemeinde sieht  ihn da sitzen).... aber weil in Portugal nur Kloster leisten konnten und Auswärtigen der Zutritt in die Klosterkirche verwehrt war, und nur wenige Klosterbrüder sich aufs Orgeln verstanden, mußte diese Orgel umgebaut werden:
Hinterspielig kam die Schnitgerorgel zum Einsatz.
Der Organist sitzt hinter der Orgel unsichtbar...also durften auch Auswärtige die Orgel spielen...sie waren unsichtbar also nicht anwesend...(berichtet uns der Meister)

Man erinnere sich:
1580, als das Koenigreich Portugal mit Spanien verbunden wurde,weil der spanische Koenig (Philipp II.) durch Heirat mit seiner portugiesischen Cousine zugleich Koenig auch von Portugal wurde (hier heisst er Philipp I.) wurde bald darauf (1584) begonnen,  in Maia ein Augustiner Kloster zu bauen.
1620, das Kloster ist fertig und die Augustiner-Chorherren , die ihren Hauptsitz in der extra traurige-Fados Gesang Universitaetsstadt Coimbra haben, freuen sich.

Wer denkt, Organisten gab es nur in Deutschland und Augustiner verstehen nichts von Musik, sei an Luther erinnert, er war einer, und an einige namhafte portugiesische Meister der Orgelmusik:

Duarte Lobo (1565-1646), Filipe Magalhães (1563-1652), Manuel Rodrigues Coelho (1573 -1633), der Karmeliter Moench Manuel Cardoso (1566-1650), der Domherr Pedro Esperança (1595-1660) und João Lourenço Rebelo (1610-1667).
Zu den Augustiner-Chorherren von Coimbra zaehlten folgende Organisten:
Heliodoro Paiva, Agostinho da Cruz (1590-1633), Pedro de Cristo (1545-1618), Diogo da Cruz (1628), Pedro Esperança (1595-1670), Gabriel de S. João (1624), Baptista de S. João (1603), etc.
Das sind wohlgemerkt nur die Organisten vor Schnitger !!
Die Namensliste der juengeren waere ebenso lang.


Die Vielzahl an Organisten erklaert sich vielleicht durch die Vorliebe Phlipps fuer Orgelklaenge und seine Wertschaetzung des spanischen Komponisten:
António de Cabezón (1510 - 1566)
 
Aber jetzt befinden wir uns wieder in Maia und staunen andaechtig vor einer Orgel aus der Schnitger Werkstatt, die eine Renovierung dringend noetig hat.
Insbesondere der Blasebalg und seine verklebten Nuten haben sich im Laufe der Jahrhunderte geloest und der Zahn der Zeit und viele Maeusezaehne haben ihre Spuren hinterlassen.

Detlef Jann beschliesst, die Orgel in ihre Einzelteile zu zerlegen, um sie sodann grunderneuert wieder zusammenzufuegen.
Die Sensation !
 
Es werden Beschriftungen auf Bauteilen entdeckt: 

Bey H Schnitger in Arbeyt
 

Johan Bunda Tischler hat die ... gemacht Anno 1701
 

Notizen auf dem Blasebalg:
Anno 1701 den 9 May ist d...??..fertiget. dass ..??..durch die Hand des Herrn ..??..Arp Schnitger Orgelmacher in Hamburg 

 

Arp Schnitger hiess er, und Schnitger heisst Schnitzer, so muss er wohl ein begabter Spross einer Moebelschreiner Dynastie gewesen sein

Wappen der Schnitger
 
(Orgelbauer empfangen den Zirkel aus den Wolken)

Die Schnitger wohnen in Brake und typisch fuer Friesen wohnt man mit Mensch und Tier unter einem Dach, dort richtet sich Arp ein seinen

Orgelbauernhof

Buxtehude, Haendel, Bach.... sie alle sind vom Klang der Orgeln aus der Herstellung in Brake bzw. Hamburg begeistert.
Arp ist leider zwar hochbegabt aber ein allzu gutmuetiger Kaufmann.
Fuer manche "arme" Kirche baut er eine Orgel zum halben Preis, die oftmals erheblichen Anfahrts- und Lieferkosten bekommt er ohnhin nicht bezahlt.

Leider wissen wir nicht, welchen Kaufpreis er aus Portugal erhielt.

3 Orgeln hat Arp Schnitger fuer Portugal gebaut.

Die aelteste selbst im Jahr 1701.

