Gedanken ueber Sinn und Zweck der Menschlichkeit
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Saturday, 26 May 2007
Ein Portugiese und keine Wikinger oder Hildesheimer haben das Land der heutigen USA zuerst betreten

Wir reden hier nicht von Neufundland und der Quallenbucht (L´Anse aux Meadows).
Kein Zweifel:
Bis Labrador und Neufundland kam Leif Eriksson (970 - 1020) als erster. 

Aber nach weiter suedlich konnten Leif und die Wikinger damals garnicht segeln.

Wikingerboot
mit Rahsegel
 
Solange der Wind von hinten blaest kommt man prima vorwaerts.
Kein Problem fuer Wikinger bis nach dem heutigen Canada zu gelangen

Immer in Naehe der Kueste Groenlands
in Richtung Canada werden Wikinger
von Stroemung und Winden
geschoben und geblasen
East Greenland Current
Labrador Current
Irminger Current

Man kann es drehen und wenden wie man will:

Spaetestens am 50. Breitengrad Nord, der mitten durch die City von Mainz fuehrt und jenseits des Atlantiks auf Hoehe etwa der Grenze zwischen den USA und Canada liegt, wo es zwischen 9º - 18º kaelter und somit saukalt ist, ist fuer einen Wikinger Schluss mit Seefahrt.

Einem Wikinger, einem Didrik Pining (1428 - 1491) oder dem anderen Hildesheimer Hans Pothorst blies der Wind ins Gesicht.

Fuer die Nordmaenner blieb der Zugang zu den Kuesten der heutigen USA versperrt.

Die Nordeuropaeer, angeblich immer erfindungsreich, hatten eine wesentliche physikalische Gesetzmaessigkeit nicht erkannt.
Dieses Abstreichen (jam - Windjammer) des frontal entgegenkommenden Windes mit dem Effekt, dass man trotzdem vorwaerts kommt:

Kreuzen gegen den Wind

Aber genau das "Kreuzen" ist einem Wikingerboot und seinem Rahsegel unmoeglich !

Auch die Englaender in Bristol und ihr Italiener Giovanni Caboto (1450 - 1498) scheiterten vermutlich genau an diesem technischen Problem.

Die Portugiesen, hingegen, befuhren die Kueste der USA hinauf vor dem Wind (mit Rueckenwind) und dann wieder herunter (gegen den Wind).

Der kleine aber entscheidende technische Unterschied war dieser:

Schratsegel
hier: die Lateinersegel an einem portugiesischen Schiff
Das Ruder liegt mittig am Heck

Einschub:
Früher hielte man auf rechts ,daher "Steuerbord", bloß ein Bremsholz ins Wasser, damit sich das Boot nach rechts dreht.....
Dabei hat der Steuermann seinen Rücken (seine back) der linken Bootsseite zugewendet, weshalb an Bord in Fahrtrichtung links immer noch backbord heißt .
Einschub Ende

Ich moechte meinen werten Lesern hiermit die ersten Entdecker der Neuen Welt suedlich des 50º Breitengrad Nord vorstellen:

 Vier Portugiesen:

ein Vater und drei Soehne
THE CORTE REAL BROTHERS

Gaspar Corte-Real (1450 - 1501)
gemeinsam mit seinen Bruedern Miguel und Vasco Anes
unter Leitung ihres Vaters
João Vaz Corte-Real (gest. 1496)
 
waren bereits ca. 20 Jahre vor Kolumbus
bis an die Kueste der USA und hinauf bis Neufundland
und wieder zurueck zu den Azoren gesegelt.

Gaspar, der aelteste Sohn, versucht es wieder
auf eigene Fauust:
 
Am 12. Mai 1500
beginnt Gaspar seine Entdeckungsfahrt nach Westen
im koeniglichen Auftrag und auch er kehrt erfolgreich heim.
.......aber dann......
 
1501, Gaspar verschollen bei seiner 2. Entdeckungsfahrt !
Die Begleitschiffe kommen unversehrt
aber allein wieder in den Heimathafen.
Mit Sklaven, Berichten und neuen Karten.
Die Kartographen Italiens freuen sich.
 
Sein Bruder Miguel begibt sich auf seine Suche in 1502...
.....auch Miguel bleibt verschollen.
 
Giovanni Cataldo Parisio (1455 - 1517), ein sizilianischer Dichter und humanistischer Denker, auf persoenliche Empfehlung des Bischofs von Lamego in Portugal, im Jahr 1485 zum Hauslehrer der Erbprinzen des portugiesischen Koenigs berufen und angesehener Redner in aristokratischen Kreisen schwaermt ueber Gaspar poetisch:
Foge-me o talento e a eloquência, apodera-se de mim o terror, quando tento dizer os feitos de tão grande capitão 
 
Mir entfieht die Begabung und Redekunst, es befaellt mich Schaudern, wenn ich versuche, die Taten eines solch grossen Kapitaens zu erwaehnen
Corte-Real, diese Familie steht bei Koenig und Hofe im hoechsten Ansehen.
Nur ihr sind die Schluessel von Palast und Stadtmauern anvertraut.
Als treue Emissaere des Koenigs befuhren sie bereits die Kuesten Afrikas, schlugen sich treu und tapfer, wenn andere laengst feige die Flucht ergriffen hatten.
Der juengste Sohn will jetzt nach seinen Bruedern suchen.
Diesmal darf der letzte Corte-Real nicht auslaufen.....

Es gibt heute ernstzunehmende Hinweise ueber den Verbleib von Miguel.

Portugal im Freudentaumel !
 
Ein angesehener Wissenschaftler, glaubwuerdig weil selber kein Portugiese oder mit Portugiesen verwandt, dafuer bekommt er spaeter die hoechsten Ehrenorden Portugals an die Brust gehaengt, er war es, der erstmals ueberzeugend die Inschriften einem verschollenen Corte-Real, die Entdeckung der USA einem Portugiesen zuschrieb, es war

Edmund B. Delabarre (1863 - 1945)
 
und darum geht es: 

Raetselhafte Inschriften
auf dem Dighton Rock
im Taunton River
in Berkley, Massachusetts
in DIGHTON 
 
 Der Heinrich Schliemann Portugals
Arzt, Archaeologe, Inschriftenversteher
ist :

DR. Manuel Luciano da Silva
 
und es ist ihm sonnenklar,
wenn man den Stein mit indirektem Licht beleuchtet
hier steht´s:

 
sollte jetzt noch jemand gruebeln und an den hier offengelegten Beweisen zweifeln, der muss im link weiterlesen...alles auf easy englisch:
 


Der Stein ist inzwischen aus seinem Flussbett gehoben und ans Ufer verbracht worden, zu seinem Anbeten Schutz eine Kapelle Umhausung errichtetet, ein Parkgelaende drumherum gekauft und eingerichtet, und seither liegen sich die verantwortlichen Portugiesen mit Zaehnen und Krallen gegenseitig in den Haaren....
[typische Angewohnheit des lusitanischen Charakters- Anm.]

