Gedanken ueber Sinn und Zweck der Menschlichkeit
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Saturday, 4 November 2006
Was man ueber Gustave Eiffel wissen sollte (und seine Bruecke Maria Pia in Porto)

Es war einmal ein Sakristan im schoenen Eifelstaedtchen Marmagen und hiess Leo Heinrich Boenikhausen.

Willi, sein Sohn, wanderte aus- er wollte lieber Foerster sein im fernen franzoesischen Dijon.
Aber welch ein unausprechlicher teutonischer Name heftete ihm an !
Drum nannte er sich fortan, Eiffel, mit 2 F, weil man Eiffel damals so schrieb und er von daher stammte !

1836 kam dann Gustave auf die Welt, worauf die Eifeler in der Gemeinde Nettersheim noch heute maechtig stolz sind.

Der Gustave  hatte bald eine Firma und einen guten Ruf als Brueckenbauer.
Drum bewarb er sich, als in Porto eine Eisenbahnbruecke gebaut werden sollte.

Es musste die damals laengste Stahlfachwerksbogenbruecke der Welt gebaut werden, weil Fliessgeschwindigkeit und Sandgehalt des Wassers die Errichtung von Flusspfeilern unmoeglich machten.

Anmerkung:
Solcherlei Bedenken und Vorsorge werden in unseren heutigen Tagen in Portugal nicht mehr angestellt.
Stuerzt wegen Treibsandschaeden an Pfeilern eine Bruecke ein und verlieren dutzende Opfer ihr Leben, dann urteilen die karrierebewussten Richter immer, dass es goettlicher Wille war, also eine Naturkatastrophe ....und die Hinterbiebenen zum Schmerz auch die finanziellen Verluste tragen duerfen....

Wir befinden unsaber jetzt in den 70er Jahren des 19.Jahrhunderts:

Obrigado:  Avenida dos Aliados


Wir sehen da unten eine kleine Bruecke zwischen Gaia (rechts) und Porto (links), das ist die Bruecke Pensil, 1843 von einer franzoesischen Firma errichtet.
(Die Englaender hatten nach den napoleonischen Kriegen wie auch sonst kein weiteres Interesse an der Entwicklung Portugals !)

Hinten im Bild, hinter der Flussbiegung, soll die neue Eisenbahnbruecke entstehen.

Eiffels Vorschlag war nicht nur schoener, als alle anderen, sondern auch wesentlich und zwar etwa 40 % (!) billiger:

Quelle

War die Brueckenzeichnung "sein Entwurf" ?
Nein !
Nachweislich stammte der Entwurf (und die komplizierten statischen Berechnungen) von seinem deutsch-belgischen Mitarbeiter Theophile Seyrig (1843 - 1923)

Eine neuentdeckte (1864 von Maxwell) Berechnungsformel hatte Seyrig entweder gleichfalls selber herausgefunden oder von Maxwell mit Verstand und Begriff abgeschrieben.
 
Eiffel hat wohl den Plan seines Mitarbeiters nur noch unterschreiben muessen und konnte sich fernab der Baustelle, in dem netten Dorf Barcelos, bekannt fuer den Portugal-Hahn und das portugiesische (es gibt auch ein spanisches) Haehnchenwunder, fuer zwei Jahre (1875 - 1877) gemuetlich einquartieren.

Den Nachfolgeauftrag, die heutzutage allein fuer Porto bekannte Bruecke D. Luis I., bekam Eiffel nicht !
Seyrig wollte nicht laenger Aschenputtel spielen- was ich ihm nachempfinden kann- und hatte sich von Eiffel getrennt und war sein hierbei erfolgreicher Konkurrent geworden in Diensten einer Firma namens Willebroeck.
Ponte Dom Luis I. wurde spaeter von 1881-1886 erbaut.

Oben faehrt jetzt die Metro entlang
Wohlgemerkt: Das wurde Bruecke D. Luis I., welche die kleine Bruecke oben im Bild ersetzte

Eiffel musste indes nicht Hunger leiden.
Portugal gab ihm andere, insgesamt 32 Brueckenprojekte zum Bau.