Zwei weitere kamen aus seiner Werkstatt.
Verantwortlich fuer Ton und Technik sein technischer Betriebsleiter:
Johann Heinrich Hulenmap (aka Uhlenkamp Hulenkampf)

Die Zweite:

 ausgeliefert in 1715

Orgel (18 Register)
in der Kathedrale von Faro (Algarve)

Im Jahr 1743 von einem port. Orgelbauer um zwei Register erweitert:
Trompeten Batalha (Kampf) und Clarim (Horn)

Durch das Erdbeben von 1755 beschaedigt vom italienischen Orgelbauer Pascoal Caetano Oldovini 1767 wiederhergestellt

Die Dritte:

1747 von Koenig Joao V. dem Bischof von Mariana in Brasilien versprochen
und 1752 vom  Nachfolger Koenig  José I. ausgeliefert:

 

Kathedrale Basílica da Sé
Nossa Senhora da Assunção
in Mariana (Minas Gerais)
 
Hoerprobe mit Anblick:
YouTube
 

Und da denken viele Leute noch immer, Portugal haette nur Sonne, Meer und Golf zu bieten !

_________

Quellen:

2. Calimerio Soares

3. Arp Schnitger 

4. Saemtliche Orgeln in Portugal 

5. Orgel in Kroatien am Strand mit Wind & Wellen Technik (mit Hoerprobe) 

6. Die Arp-Schnitger-Orgel in Hamburg-Neuenfelde 

7. Portugiesische Orgelseite MELOTECA 

 

Folgende links verdanke ich portapaixonado  (Portugalforum)

8. (Welt-)Karte der erhaltenen Schnitger Orgeln 

9. Liste der erhaltenen Schnitger Orgeln 

10. Silbermannorgeln aus dem schönen Sachsenland(Zum Vergleich....) 

Dankevielmals !! 


Posted by Ralf at 1:00 PM BST
Updated: Monday, 6 August 2007 1:39 PM BST
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Monday, 30 April 2007
Portugal , eine Kolonie des globalen Kapitalismus (Uebersetzung)

José Paulo Serralheiro

Das portugiesische Buergertum hat zwei wesentliche Urspruenge. Der eine Teil entwickelte sich in Portugal-Kontinent. Der andere begann und entwickelte sich in den frueheren Kolonien. Beide saugten an den Honigtoepfen der Salazar-Kultur, des Faschismus, konservativ, provinziell, religioes, laendlich. Und das ist die Unternehmerschaft, die wir haben und mit welcher wir es zu tun haben. Es ist ein aermliches Unternehmertum, mit wenigen Gaben, mit geringer Schulausbildung und ohne berufliche Ausbildung. In Portugal ist die durchschnittliche Ausbildung der Unternehmer geringer als die der Arbeiter.

Seit die Juden aus Portugal vertrieben wurden (1497) ist das portugiesische Buergertum schwach. Portugal verlor Aerzte, Mathematiker, Astronome, Apotheker, Handelskaufleute, Banker, Drucker und Buchhaendler. Die Juden gingen in Laender wie Holland und entwickleten dort das Buergertum und etwas spaeter halfen sie, die Industrie dieser Laender aufzubauen. Portugal hatte sein Buergertum verloren und verblieb mit einer Unterschicht von armseligen Landbewohnern und einem Landadel, provinziell, aber mit Hang zum Fernhandel.

Unser Buergertum liebt die Titel

Weil Buergertum fehlten waren Handel und die Ausnutzung der Kolonien das Werk des Koenigs und des Adels. Die Nutzbarmachung der Kolonien lag zentral in den Haenden des Koenigs. Er war es, der die ihm treu ergebenen Adligen einlud, mit der Zentralmacht zusammenzuarbeiten. Die Fuehrungsschicht wurde so zum Patienten des Staates. Dies ist eine Tradition, die anhaelt in Portugal seit dem XV. Jahrhundert bis in unsere Tage.

Gleiches geschah nicht in anderen Laendern, wo das Buergertum, im Gegensatz zum Adel sich entwickelte, Kapital anhaeufte und sich stark machte dank des Kolonialhandels und spaeter der Industrie.

In Portugal wurde unser Adel die "Haendlerschicht" und wurde buergerlich und unsere schwaechliche Buergerschicht wollte adlig sein. Damit ging der Adel verloren, ohne dass wir ein wirkliches Buergertum gewonnen haetten, aufgeklaert und unternehmungswillig.

Das portugiesische Buergertum, als es etwas Wirtschaftskraft erlangt hatte, beanspruchte Adelstitel. Es weigerte sich buergerlich zu sein und wollte adlig werden. Zu anfangs fand es Gefallen an den Titeln eines Comendador , Baron und Graf spaeter klammerte es sich an akademische Titel, wie Akademiker, Ingenieur und andere.