Noch eine Frage zum guten Schluss....

Wem gebuehrt die Ehre ?
Wem gehoert das  Land der USA ?

Na klar !
Wem sonst ?!
Eigentlich.....


Posted by Ralf at 3:13 PM BST
Updated: Friday, 29 June 2007 3:50 PM BST
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Friday, 25 May 2007
Portugiesin Maria Isilda & die US Flagge auf dem Mond (1969)

Welch ein Stolz fuer Portugal und Portugiesen !

Die amerikanische Raumfahrtbehoerde und zumindest alle Bewohner der USA  verdanken einer Portugiesin ein so ueberaus kostbares Utensil der Mondlandung

THE FLAG
weht stumm im Vakuum
Neil Armstrong salutiert
 
 
Es war einmal ein Maedchen aus Vagos 
Ihr Name lautete Maria Isilda Ribeiro und sie war im Jahr 1966 in die USA ausgewandert,
Maria Isilda lebte fortan in Cateret, New Jersey.
 
Maria Isilda fand Anstellung in der beruehmten Fahnenfabrik ANNIN
 
Sie arbeitete in der Abteilung Endkontrolle, vermutlich in der Musterabteilung.

Ab jetzt wird es nebuloes und raetselhaft....

Die Fa. ANNIN bemueht sich verstaendlicherweise sehr, den Amis beizubringen, wie man die Ware des Hauses als Kultgegenstand fuer Patriotismus und Gesetzestreue pflichtgemaess anwendet bzw. verehrt.

Die Flagge auf dem Mond wird auch als Produkt des Hauses erwaehnt.

Aber mit keinem Wort erfahren wir etwas ueber das bei der Herstellung dieses Unikats verwendete Gewebe oder Farben oder Verarbeitung.....
 
Zum Glueckgibt es aber den Manuel Mira  von der Historical Resaerch Foundation
Ihm verdanke ich uebrigens all meine Kenntnisse hierzu.....
 
Er behauptet, die Fahne sei aus Fiberglas hergestellt worden.
Und Maria Isilda habe sie bemalen muessen !
Maria habe demnach dieses Unikat auch "gemacht".
Sie waere somit gewissermassen die kuenstlerische Urheberin der Mondfahne.
 
Arme Maria ! Coitadinha !

Ob sich Maria wohl mit Glasfarben (verpulverisiertes farbiges Bleiglas in Oel) ausgekannt hat, mit Ausdehnungskoeffizienten (muss eingebrannt werden, bei unterschiedlicher Ausdehnung von Farbglaspulver mit dem Glasuntergund sprengt/splittert die Farbe ab) ganz zu schweigen von der korrekten Fuehrung der Siebdruckrake.
Es haette ja vielleicht Fachfirmen gegeben.
 
So ist Maria Isilda jedenfalls zum Stolz aller portugiesischen Patrioten geworden.

Und die Mondlandung zu einem glasfadenscheinigen Witz !

Posted by Ralf at 10:53 PM BST
Updated: Saturday, 26 May 2007 8:27 AM BST
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Thursday, 24 May 2007
Helft Maddie und denkt an Darfur.....


wie Joerg

und Idan 


Posted by Ralf at 9:42 AM BST
Updated: Thursday, 24 May 2007 3:51 PM BST
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Wednesday, 23 May 2007
Carl v. Linne und seine Pflanzen aus Portugal

Er wollte lieber Lindenbaum heissen

Carl v. Linné (1707 - 1778)


Bueste
im Eingang
Herbarium in Coimbra

 

TANTUS AMOR FLORUM !

 

Wie gut, dass Linné den Pehr Loefling hatte.

Der reiste nach Portugal und pflueckte fleissig in Portugals Gaerten und Aeckern, Hainen und Auen, am Wegesrand, an Fluessen und in Strandesnaehe.
Und fand tatsaechlich Pflanzen, die es nur in Portugal gibt !

Linné listete diese eigentuemlich portugiesischen Pflanzen ein.

 

Lista de espécies portuguesas descritas por Lineu:

Echium lusitanicum L., Sp. pl. 140 (1753)

Isatis lusitanica L., Sp. pl. 670 (1753)
= Isatis aleppica Scop.

Campanula lusitanica L., in Loefl., Iter Hispan. 111, 126 (1758)

Silene lusitanica L., Sp. pl. 416 (1753)
= Silene gallica L.

Drosera lusitanica L., Sp. pl. 282 (1753)
= Drosophyllum lusitanicum (L.) Link

Scilla lusitanica L., Syst. nat. ed. 12: 248
= Scilla ramburei Boiss.

Prunella lusitanica L., Sp. pl. 601 (1753)
= Cleonia lusitanica (L.) L.

Genista lusitanica L., Sp. pl. 711 (1753)
= Echinospartum lusitanicum (L.) Rothm.

Pinguicula lusitanica L., Sp. pl. 17 (1753)

Lavatera lusitanica L., Sp. pl. 691 (1753)
= Lavatera triloba L.

Ophioglossum lusitanicum L., Sp. pl. 1063 (1753)

Plantago lusitanica L., Sp. pl. ed. 2: 1667 (1763)
= Plantago lagopus L.

Polypodium lusitanicum L., Sp. pl. 1094 (1753)
= Davallia canariensis (L.) Sm.

Prunus lusitanica L., Sp. pl. 473 (1753)

Parietaria lusitanica L., Sp. pl. 1052 (1753)

 

Portugal hat mehr zu bieten als nur Golfrasen.....
aber weiss das und wer will das wissen ?

Carl v. Linné wurde vor 300 Jahren geboren.


Posted by Ralf at 7:47 PM BST
Updated: Wednesday, 23 May 2007 7:50 PM BST
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Tuesday, 22 May 2007
Bezahlte Ferientage fuer Arbeiter - Portugal 35 vs. USA 00

 

NO-VACATION NATION
Mai 2007
Rebecca Ray und John Schmitt
CPR
 
Regionale Gesetze wurden nicht beruecksichtigt.
Betriebsversammlungen, Streiks und Schlendrian ebenso nicht.
Andre Hammel in German Joy weiss Einzelheiten.

Oh, wie gut, dass die Portugiesen noch nicht bemerkt haben, wie frei, wie gluecklich und sozial abgesichert ihr kuenftiges Leben sein wird !

Oder wie sonst sieht die Zukunft aus ?
Schluss mit lustig .....