Das Brueckenprojekt  Maria Pia war indes ein wirklich kolossales Unterfangen:
1. 600 tonnen Stahl mussten ja erstmal nach Portugal geschafft werden.
150 Arbeiter mussten unterwiesen werden.
Man hatte nur 22 Monate Zeit.
Wollen wir auch an einige andere beteiligte Ingenieure erinnern:
H. Dion, Emile Noguier, J. Compagnon

Wohlgemerkt: Das ist Bruecke Maria Pia !

Heute, am 4. 11. 1877 wurde die Bruecke fertig und durch Hoheit D. Luis, Koenig von Portugal, und seiner Ehefrau Maria Pia mit Pomp & Getoese auf den Namen der Dame (port: Donna oder Dª) getauft.

Was aus der Bruecke geworden ist ?
Ein Spielplatz fuer Mutproben und weithin bekannter zumeist jugendlicher Ersteiger.
Eine Bruecke, wo die Sicherheitsfrage mit der Einfuehrung eines Systems "Standarten-Pilot" (Bastao-piloto) geregelt wurde....nur  wenn der Lokfuehrer, in Portugal auch Pilot genannt, diese Standarte in der Hand hielt, durfte er seinen Zug ueber die Bruecke fahren.....

Heute faehrt kein Zug mehr ueber sie hinweg....sie rostet vor sich hin.
Die Portugiesen hoffen vermutlich auf ein Geldwunder.
Abriss, Renovierung...nichts will man..Augen zu und abwarten
(Ersatzweise : moeglichst ein schreckliches Unglueck, damit irgendein Finanztopf Europas abgegriffen werden kann)
Sicherheitsueberwachungen gibt es naemlich deshalb(?) auch schon lange nicht mehr.
 
Und Gustave ?
Hat gleichfalls seinen naechsten Mitarbeiter , den Maurice Koechlin (1856 - 1946)   um den Ruhm betrogen:
Der Eiffelturm war NICHT die Idee von Monsieur Eiffel...

Weil ich etwas gegen Finanzbetrueger habe, und Eiffel in der Skandalgeschichte des Panamakanals sich als solcher besonders kriminell hervorgetan hat, habe ich fuer diesen Herrn Eiffel keinerlei Respekt, vielmehr abgrundtiefe Verachtung.

Ehre nur wem Ehre gebuehrt !

Posted by Ralf at 11:44 PM GMT
Updated: Sunday, 5 November 2006 10:38 AM GMT
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Friday, 3 November 2006
Zanfona & Gesang - Musik aus Galicien/Nordportugal
Wie eine Drehleier klingt und wie man sie bedient weiss man nur, wenn man in Koeln wohnt und an einem Drehleierkurs teilgenommen hat.

In Nordportugal/Galicien -eigentlich eine zusammengehoerende Volksgruppe, wenn es nicht die Abspaltung der Grafschaft Portugal gegeben haette- gehoert die Drehleier, hier Zanfona genannt, zur Volksmusik.

Zanfona Spieler
(aus: Ciberirmandade)

 
German Diaz: 
 
 
Wie das Land
So die Musik
 
(Achtung: Sanfona ist was anderes: eine Ziehharmonika) 

Posted by Ralf at 3:36 PM GMT
Updated: Saturday, 28 July 2007 7:08 PM BST
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Wednesday, 1 November 2006
Erinnerung an das Erdbeben 1755 in Lissabon
Ein Erdbeben zerstoert Lissabon an einem Samstagmorgen, Tag der Allerheiligen:

Das Erdbeben von Lissabon zerstoert insbesondere die "Unterstadt" (port: Baixa), jenen Stadtteil an den flachen Uferzonen des Flusses Tejo, der indes breit und weit ist wie ein Haff, und welcher auf Schwemmland gebaut ist.