Es war und ist immernoch ein Buergertum, welches von der Zentralmacht abhaengig ist und dessen Wohltaten. Der Voellerei ergeben. Vor lauter  dauernd am ruelpsen. Hochfahrend. Schwatzhaft. Ahnungslos und faul. Der Arbeit und dem Studium wenig zugetan. Oberflaechlich. Anmassend gegenueber Menschen aus niederen Schichten. Dienstbeflissen und ehrerbietig gegenueber Hoehergestellten. Sie befolgen Befehle und folgen der herrschenden Meinung. Verschwendungssuechtig. Mit schlechtem Geschmack. Angeber mit Ringen, Armketten, Haeusern und Autos. Risikoscheu. Bedacht, von Bediensteten umsorgt zu werden. Den Armen gegenueber vaeterlich. Sehnsuechtig der Sklaverei nachtrauernd. Und dieses ungebildete Buergertum ist es, welches in unserem Land das Sagen hat.

Dieses Buergertum, das im XX. Jahrhundert durch die besonders konservative Religion, durch Laendlichkeit und Salazars Genossenschaftswesen geformt wurde, nahm nach dem 25. April das andere Buergertum auf, das aus den Afrika Kolonien kam. Dieses hat sich hungrig und mit dem Wunsch sich satt zu essen mit an die Tafel gesetzt.

Die Arbeit mit Vertrag 

Dieses Buergertum aus den Kolonien, grob gesagt, hat seinen Ursprung im Volk. Es waren arme Emigranten, die das laendliche Umfeld Portugals verliessen ohne Kenntnisse, ausgenommen die Landarbeit, und in den Kolonien den sozialen Aufstieg schafften. Dieses Buergertum hat die wirklichen Zusammenhaenge von Arbeit nicht kennengelernt. Zwangsarbeit -was man Arbeit mit Vertrag nannte- und Dienerschaft war alles womit sie umzugehen gerlernt hatten.

In den Kolonien Portugals -und ich kenne gut wie es in Angola war- wurde der Grossteil der Handarbeitskraefte zwangsweise "unter Vertrag" genommen. Die regionalen Verwalter -oder die Chefs der Aussenposten- der Regierung befahlen, die faehigsten und gesuendesten Maenner zu versammeln, haben sie dann eingeschrieben -mit einer Art Lieferschein- und haben sie zu den grossen Arbeitsfeldern geschickt als ob es sich um eine Ware handelt. Das war eine Abart von Zwangsarbeit. Sie erhielten eine Ueberlebens Verguetung teilweise in Deputaten und anderenteils in Geld.

Die Deputate bestanden aus einer traditionell zusammengestellter Essensration aus Mandioca, ein paar Gramm Trockenfisch, ein kleinwenig Palmoel und ein "Kreuz" mit Seifenpulver. Als Kleidung diente ein Vertrags-Mantel, und ein Arbeitskittel aehnlich einem Straeflingsanzug.  Die Unterkunft bauten sie selber, am Ankunftstag mit Stangen, Lehm und grashaltigem Moertel.

In bar bekamen sie offiziell 100 Angolares pro Monat. 40 erhilten sie in Wahrheit, weil 60 der Arbeitgeber einbehielt bis zum Vertragsende. Betrogen, bekamen sie schlussendlich selten die Haelfte des angehaeuften  Anspruchs aus ihrem Arbeitsvertrag.

Diese Zwangsarbeiten mussten von Sonnaufgang bis Sonnuntergang abgeleistet werden. Die Schwarzafrikaner arbeiteten nach Vorgabe, das heisst, die weissen Aufseher gaben an, was an Arbeit taeglich zu machen war. Viele schafften nie das vorgeschriebene Soll so sehr sie sich auch anstrengten. Wenn das geschah, wurden sie mit koerperliche Zuechtigung bestraft. Die haeufigste Form waren Peitschenhiebe und Schlaege auf die Hand. Von den 60er Jahren an wurde die Schlaege auf die Hand oefters als Peitschenhiebe angewendet. Die Schlaege auf die Hand, auch wenn die Haende bluteten, hinterliessen keine lang andauernden Spuren. Die Peitschenhiebe hinterliessen fuer ewig sichtbare Spuren.

Das waren die Arbeitsverhaeltnisse, die der portugiesische Kolonist gelernt hatte, und an diesen Grundzuegen haelt er noch heute fest oder hat sie Kindern und Enkeln vererbt.