Posted by Ralf at 11:18 PM BST
Updated: Tuesday, 22 May 2007 11:22 PM BST
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EU Verfassung: Laecherliche Erklaerungen gegenueber Portugal

Verfassung der Europaeischen Union vom 29.10.2004

hier:
Protokolle und Erklaerungen zum Vertragswerk

abgedruckt in:
Schriftenreihe Band 474

herausgegeben von:
Thomas Laeufer

Fundstelle:
Seite 293 / 294

Text:

Abschnitt 6

Bestimmungen ueber die wirtschaftliche und industrielle Entwicklung Portugals

Die Mitgliedstaaten nehmen zur Kenntnis, dass die portugiesische Regierung die Verwirklichung einer Politik der Industralialisierung und der wirtschaftlichen Entwicklung mit dem Ziel verfolgt, den Lebensstandard in Portugal demjenigen der uebrigen Mitgliedstaaten anzugleichen, die Unterbeschaeftigung zu beseitigen und dabei schrittweise regionale Entwicklungsunterschiede auszugleichen.

Sie erkennen an, dass die Erreichung der Ziele dieser Politik in ihrem gemeinsamen Interesse liegt.

Sie kommen ueberein, zu diesem Zweck den Organen die Anwendung aller in der Verfassung vorgesehenen Mittel und Verfahren zu empfehlen, insbesondere eine angemessene Verwendung der zur Verwirklichung der Ziele der Union bestimmten Mittel der Union.

Die Mitgliedstaaten erkennen insbesondere an, dass im Fall der Anwendung der Artikel III-167 und III-168 der Verfassung die Ziele der wirtschaftlichen Entwicklung und der Hebung des Lebensstandards der Bevoelkerung zu beruecksichtigen sind.

 

Laecherlich und fadenscheinig !

Wozu dient eine solche "Kenntnisnahme" ?
Was denn jetzt: Bestimmung oder Kenntnisnahme ?

Die Regierung verfolgt ? Was verfolgt sie denn ? Welche Regierung ?
Hat Portugal keine Verfassung ?
Wie verfolgt sie ihre Ziel ?

Wer sind die uebrigen ? Was interessiert die Portugiesen, was die uebrigen haben und nicht haben ?
Unterbeschaeftigung ? Die Portugiesen schuften wie Sklaven !

Portugals Industrialisierung liegt im Interesse....von wem ?
Vielleicht im deutschen Interesse ?
Im englischen ? Im polnischen ?

Diese Empfehlung ist ein Befehl !
Warum bemerken das die Portugiesen denn nicht ?
Seit Methuen nichts gelernt ?

Verwirklichung der Union !
Aha !

Vonwegen das Wohlergehen der Portugiesen .......
Eine Industrialisierung funktioniert nicht mit solchen Vertraegen.
Nie & Nimmer

Armes Portugal, laesst Dich verschaukeln....... 


Posted by Ralf at 7:43 PM BST
Updated: Tuesday, 22 May 2007 8:04 PM BST
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Kuriose aber erfolgreiche Disziplinierung von Schuelern in einer Dorfschule in Mosambik
Susana ist Lehrerin und unterrichtet in Moçambique (Mosambik).

Jetzt, liebe Kinder, artig sein und aufpassen:

Stillgesessen !
 
Von solchen disziplinierten Kindern koennen die Erben der Antiautoritaeren Erziehung nur traeumen.

Susanne sagt OBRIGADA (Danke).
Hoffentlich melden sich Leser, die ihr und ihren Schuelern eine kleine Unterstuetztung senden .
 

susanamariaoliveira@gmail.com

via:
CORTA FITAS


Posted by Ralf at 4:37 PM BST
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Monday, 21 May 2007
Die Lusiaden von Luis de Camoes ( Inhaltsangabe )

I. Gesang (Canto I) 

Seit Menschengedenken haben die Goetter des Olymps ihren Lieblingen auf Erden von Zeit zu Zeit helfen muessen.
Manches mal sogar im Hades, in der Unterwelt.

Jupiter und Juno
beschuetzen die Erde

-Quelle-


Jedoch noch nie wagten es die Sterblichen, das Meer erobern zu wollen.
Darum sind heldenhafter als saemtliche bekannten Helden der Menschheit: die Portugiesen.
Die Portugiesen wollen das Meer erobern.

Es ist das weite Meer die letzte Staette der Erde, wo bislang der Herrschaftsanspruch der Goetter unangetastet blieb.
Der unvergleichliche Heldenmut der Portugiesen zwingt den Gott der Goetter Jupiter, saemtliche Goetter des Olymps zu einer Vollversammlung einzuberufen , Concílio dos Deuses, um darueber zu beraten, wie man den Portugiesen bei ihrem Unterfangen entgegentreten sollte.

Jupiter ist den Portugiesen wohlgesonnen, weil dieses kleine Volk wegen einzigartiger Grossleistungen und siegreicher ruhmesvoller Kaempfe gegen die Araber und Spanier seine ganz besondere Hochachtung geniesst.
Venus  sieht die Aehnlichkeit der tapferen Portugiesen mit ihrem eigenen Sohn, Aeneas, dem Gruender Roms und befuerwortet eine freundliche Beurteilung.
Bacchus, Gott des Weines und der Ausgelassenheit, (port.: Baco) fuerchtet den Hochmut der Portugiesen, wenn ihnen dergleich Unvergleichliches gelaenge, und sie die Herren der Weltmeere wuerden, und in Folge ihn und die Verehrung seiner Goettlichkeit vernachlaessigen.
Mars, der Kriegsgott, widerspricht, befuerwortet die Ansicht der Venus und des Jupiter und somit ergeht fuer die Portugiesen vonseiten der Goetter ein wohlwollender Beschluss....

Vasco da Gama und seine Flotte erreichen nach Umsegelung der Suedspitze Afrikas die Kueste der Insel Mosambik, um Nachschub und Trinkwasser zu fassen.
Einige Inselbewohner kommen neugierig an Bord.
Der Régulo, ihr Haeuptling, wird von Vasco da Gama empfangen.

Als dieser Haeuptling bemerkt, dass die Portugiesen Christen sind, sorgt Bacchus dafuer, dass in seinen Gedanken der Wunsch entflammt, die Portugiesen zu zerstoeren.
Vasco bemerkt den Hinterhalt nicht, der auf ihn wartet, und so muessen die Portugiesen wenig spaeter auf See kaempfen und heldenhaft besiegen sie die afrikanischen Angreifer.

Vasco nimmt einen einheimischen Lotsen und einige Gehilfen an Bord, weil die Afrikaner versprechen, die Portugiesen gut und sicher nach Norden zu fuehren.
Als die Flotte Quíloa [heute: Kilwa Kisiwani in Tansania Anm.] erreicht, und Vasco noch immer nicht erkennt, dass auch dieser Lotse vom boeswilligen Bacchus gesendet wurde, und in Quíloa ein Ueberfall auf die Portugiesen vorbereitet ist, greift Venus hoechstselbst in das Geschehen ein und laesst einen starken ablandigen Sturm entfachen, welcher die Flotte der Portugiesen von der Kueste fernhaelt.
Auch alle weiteren Versuche dieses Piloten werden von Venus vereitelt.