Man muss sich Alt-Lissabon vorstellen wie eine arabische Bilderbuchstadt mit verwinkelten Gassen und Gaengen, mit stinkenden Abwaessern allenthalben und schummrigem Tageslicht zwischen altverfallenen Mauern.

Stadtplan Lissabons vor 1755

Entwurf Neubau von Eugenio dos Santos
 
Einzig das Hurenviertel Lissabons (rechtsliegend die Alfama) ist nicht zerstoert.
Die Priester haben sogleich kuriose  Erklaerungen parat.
Nur ein Staatssekretaer , Sebastião José de Carvalho e Mello, findet heraus, dass der Grund hierfuer in der Verwendung von Holzbalken im Grundgeruest der Gebaeudekonstruktionen zu suchen ist.
Die Huren in ihren billigen Holzbarracken hatten besser gebaut.

15 Jahre spaeter wird jener Staatssekretaer zum Markgrafen (Marques) nobilitiert und erlangt seine Beruehmtheit unter seinem Titel: Marques de Pombal

Wenngleich ich Pombal den 1.Herkules im Staate Portugal nennen moechte, und er der geistige Vater des Neuaufbaus Lissabons ist, weil es eben kein Wieder-aufbau war, moechte ich an dieser Stelle einmal an die anderen Baumeister erinnern, welche den Neubau Portugals in die Tat umsetzten.
 

Manuel da Maia (Erster Baumeister des Koenigreiches Portugal)

Manuel da Maia hatte profunde Kenntnisse ueber den Bau von Kanalnetzen und die Bewirtschaftung von Wasser.
In Neu-Lissabon wurden jetzt erstmals systematisch Kanaele angelegt.
Und Steinplatten statt Erdboden findet man auf Strassen & Wegen sogar in Geschaeften auf den Fussboeden muessen jetzt Steinplatten verlegt werden.

Die Eigentuemer der ehemaligen eingestuerzten Haeuser werden entschaedigt.
Die Eigentuemer der Neubauten muessen sich exakt an die Bauvorschriften halten, individuelle Sonderwuensche gibt es nicht.

Eugenio dos Santos, ("Leiter der Bauaufsicht"),
dessen Vater schon ein "Meister des Risikos" (mestre do risco) war.
 

Carlos Mardel (ungarischer "Baustatiker")

Mardel hatte in seinen Lehrjahren in Holland die Kunst der Bauweise mit Holzbalken fuer Fundamente und Statik von Gebaeuden erlernt (aehnlich der Fachwerkbauweise)
Mardel ist verantwortlich dafuer, dass man als Fundament in die Boeden ein Pfahlwerk aus Stieleichen- und Steineichen-Staemmen rammte.

Ludovico (deutscher Barockbaumeister)

Ludovico war fuer die Schoenheit, das Mass, den Goldenen Schnitt der neuen Bauprojekte verantwortlich.

Schnoerkel manirierte Manuelik war vorbei.
Jetzt wurde nach Vernunft als Gesetz und mit Schonheit als Zierde gebaut.
Der neue Baustil erhaelt den gebuehrenden Namen:

Pombalino
Der Pombalismus ist die Zeit der Aufklaerung in Portugal.

Erdbebensicheres Bauen sah folgendermassen aus:

 
Pombal liess also  Fachwerkhaeuser bauen.
Schnell, praktisch, erdbebensicher,  Pferdegetrampel getestet: gut.

GAIOLA (Vogelkaefig)-Technik
obrigado: OBVIOUS

Pombal erliess neue Strafgesetze fuer Pluenderungen.
Zur Finanzierung der neuen Polizeibehoerde erhob er eine Steuer von 4 %.
Mieten und Preise fuer Baumaterialien wurden festgelgt und kontrolliert.
Landflucht wurde verboten.

Portugal waere beinahe ein hochmodernes Land geworden.
Doch hatte Pombal die Rechnung ohne den langen Arm der Kirche gemacht.