Die Rechte Portugals hat den Kopf schmutzig 

In letzter Zeit haben die Grosskoepfe unserer nationalen Industriellen sich darangemacht, unsere Ggegenwart und Zukunft zu erklaeren. Sie tun dies mit Ueberheblichkeit, Ahnungslosigkeit und Missachtung des Volkes. Sie mischen einen Trunk aus ultraliberalen Vorschlaegen, neoliberalen, konservativen, neokonservativen und sogar sozial-demokratischen !

Ueberhebliche Vorschlaege. Als ob das Land ihr Eigentum waere und die Arbeiterschaft zu Lebensbedingungen zurueckzukehren haette von Sklaven und Bediesteten, als ob die Loehne sich verringrn muessten bis zum Lebensminimum und es unumgaenglich waere, Sozialleistungen und Arbeiterrechte abzuschaffen. Als ob man den Staat zerlegen muesse.

Sie sagen, der Osten sei gut. Dort sind die Loehne niedrig. Die Steuern laecherlich. Die Arbeiter stehen zur Verfuegung. Entlassungen sind problemlos. Sie nennen es die wettbewerbsstarken. Noch staerker sind beispielsweise Marokko, Ghana oder Haiti. In diesen Laendern ist es leichter, einen Arbeiter zu entlassen als zur Seite zu spucken und die Loehne haben symbolischen Wert. Es sind ebendiese -wettbewerbsstarken- Paradiese, aus welchen die Bevoelkerung fluechtet und beim Auswandern sogar das Leben riskiert.

Die Rechte Portugals hat den Kopf schmutzig und konfus. Unsere Unternehmer verstehen nichtmal eine einfache Sache. Das Probelm Portugals liegt nicht am Staat und auch nicht an den Arbeitern. Es liegtvielmehr in ihnen selbst, einer Elite, die sich fuer aussergewoehnlich haelt. Aber in Wahrheit ist sie unentwickelt, ahnungslos, spitzbuebisch und inkompetent. Eine Elite, welche sich niemals in der Geschichte als buergerlichen Mittelstand sah. Eine Elite, die nicht weiss, wer sie ist und weniger noch, was sie will.

Wenn wir diesen Unternehmern und politischem Personal freie Zuegel geben, die nur die Welt betrachten vermittels von Handbuechern, die den schurkischsten Neoliberalismus verkuenden, dann laufen wir Gefahr, dass das Land aufhoert, ein Rechtsstaat zu sein um ein Elendsstaat zu werden, eine Kolonie des internationalen Kapitalismus, ein Ort von schlechten Besuchen. Wir fordern unsere Buergerrechte ein und beweisen, ganz ohne Ueberheblichkeit, dass sie bloss noch ahnungsloser als wir selber sind.

...

aus Jornal a Pagina da Educação, 13. Jahrgang, Ausgabe 132, Maerz 2004, Seite 3

 

...

Uebersetung aufgrund Quelle:

Blogeintrag von Victor Nogueira 

Obrigado Victor !

...

Anmerkung:
Ich bin persoenlich nur ein in Portugal lebender Beobachter .
Die o.g. Ausfuehrungen sind nicht ein Abbild meiner eigenen Erkenntnisse.
Es fehlen mir vollstaendigkeitshalber und im Sinne einer objektiven vorurteilsfreien Betrachtung eine Analyse der Linken & Kirchentreuen & Koenigstreuen Portugals in ihrem Verhaeltnis zu Staat und Lebensprinzipien.

Die Analyse erscheint mir gleichwohl von besonderem Wert und wuerdig einer Uebersetzung, weil die Kernaussage sich mit meinen  Erfahrungen deckt und vorallem, weil ich die Absicht des Autors erkenne, sein Land Portugal aus der Umklammerung auslaendischer Konkurrenten zu befreien.

José Paulo Serralheiro, mein Respekt, meine Hochachtung ! 

 

Nachtrag:
Paulo Pinto Mascarenhas zeigt zutreffend auf die Angst der Linken vor den Rechten, ganz einfach, weil beide genau das gleiche sagen !!
Sabiam, que ?

Waer schoen, wenn man sich nur von Vernunft und Gewissen leiten lassen wuerde....  


Posted by Ralf at 12:21 PM BST
Updated: Monday, 30 April 2007 1:52 PM BST
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Sunday, 29 April 2007
USA Kapitalismus Werbespot fuer American Kids & People (Comic Film)

Bei diesem gut gemachten Propaganda Spot bekomme ich Bauchweh.

Deshalb sollte man ihn mehrmals ansehen :

CAPITALISM FOR KIDS

Obrigado António Costa Amaral !

Capitalism is good for you ?
Schoen waer´s !

Posted by Ralf at 11:32 AM BST
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