So erreichen die Portugiesen Mombasa in Kenia
Der Koenig dort weiss schon Bescheid, erwartet die Portugiesen, Bacchus hat ihm einen moerderischen Plan eingegeben......


II. Gesang  (Canto II)

Der Koenig von Mombasa oeffnet der portugiesischen Flotte scheinheilig seinen Hafen. Vasco, vorsichtshalber, schickt zwei portugiesische Haeftlinge an Land, um die Lage zu erkunden.
Die beiden werden zu einem Haus gefuehrt, wo Bacchus, als christlicher Priester verkleidet, schon auf sie wartet. Ein grosses Bild an der Wand zeigt Darstellungen von Jesus und den Aposteln.
Die Kundschafter berichten daraufhin Vasco, was sie gesehen haben und dieser, nichts boeses ahnend, gibt Befehl, in den Hafen einzulaufen.
Obwohl die Winde guenstig sind, bewegt sich die Flotte nicht voran.
Der verraeterische afrikanische Pilot und seine Gehilfen springen erschrocken ueber Bord, weil sie beginnen, sich vor Vasco und den magisch maechtigen Portugiesen zu fuerchten.

Vasco, der sich vielmals fuer den ihm gewaehrten Schutz bei Goettin Venus bedankt, bittet sie instaendig, den Portugiesen auch weiterhin gnaedig zu sein.
Venus, sichtlich geruehrt, begibt sich sogleich auf den Olymp, um bei Jupiter etwas mehr Schuetzenhilfe fuer die Portugiesen anzufordern.
Jupiter sieht die Notwendigkeit ein, den tapferen Helden Portugals etwas mehr Unterstuetzung zu senden und befiehlt dem Merkur, dafuer zu sorgen, dass die Portugiesen bei ihrem naechsten Halt in Melinde ein freundlicher Empfang erwartet, ehrlicher Rat und des dortigen Koenigs Freundschaft.
So geschieht es auch.
Die Bewohner von Melinde sind ohnehin naemlich auf ihre suedlichen Konkurrenten aus Mombasa gar nicht gut zu sprechen....

Der Koenig von Melinde [Malindi in Kenia Anm.] wird sogar von Vasco auf seinem Schiff empfangen.

Einschub:

Bis hierher hat Vasco es bereits geschafft
Wir schreiben den
15. April 1498

-Quelle

III. Gesang  (Canto III) und IV. Gesang (Canto IV)

Die Muse der Poesie, Kalliope, schafft es, von nun an den Lesern der Lusiaden, also uns allen, die persoenlichen Erlebnisse, die Gedanken und Plaene von Vasco da Gama direkt von ihm wissen zu lassen.
Vasco verspricht  uns Lesern, sich kurz zu fassen, obwohl die Grossleistungen des portugiesischen Volkes zahlreich, vielseitig und einmalig sind.

Angefangen bei den Roemern, die Portugal erobern moechten und Viriathus, der tapfere Portugiese, der sich heldenhaft den Roemern entgegenstellt.
Seither haben die Portugiesen und alle ihre Koenige, die der Reihe nach beschrieben werden, nichts als Ruhm und Ehre und Hochachtung verdient.

Auch die Episode von dem Alten in Restelo (Velho do Restelo), der in Restelo, also am Ablegerhafen Lissabons den mutig entschlossenen Seeleuten pessimistische Warnungen zugerufen hatte und die Portugiesen vor einer Expansion in fremde Laender warnt, wird erwaehnt.

Der Alte bezichtigt Vasco
des Gottesfrevels, des Hochmuts
und warnt vor dem Zorn der Goetter


V. Gesang (Canto V)

Vasco schildert dem Afrika Haeuptling wie seine Seereise bisher verlief:
Wie Sintra hinterm Horizont verschwand, und welche unbekannten Wetter ihn hinterm Aequator erwarteten, heftige ploetzliche Stuerme und Blitze, das schaurig gespenstische Feuer des São Telmo (Elmsfeuer) und die fuerchterlichen Meeresruessel (tromba maritima).

Sankt Helena, dort eine Zwischenpause eingelegt, schenkt Vasco einem Einheimischen reiche Geschenke, in dem Glauben, damit dessen Vertrauen erhalten zu haben. Als Fernão Veloso von Vasco an Land geschickt wird, um dort Besorgungen zu erledigen, greift eine feindlich gesinnte Horde den Portugiesen tueckisch an und Vasco muss seinem Landsmann eigenhaendig zu Hilfe eilen und kaempfen, wobei er sich eine Beinverletzung zuzieht.

Wieder zurueck an Bord spotten die Matrosen, es sei wohl leichter gewesen den Hang herabzurennen als hinauf zu gehen.
Fernão klaert seine Kamaraden auf, dass er deshalb vor den Wilden so eilig vorherrannte, um rechtzeitig an Bord zu kommen, um bei der Verteidigung der Schiffe dabeizusein.

Am Kap der Sturmesqualen, Cabo das Tormentas, macht Vasco Bekanntschaft mit dem allerfuerchterlichsten Seeungeheuer:

Adamastor
 
Vasco vernimmt die Vorhersagen des Giganten, kuemmert sich nicht drum, und segelt tapfer voller Heldenmut weiter .
 
Vasco schildert dem Koenig in Melinde, wie grauenvoll die Vitaminmangelerscheinung Skorbut seine treuen portugiesischen Matrosen dahinrafft.

Ach wie bloed nur, klagt Vasco dem Afrikaner sein Leid, dass seine portugiesischen Mitmenschen keine Ahnung von Poesie haben und nichts davon verstehen !
 
 
VI. Gesang (Canto VI)
 
Es wird ein rauschendes Abschiedsfest gegeben und los geht´s Richtung Indien !
Diesmal hat Vasco einen ehrlichen und sachkundigen Lotsen, den Melindano, an Bord.
Eigentlich kann nichts mehr schiefgehen....

Melindano fluestert Vasco ins Ohr
José Malhoa (1855 - 1933)
 
Bacchus wird inzwischen zusehends nervoeser, weil er den Portugiesen den nahen Triumpf nicht goennt und begibt sich eilig in die Tiefen des Meeres zu Neptun in dessen Glaspalast, um die Lage und sein Ansinnen zu erlaeutern.

Auf Befehl Neptuns ruft Triton saemtliche goettlichen  zu einem Konzil zusammen.
Wenn die Portugiesen ihr Vorhaben schaffen, werden in Zukunft die Portugiesen goettlich sein und zum Herrscher ueber die Meere aber alle richtigen Meeresgoetter unbedeutend.
Vor lauter Selbstmitleid beginnt Bacchus waehrend seinen Schilderungen laut zu flennen an und alle Zuhoerer, sogar Neptun, sind von Mitleid ergriffen.
Neptun befiehlt sogleich dem Windgott Eolos (Aiolos), den Portugiesen einen vernichtenden Sturmwind zu blasen.