Gravur, England, 1756
Koenig Luis I. von Portugal -rechts- fragt einen anglikanischen Priester -links- nach der Ursache des Erdbebens
Der Priester zeigt auf eine Autodafe  und sagt:
"Wer Menschen verbrennt provoziert den Goettlichen Zorn"

(Obrigado Nuno Guerreiro)

Ich empfehle meinen werten Lesern einen Besuch des Blogs von Nuno Guerreiro RUA DA JUDIARIA.
Die Uebersetzungsfunktion ins englische klappt zufriedenstellend.
Nunos Beitraege, wie hier ueber das Erdbeben Lissabons aus Sicht der juedischen Mitmenschen, sind schlichtweg lesens- und bedenkenswert.


Und auf seine Portugiesen war auch kein Verlass:
Pombal gilt noch heute -wie koennte es auch anders sein- als "umstritten"...

Die guten Architekten Portugals heutzutage...?... arbeiten sowieso im Ausland.

Die im Land verblieben, krallen sich und kleben fest an den Honigtoepfen der Politik, des Fussballs... sind wahre Meister im Integrieren, Erheischen von Enteignungsrechten von oeffentlichen oder privaten Filetgrundstuecken, schreren sich nie um ihre finanziellen Fehlplanungen, lassen sich vom Staat vorsorglich jegliche Haftung schriftlich ausschliessen, ihre eigenen hochgelobten Leistungen sind die Abschaffung von Blumenbeeten, das Zuplanieren wunderschoenen port. Kopfsteinpflaster s, einzigartige Mosaiken, Sitzbaenke fehlen, Spielflaechen fuer Kinder und vormals elegante Kuestenpromenaden werden zu oeden Beton & Asphalt- rennwege, wo keine Pflanze die Eintoenigkeit stoert.

Was heisst eigentlich "Marques de Pombal" auf deutsch ?
"Markgraf vom Taubenhaus"
 
Welch ein hintergruendiger Titel.....
 
-------------

Bildnachweis (mit vielen weiteren Ansichten des Erdbebens):
Earthquake Engeneering Online Archive
 
Augenzeuge berichtet in Pfennig Magazin von 1833  
 
 
Kleists Erdbeben in Chili (Theodizee Diskussion nach dem Erdbeben in Lissabon) von Tobias Bott - Danke !


Posted by Ralf at 4:02 PM GMT
Updated: Tuesday, 17 April 2007 1:45 PM BST
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Tuesday, 31 October 2006
Paedophiler Beichtvater & Homosexueller Koenig Sebastian von Portugal

Papst Benedikt XVI. will keine Homosexuellen  als Priester ?
Haette er sich mit Menschen und Menschlichkeit beschaeftigt, dann wuesste er, dass eine Beichte jeden noch so starken Menschen zusammenbrechen laesst und jeder Zuhoerer instinktiv geneigt ist, dem zerbrochenen Wesen seines Gegenuebers mit Aufmunterung und Sexueller Zuneigung beizustehen.

Ein Beichtvater ohne eigene gelebte Sexualitaet wird schwul, fast moechte ich sagen: muss schwul werden, erst recht, wenn huebsche Kinder weinen, singen oder tanzen....

Mit Ursache und Gefahren sexueller Bindung eines Priesters mit seinen Schutzbefohlenen hat sich Stephen Haliczer auseinandergesetzt.

Betrachten wir folgendes Verbrechen an der Menschlichkeit:

Das traurige Schicksal des Koenig Sebastian I. von Portugal (1554 - 1578)

Das arme Kind lebte in zerruetteten Verhaeltnissen:
Vater tot, Mutter in Spanien, Oma ist Spanienfan,  Opa-Onkel ist Portugalfan, und Sebastian soll Portugal von Spaniern freihalten, seines Landes Unabhaengigkeit garantieren und fuer Gott die Welt und alle Unglaeubigen erobern.

Er soll ein echter Soldatenkoenig werden.
Portugal hat viele Kolonien, aber dort herrscht das reine Chaos.

Dom Sebastian von Gottes Gnaden, Koenig von Portugal, Arabien, Indien und Afrika (im Alter von 7)
von Hieronymus Cock, Antwerpen, 1561

Die Armillarsphaere sein portugiesisches Weltreich.
Das Brevier sein Gesetz.
Seine linke Hand den ritterlichen Fehdehandschuh im Griff.
Seine rechte Hand am Herzen, den heiligen Schwur zu bekraeftigen
.

Diesen kath-holischen Welteroberungswahn, zu dessen Sklaven sich die Portugiesen von Adel und Kirche formen lassen, wird als Sebastianism, Sebastianismo die Vernunft und Klarsicht der Portugiesen bis in unsere Tage beschraenken und beeinflussen.

Portugiesen sind ihren Beichtvaetern heillos ausgeliefert.

Seit 1497 sind die Juden vertrieben.
Seit 1536 ist die Inquisition am Werk, jeden Schimmer von Vernunft und Verstand aus den Koepfen der Portugiesen zu brennen.

Im Alter von 10 Jahren hat Sebastian "Gute Morgen Tropfen" an seiner "natureza" (wie man das maennliche Geschlecht in Inquisitionsprozessen zu nennen pflegte), das Kind hat Tripper und erhebliche Schmerzen.

Nachts zieht Sebastian durch die Waelder um Sintra.
Er trifft heimlich seine Liebhaber am Flussufer, wird erwischt, wie er mit einem schwarzen Hausdiener am Boden "ringt".

Ein ganz normaler Schwuler ?

Es war sein Beichtvater, ein Jesuit, Amanuesis und Biograph von Ignatius von Loyola dem Ordensgruender, Luis Gonçalves da Camara, der den kleinen Koenig (seit seinem 3. Lebensjahr) in seine Gewalt brachte und misshandelte.

Man muss sich diesen Menschen namens Camara als schmutzigen Tripper geplagten, tripperblind auf einem Auge, entstellten, stotternden, feisten Wolf im Schafspelz vorstellen, der mit kreideweicher Stimme seinen Einfluss lenkt und geile Freude empfindet, wenn sein Opfer blind gehorcht und artig folgt.

Er hatte in Nordafrika bei den christlichen Zwangsarbeitern als Strichjunge gelebt, sich nachts in ihre Behausungen begeben mit dem Vorwand, das Christentum zu predigen, und mit ihnen den Beischlaf vollzogen.

Jetzt war er krank in Portugal und seinem Bruder Martin hatte der Koenig Sebastian, nach erreichen der Volljaehrigkeit,  bereits die taegliche Regierungsarbeit/gewalt uebertragen.

Eine Intrige von reinstem kriminellen Charakter.

Katharina von Medici dachte erst, ihre Tochter Margaret mit jenem Weltreich Inhaber & Koenig Portugals zu verheiraten (und die Bartholomaeusnacht haette nicht stattgefunden) aber was ihr Botschafter Baron Fourquevaulx schrieb war das offensichtliche:
Sebastian hat die Gonorrhoe !

Sebastian und Sebastianismus, Traeumen vom Heiland, der Portugal zu seinem Neuen Jerusalem erwaehlt und nur Portugiesen die Christenheit kommandieren, diesen Zukunftstraum hegen Portugiesen heimlich noch immer, auch heutzutage, im innersten ihrer Herzen.

Der Unterschied zu anderen Heilslehren ist der, dass Portugiesen mit Ruecksicht auf ihre Auserwaehltheit die Haende in den Schoss legen.
Der nicht enden wollende Schmerz -wegen der unerfuellten Erwartungen-  ist die Essenz der saudade ihrer Seelen .

Der Papst Benedikt XVI. will keine homosexuellen Priester ?

Papst Benedikt tut so, als ob es keinen Unterschied gaebe zwischen Wollen und der Zwangslaeufigkeit von Tun & Nichtstun.

Taeuschung & Verleitung waren schon immer die Werkzeuge des Papstes und seiner demokratischen Helfer...