Unterdessen halten die Portugiesen an Deck ihrer Schiffe  Nachtwache, nichts ahnend, und um nicht einzunicken, erzaehlen sich Seefahrergeschichten, unter anderem, wie die portugiesischen Doze da Inglaterra (die Zwoelf Englandfahrer) durch ritterlichen Heldenmut und Durchhaltevermoegen, ihren koeniglichen Auftrag zu Ende fuehrten und unsterblichen Ruhm empfingen.

Kaum nach Tagesanbruch bricht ein Sturm los, der den Matrosen keine Zeit und Moeglichkeit laesst, die Segel einzuholen oder auch nur zu reffen.
Die See ist vom Sand des Meeresgrundes aufgewuehlt, die Masten brechen, und die Portugiesen fuehlen ihr Ende gekommen...
Vasco bittet die Hilfe der Goetter herbei.

Venus erkennt sofort die Notlage ihrer Schuetzlinge und vermutet, dass es sich hierbei um eine weitere Sabotageaktion des Bacchus handelt.
Zum Glueck weiss Venus, was die Zornausbrueche der Winde beschwichtigen kann:

naturgeile Nymphen
umarmen die Winde
 
Die Sturmgewalten kommen zur Ruhe, der naechste Tag lichtet sich und Lotse Melindano zeigt auf die Kueste von Calecut [es ist  der 20.4. 1498 und sie sehen den Strand Kappad nahe Kozhikode Anm.] , die sich am Horizont abzeichnet.
Vasco spricht ein Dankgebet.
Der Gedanke an den eigentlichen Wert von Ruhm und Gloria stimmen ihn nachdenklich.
 
 
VII. Gesang (Canto VII)
 
Welch eine Ruhmestat doch ein Kreuzzug sein kann !
Moegen alle Staaten der Erde sich dem Vorbild Portugals anschliessen und die Unglaeubigen bekaempfen !
Schon nahen kleine Fischerboote und zeigen wo es nach der Stadt hinfuehrt, wo der Koenig Indiens residiert.
Bevor alle Portugiesen an Land gehen duerfen, muss ein zur Verbannung ohnehin Verurteilter, der João Martins, den Strand und die naehere Umgebung ausspaehen.
Zufaellig trifft er auf einen Araber, namens Monçaide, der perfektes portugiesisch spricht, weil er aus Kastilien stammt und sich maechtig wundert, einen Portugiesen zu sehen.
Monçaide laed den João kurz auf einen Sprung zu sich nach hause ein, man isst etwas gemeinsam und sie machen sich dann gemeinsam auf, zurueck zum Ankerplatz der portugiesischen Flotte.
Monçaide erzaehlt Vasco alles, was er ueber Indien weiss.

Wenig spaeter besuchen Vasco und die mitgereisten Adligen unter Begleitung des herbeigekommenen indischen Hofdieners Catual den Samorim in seinem Palast.


Waehrend im Palast die Audienz zugange ist, kehren Catual der Diener und Monçaide der Araber zurueck zum Schiff des Vasco, wo sie von Paulo da Gama an Bord gelassen werden.
In allen Einzelheiten will der Inder wissen, was die Figuerchen und Muster auf der Staatsflagge Portugals zu bedeuten haben.

Camões ruft die Nymphen an der heimatlichen Fluesse:
die Tágides vom Tejo in Lissabon und vom Mondego in Coimbra, wo er als Juengling studierte..... und klagt ueber all das Unbill, das ihm seither widerfahren ist.

Camões umschwaermt von lustvollen Tágides
Columbano Bordalo Pinheiro (1857 - 1929)
 
 
VIII. Gesang (Canto VIII) 
 
Paulo da Gama ist imernoch dabei, dem Inder Catual die Staatsflagge zu blasonieren und alle seine Fragen zu beantworten.
Catual wird er dem Samorim berichterstatten und dieser in dunkler Vorahnung, dass bald ganz Indien von Portugal auf ewige Zeit beherrscht und alle Inder vernichtet wuerden, laesst die Arúspices (Auspizien) ,seine Hellseher, Opfergaben darbringen.
 
Auch Bacchus ist noch lange nicht untaetig.
Diesmal erscheint er einem Araber, der sich als muslimischer Priester unter den Indern befindet, nachts im Traum und stachelt ihn an, gemeinsam mit seinen Landesgenossen gegen die Portugiesen zu rebellieren.
 
Vasco wuenscht indessen, sich mit dem Samorim zu verstaendigen, es kommt zu heftigen Diskussionen, aber schliesslich ordnet der Samorim an, Vasco moege zu seinem Schiff zurueckkehren, denn er sei nun gesonnen, orientalische Gewuerze gegen europaeische Waren einzutauschen.
 
Es ist der Diener Catual, der mittlerweile von Arabern bestochen, der alles unternimmt, damit der Handel nicht zustandekommt und fordert Vasco auf, mit seinem Schiff naeher an die Kueste zu kommen, damit er an Bord gehen koenne.
Tatsaechlich hat Catual im Sinn, die Flotte aus Portugal zu zerstoeren.
Vasco aber, schlau und misstrauisch, befolgt nicht diesen Vorschlag und wird prompt von Catual gefangen gehalten.
Allerdings befuerchtet er vom Samorim dafuer bestraft zu werden, dass das Handelsgeschaeft so lange dauert und darum bietet Catual dem Vasco folgenden deal an: Vasco darf an Bord zurueck, dafuer muss er aber die von ihm gewuenschten waren herausruecken.
Vasco bleibt keine andere Wahl als zuzustimmen.

Camões macht sich darob seine persoenlichen Gedanken ueber die sonderbare Macht von metal luzente e oiro (glaenzendes Metall und Gold)

 
IX. Gesang    (Canto IX) 
 
Zwei kaufmaennische Angestellte (feitores) werden von Vasco mit dem Auftrag an land geschickt, Ware fuer die Rueckfracht einzukaufen.
Die beiden werden kurzerhand verhaftet, weil die Araber Zeit gewinnen wollen, denn sie warten bereits auf Ankunft einer Kriegsflotte aus Mekka zu ihrer Unterstuetzung.
Von alledem erfaehrt Vasco durch Monçaide, dem portugiesisch sprechenden Araber, und versucht sofort, an Land die beiden aus dem Gefaengnis zu befreien, an Bord zu holen und in See zu stechen.
Weil der Plan misslingt, nimmt sich Vasco nun seinerseits Geiseln und gibt Befehl Segel zu setzen.
 
Jetzt lenkt der Samorim ein, laesst nicht nur die beiden Einkaeufer frei, sondern gibt die abgepressten Waren den Portugiesen zurueck.
Jetzt segelt Vasco da Gama wirklich los und zwar Richtung Heimat.

Venus beschliesst, ihren Lieblingen aus Portugal eine Verschnaufpause zu goennen und wendet sich deshalb an ihren Sohn Cupidus.
Dieser soll dafuer sorgen, dass die Nymphen alle sich auf einer einsamen lauschigen Insel versammeln und die Portugiesen dorthin gelangen.
Einfachheitshalber schafft Venus selber diese Insel, eine schwimmende Landschaft, eine Insel der Liebe, mit allem was Maennerherzen wuenschen.
Dort landen die porugiesischen Helden und trauen ihren Augen nicht:

Vasco da Gama auf der
ILHA DOS AMORES

Gemaelde von:
Vieira Portuense (1765 - 1805)

Ueberall nur bildhuebsche Frauengestalten. 

Typisch Weiber, jedoch, springen die Nymphen halbnackt vor den Portugiesen hin und her und wuenschen eingefangen und bezwungen werden.
Jeder Portugiese schafft auch diese goettliche Aufgabe mit Leichtigkeit.

Tétis (Thetis), bekanntlich die schoenste von allen und die ueber alle anderen Nymphen das Sagen hat, bleibt Vasco da Gama vorbehalten, den sie mit Wuerde und Anstand empfaengt.
Sie nimmt Vasco bei der Hand, entfuehrt ihn auf ihr Schloss und eroeffnet ihm, dass die Insel ein Wille und Geschenk des Schicksals sei, nichts anderes als die suessen Ehrungen, welche einem das Leben veredeln.

Moegen sich dessen stets diejenigen erinnern, die sich einen unsterblichen Namen machen moechten.

 

X. Gesang  (Canto X)

Thetis gibt den portugiesischen Seefahrern ein Festbankett .
Eine Nymphe ergreift das Wort und beginnt, den Anwesenden vorherzusagen, welche Grosstaten die Portugiesen in Zukunft vollbringen wuerden....

Camões muss die Nymphe unterbrechen, um nocheinmal die Kalliope zu beschwoeren.

Jetzt kann die Nymphe mit ihrer weissagenden Aufzaehlung portugiesischer Herrscher ueber Indien fortfahren.

Thetis ihrerseits fuehrt Vasco hinaus auf einen Berg, von wo sie ihm das gesamte Universum zeigen kann und alle die vielen Orte ueberall auf der Welt, wo in Zukunft Portugiesen die groessten Grosstaten vollbringen werden.
Sie vergisst auch nicht das Maertyrium des Hl. Tomé (Apostel Thomas) zu erwaehnen und auf den Schiffbruch, den Camões erleiden wird.

Schliesslich verabschiedet Thetis alle Portugiesen, die mit guenstigen Winden alsbald die geliebte Heimat erreichen und stolz in die Muendung des Flusses Tejo einfahren.

Oh moege Koenig Sebastian sich wuerdig erweisen und welch herrliche Ruhmestaten doch fuer Portugal die Portugiesen erwarten.

...
ENDE

 

Sarkophag von Luís Vaz de Camões
in Kirche Santa Maria de Belém (Bethlehem)
Quelle
 
 
Almeida Garrett: 
 
"Der Italiener (Dante) besass Glauben an Gott
Der Deutsche (Goethe) glaubte dem Zweifel
Der Portugiese glaubte an seine Nation"

(Viagens na Minha Terra)

 

 

_________

Mein Leitfaden (.pt)
bei Erstellung dieser Inhaltsangabe


Posted by Ralf at 12:22 PM BST
Updated: Thursday, 24 May 2007 10:14 PM BST
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Saturday, 19 May 2007
Kommunistische Propaganda in Portugal mit einer Toten. Der Tod von Catarina Eufemia 1954

Das Landleben im Alentejo des Jahres 1954 war fuer einen Portugiesen ebenso primitiv wie fuer einen Mujik Russlands im Jahr 1917.
Leichte Beute fuer kommunistische Demagogen.

Die von Russland gelenkten Aufruehrer traeumen von Idealen, die sie in Russland gelernt haben und wie wir sie in unseren Tagen in Zimbabwe erleben.

Was fehlt ist eine Ikone, ein oder eine Maertyrerin.
Freude bei den portugiesischen Politstrategen der Anti-faschisten !
Ein "glueckliches" Ereignis:

19.5.1954

Gedenkstatue
Catarina Efigénia Sabino Eufémia (1928 - 1954)
-Quelle

Catarina war eine typische Jornaleira (Tageloehnerin) in Baleizão

Als solche arbeitete Catarina als Ceifeira (Schnitterin)

Arbeitstracht einer Ceifeira im Alentejo
-Quelle Obrigado Carlos Cardoso !- 

An jenem verhaengnisvollen Tag 1954 befand sich Catarina gemeinsam mit ihrem Mann bei der Arbeit auf einem Feld, an welchem eine Hauptstrasse entlangfuehrte.
Zwischen Feld und Strasse erhob sich ein Strassenwall, mit Buschwerk bewachsen, welcher die freie Sicht auf die Strasse behinderte.
Dort ploetzlich ein Tumult und Laerm.
Eine Streife der GNR (Guarda Nacional Republicana - Republikanische Nationalwache) in einem Fahrzeug hatte angehalten, um eine Gruppe von Demonstranten zu ueberpruefen.
Die Demonstranten waren auf dem Weg zu einem anderen Feld, wo Saisonarbeiter aus den noerdlich gelegenen Beiras Gebieten  arbeiteten, die gewoehnlich noch geringeren Lohn erhielten als die ansaessigen Arbeiter.
Diese "Fremdarbeiter" nannte man abfaellig die ratinhos (Maeuschen).

Catarina neugierig geworden laeuft zur Strassenseite und hat soeben die Strassenboeschung erklommen, genau in diesem Moment steigt tenente (Oberleutnant) Carrajola aus dem Gelaendewagen, seine Schnellfeuerwaffe im Anschlag, Schuesse loesen sich und treffen toedlich die junge Frau.

Selbstverstaendlich uebernimmt die GNR den Kaufpreis der Grabstaette auf dem Friedhof von Quintos und die Beerdigungskosten sowie fortan die Unterhaltskosten ihrer beiden Soehne.

20 Jahre spaeter wird man ihre Knochen ausgraben, um diese feierlich in einer grossangelegten Politschau auf den Friedhof von Baleizão zu ueberfuehren.

Kein traenenruehrendes Maerchen, keine Mitleid erheischende Floskel haben die pietaetlosen Propaganda Strategen der Kommunisten Portugals seither ausgespart, um aus der Tragoedie von Catarina Eufémia ihren eigenen Honig zu saugen.

Schwanger soll Catarina gewesen sein, ein Kleinkind auf dem Arm tragend, vor ihrem Ausbeuter um eine Erhoehung ihres Hungerlohnes um 2 "Pfennige" bettelnd, tapfere Anfuehrerin der Kommunistischen Partei, naechtliche Botschafterin ihrer Parteigenossen, wehrlos waehrend eines Streikes und Carrajola ihr Moerder, der ein Maschinengewehr gegen sie richtete und ihr brutal kaltherzig wie von der Regierung befohlen eine Salve in den Koerper schoss.....


Gedichte wurden gedichtet, Lieder wurden gesungen.....doch die Hinterbliebenen sahen von den Einnahmen nichts.....zahlreiche Strassen, Schulen, Plaetze tragen noch heute ihren Namen.

Die GNR hatte zuvor und hat spaeter im Verlauf von Demonstrationen tatsaechlich einige Demonstranten, die fuer die Interessen der kommunistische Partei kaempften, getoetet.
Diese Opfer von Polizeigewalt bzw. deren Hinterbliebenen erhielten keinen Schadensersatz von staatlicher Stelle.
Wer haftet fuer diese Opfer ?

Eigentlich haetten diese nichtsahnenden treuglaeubigen Anhaengern auf das Praedikat und die Ehre Maertyrer geworden zu sein fuer die Partei einen hoeheren Anspruch als Catarina.
Catarina war mitnichten Anhaengerin der Kommunisten !

Aber was interessiert die Wahrheit jemanden, der in Portugal eine stalinistische Diktatur errichten und selbst zum Stalin Portugals avancieren moechte ?

Alvaro Cunhal (1913 - 2005):

"A Catarina morreu como deve saber morrer um membro do Partido Comunista, lutando pelos direitos das massas trabalhadoras" 

Catarina starb wie ein Mitglied der kommunistischen Partei wissen muss zu sterben im Kampf fuer die Rechte der arbeitenden Massen

 

Jetzt ballt sich sogar mir die Faust ! 


Posted by Ralf at 5:35 PM BST
Updated: Sunday, 20 May 2007 8:03 PM BST
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Friday, 18 May 2007
Kommentar und Kritik ueber die Vereinigung der Orthodoxen Kirchen Russlands (Priester Alexei Staritsin)

Dies war die Meldung bei Radio Vatikan:

Die russisch-orthodoxe Kirche innerhalb Russlands und ihr nach der kommunistischen Revolution im Ausland gegründeter Flügel haben sich nach 80 Jahren wiedervereinigt. Der Patriarch von Moskau, Alexei II. (aka: S.S. Alexej II.) und das Oberhaupt der Auslandskirche, Metropolitan Lawr (aka: Laurus v Lvr), unterzeichneten heute Morgen in der russischen Hauptstadt in einer im Fernsehen übertragenen Zeremonie eine entsprechende Vereinbarung. Präsident Wladimir Putin, der an den Feierlichkeiten in der Christ-Erlöser-Kathedrale teilnahm, würdigte die Wiedervereinigung als "wichtigste Bedingung, um die verlorene Einheit der gesamten russischen Welt wiederherzustellen".
Radio Vatikan

 ECCLESIA Brasil

Ich moechte meinen Lesern hier und jetzt eine Uebersetzung anbieten zweier Kommentare, welche in dem Blog des bekannten und von mir sehr geschaetzten portugiesischen Journalisten José Milhazes , der Doyen der Russlandkenner Portugals in Moskau, der orthodoxe Priester Alexei Staritsin hinterlassen hat.

Uebersetzung (I. Teil) :

Die Kommunisten und ihre Unterdrueckungs Organe, namentlich die Tcheka (das sind NKVD, KGB, FSB),  wurden noch zu Zeiten des Patriarchen Tikhon in seiner pastoralen Mitteilung vom 19.12.1918 anathemasiert, indem er sie die Henker der Menschheit nannte.

Die erstmalige Versammlung der Hohen Verwaltung der Russischen Kirche ausserhalb der Grenzen Russland fand am 6.11.1920 in Konstantinopel statt.

Am 9.6.1921 wurde die Versammlung  der Hohen Verwaltung in der Stadt Sremski Karlovtsy abgehalten, im damaligen Koenigreich Serbien-Kroatien-Slovenien.

Am 13.9. 1922 hat das Konzil der Bischoefe im Ausland, einvernehmlich mit den Beschluessen des Patriarchs Tikhon [ aka Tichon Anm.] die Hohe Verwaltung der Russischen Kirche ausserhalb der Grenzen aufgeloest und die Synode der Bischoefe der Orthodoxen Kirche Russlands im Ausland ( IORE) gegruendet [aka ROKA Anm.]

Das Patriarchat von Moskau ist eine Frucht des sowjetischen Regims und viele seiner Bischoefe gehoeren (und ohne irgendeinen Zweifel gehoeren) zu dem KGB/FSB.
Das Patriarchat von Moskau benoetigt die Orthodoxe Russische Kirche im Ausland, um ihre Legitimitaet bestaetigt zu sehen, die sie nicht besitzt von Anerkennung oder Nicht-Anerkennung vonseiten anderer Kirchen abhaengig ist, sondern nur von den kanonischen Gesetzen und der rechtmaessigen apostolischen Kontinuitaet.

Das Patriarchat von Moskau wurde ideologisch geboren nach der Erklaerung des Metropoliten Sergui Stragorotski in 1927, jedoch begann "rechtmaessig" erst zu existieren, nachdem Stalin einen Bewilligungsbefehl am 4.9.1943 erlassen hatte, wobei der NKVD die Organisation innerhalb der Zweiwochenfrist nach diesem "Konzil" uebernahm, in welchem der Metropolit Sergui zu einem Patriarchen erklaert wurde.
Das Patriarchat von Moskau wurde von Stalin geschaffen in diesem "Konzil" bestehend aus einem Grueppchen von drei Renegaten der Kirche, welche dem Sowjet Regime ergeben waren:
der Metropolit Sergui Stragorotski
der Metropolit Alexei Simanski
der Metropolit Nikolai Iaruchevitch.


Diese Gruppe wuchs wie man gemeinhin sagt wie Pilze nach dem Regen und erreichte eine weltweite Groessenordnung.
Das Patriarchat von Moskau ist ein nicht rechtmaessiger Sohn, geboren aus einer nicht rechtmaessigen Verbindung zwischen dem Patriarch Sergui und dem Diktator Atheist Stalin, der es zu Propagandazwecken benutzte.

Ich zitiere jetzt einen Brief von Konstatin Preobrajenski, ehemaliger KGB Agent und momentan als Fluechtling in den USA lebend, an den Priester Viktor Potapov, einer derjenigen Priester, die aus Einfaeltigkeit oder Absicht den Verrat an der IORE gewaehlt hatten, indem er seinen Kirchensprengel de Patriarchat von Moskau anbot, oder bessergesagt, der Zweigstelle des KGB/FSB.

Eine uebermaessige Annaeherung an Sowjetrussland hat noch nie die Orthodoxen, die in den USA leben, Gluecksgefuehle beschert.

Tatsaechlich ist ein Geschenk schwer vorstellbar fuer die Anhaenger der Union IORE, unwillkommener als eine Vereinigung mit der "Roten Kirche".
Es ist naemlich so, dass wir uns mit dem KGB vereinen, nicht nur als Geheimdienst, woran wir schon gewoehnt sind, sondern auch mit einer Moerderbande, Tatsache, die selbst die offiziellen amerikanischen Vertreter mit grossem Argwohn betrachten.

Der Zeitpunkt ist nicht der beste.
In letzter Zeit  haben die Geheimdienste Putins eine Serie von politischen Morden und Atentaten ausgefuehrt, inbesondere in London und Washington.
Vielen Gemeindemitglieder bleibt der Zweifel:
Wird es sich denn wirklich der Muehe lohnen, dass wir uns mit einem derart gefaehrlichen Land vereinen ?

Um die Wahrhheit zu sagen, unter Ihren Bekannten [des José Milhazes Anm.] befindet sich eine Person, welcher der Titel "Agente des KGB" passt wie ein Handschuh. Es handelt sich um den Patriarchen Alexei Ridiguer.
Warum nur nehmen Sie nicht von ihm Abstand mit Abscheu ?
Ich bitte Sie darum !
Er ist Ihrer Freundschaft nicht wuerdig.
Er wird Sie bei erstbester Gelegenheit hintergehen.

Viel besser ist, dass wir zwei zum amerikanischen Kongress gehen und einen Bericht vorlegen darueber, wie dier KGB sich in die USA einschleicht unter dem Deckmantel eines Patriarchats von Moskau.
Ich glaube, dass wir viel zu erzaehlen haben.

Mit was, schlussendlich, "wiedervereint" sich die Orthodoxe Kirche Russlands im Ausland - mit dem Patriarchat von Moskau oder mit Putin ?

Mit Putin, genau it ihm, der Hauptfigur des Weltreiches des KGB, den er geformt hat.
Dann sollten wir auch feststellen, dass diese Operation nicht von der Kirche ausgeht, sondern von dem Staat und eine strategische Operation ist.
Wir sollten begreifen, dass das Patriarchat von Moskau hier eine Rolle spielt, die des "Rauchschleiers", was sie immer gespielt hat fuer die Sowjetmacht.

Uebrigens die russische Seite selbst anerkennt das, manchmal unabsichtlich.
Beispielsweise hat die "Union Orthodoxer Buerger" nach einer meiner Veroeffentlichungen angeklagt, die strategischen Interessen Russlands zu untergraben, obschon diese Interessen ueberhaupt nicht Sache der Kirche ist. Nach deren Logik haette ich nur meine eigenen Interessen staerken wollen. Zumal ich ein amerikansicher Buerger sei, wie das sich verhalten wuerde mit meinem Patriotismus ?

Wir koennen also feststellen, dass die Bischoefe, Priester und Laien Verraeter sind an der Orthodoxen Kirche Russlands im Ausland, sich unterworfen haben dem Patriarchat von Moskau, das selbst keine Reue zeigt, und schon laengst keine Mitglieder der IORE sind.

Die altehrwuerdige Orthodoxe Kirche Russlands im Ausland wird weiterhin bestehen und fuer die Wahrheit Zeugnis ablegen bis sich die Verantwortlichen des Patriarchats von Moskau fuer ihre willkuerlichen Vorgehnsweisen von damals und heute in Reue zeigen.

Eine Sache ist gewiss:
Die aktuelle Unterzeichnung der Akte einer Kanonischen Union wird die Reue des Patriarchats von Moskau nur noch laenger zeitlich hinausschieben, und sei es bis zum Juengsten Tag.
Es ist schade.

Wir koennen nunmehr die Geheimdienste beglueckwuenschen fuer den Sieg ueber die "Weisse Kirche", obschon es nicht ein endgueltiger Sieg ist, weil sie eben nicht jeden kaufen koennen und nicht jeden zu taeuschen vermoegen.

(A. Stáritsin)

 

Uebersetzung (II. Teil)

Was bedeutet das speziell zum Beispiel fuer Portugal ?
Ein Pfarrbezirk des Patriarchats von Moskau ist gleichzeitig ein neuer Ort zur Einflussnahme, wo der Bischof, der Priester und die Laien, bewusst oder ahnungslos, eingbunden werden in eine Taetigkeit, die nichts mit den Zielen einer christlichen Pfarre zu schaffen haben.
Muss man noch die Art von Taetigkeit naeher beschreiben ?
Nacdem die Eingliederung einer Pfarrbezirke der IORE in das Patriarchat von Moskau, das mit dem Geheimdienst verbunden ist, abgeschlossen sein wird, erhoeht sich die Anzahl der "Informationszentren" und der Informanten beachtlich.
In Russland und in verschiedenen Laendern, wo es eine russische Diaspora gibt, reden die unabhaengigen Quellen schon seit langem  darueber.
Wer demnach sich zugunsten einer Vereinigung mit dieser para-kirchlichen Organisation ausspricht, die eigentlich sowjetisch ist, (wobei sie eine grosse Bandbreite hat) sind entweder ahnungslos oder zerstoeren bewusst die Kirche.
Ich haette es sehr gern, wenn diese Reue zeigen und zurueckkehren wuerden, von dem Schisma des Patriarchs von Moskau, zurueck zu der Kirche, die schon immer existierte.
Die Orthodoxe Kirche Russland im Ausland hat sich niemals mit solcherlei Taetigkeit abgegeben, sondern sich nur mit rein pastoralen Angelegenheiten befasst.
Sie war auch nie mit irgendwelchen staatlichen Einrichtungen von irgendwelchen Laendern verbunden.
Nunmehr, nach der Union mit dem Patriarchat von Moskau, ein Teil der IORE wird sich juristisch zu einem Teil ihrer wandeln, oder anders gesagt, nicht mal zu einem Teil, sondern selbst zu einem Patrirchat von Moskau werden mit seinen Pfarrbezirken ausserhalb der Russischen Foederation und somit zu einer Staatseinrichtung Russlands.
Unsere Gemeinde bleibt in der Orthodoxen Kirche im Auslan, jedoch was uns betrifft und die Bischoefe der ehemaligen IORE, wir werden eine Unterwerfung unter das Patriarchat von Moskau keineswegs hinnehmen.

(Priester Alexei S.) 

 

Messfeier
Heilige Drei Gelehrte
Aufnahme vom 11.2.2007 (8:55)
PARIS


Saint Trois Docteurs
Hochgeladen von orthodoxie

Posted by Ralf at 5:20 PM BST
Updated: Sunday, 20 May 2007 12:50 PM BST
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