Willst Du entfliehn aus diesem wilden Ort,
Denn dieses Tier, das dich mit Graun durchdrungen
Laesst keinen zieh´n auf seines Weges Spur,
Hemmt jeden, bis es endlich ihn verschlungen.....



(aus Dante: Goettliche Kommoedie, Die Hoelle)

--------
Quelle:

Manuel Faria y Sousa
A Pedophile in the Palace or The Sexual Abuse of King Sebastian and its Consequences

Stephen Haliczer The Secret Files of the Inquisition 


Posted by Ralf at 4:55 PM GMT
Updated: Tuesday, 31 October 2006 6:56 PM GMT
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Monday, 30 October 2006
Moebel aus Portugal in 1662 werden grosse Mode in England
Manuelinik (auch Emanuelstil, Manuelinischer Stil oder Manuelismus genannt) ist ein prunkvoller Architekturstil Portugals, der noch heute in Portugals Schlafzimmern vorherrscht !

Typisches Doppelbett in Portugal
(Anm.: in einem solchen schlafe ich)
 
Koenig Charles II von England hatte 1662 eine Portugiesin geheiratet.
 
Man kann sich denken, was die portugiesischen Brauteltern von Katherina (Catarina) von Braganza sich nicht nehmen liessen:

Bett & Boudoir aus Portugal ihrem Toechterlein schenken.
 
Man kann sich denken, dass dieser Schnoerkelstil, diese Spiralen und Verschraubungen in Holz augenblicklich zum letzten Schrei einer chicen Inneneinrichtung in Englands Schlafzimmern (und nicht nur) wurden.
 
Die englischen Schreiner waren verzweifelt !
Wie hatte man nur diese Schnoerkel technisch bewerkstelligt ?

Was taten die Englaender in ihrer Not ?
In England war damals das Drechslerhandwerk noch nicht erfunden !
Alles was man konnte war "schnitzen"

Man hatte wohl ein Muster
Also betrachtete man ratlos einen solchen Importstuhl:

und begannen zu schnitzten, abzukupfern, nachzuahmen, zu kopieren so gut es eben ging......

Der Rest ist Geschichte.
Marmelade, "engines", frittieren mit Olivenoel statt Schweinefett, Madeira Wein, Bombay, Tanger, Holz fuer Schiffe und Brasiliens Gold......

Und die Portugiesen in indo-portu-manuelisch unveraendert gebliebenen verzwirbelten Holzgestellbetten traeumen weiterhin von ihrem laengst vergangenem Kolonialreich Portugal.
Und mit ihnen bisweilen auch jemand wie ich......
 
---------
Quelle:

Frederik Litchfield:  Illustrated History of Furniture

Posted by Ralf at 12:09 PM GMT
Updated: Monday, 30 October 2006 12:26 PM GMT
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Friday, 27 October 2006
Der Sparfuchs Salazar & Papst Pius XII.

Ein oeffentlich-rechtlicher Fernsehsender Portugals hat alle Portugiesen aufgerufen, den "Groessten aller Portugiesen" zu waehlen.
OS GRANDES PORTUGUESES

Leider koennen die Portugiesen nicht wissen, es ist dies die Folge ewiger Unterdrueckung und Bevormundung durch Kirche, Inquisition und Adel, was eigentlich "Groesse" bedeutet.

Die Wahl wird auf irgendeinen Schwaetzer, Scharlatan, Geldverschwender oder sonstigen Maulhelden treffen, das ist sicher, denn Grossmaeuler gelten in Portugal als "gross" & ehrenwert.

Ursache ist, dass man schon Kindern den Merksatz lehrt:
"Quem tem boca vai a Roma"
zu deutsch etwa:
"Wer gut reden kann schafft es, bis nach Rom zu kommen"

- die wahren und zahlreichen Helden des Alltags werden in Portugal schnell vergessen, weil sie stumm sind und wirken statt lautstark zu herrschen und erhalten kein Ehrengrab.

Beispiel:
Die Episode von Papst Pius XII. mit seinem Kirchenbau San Eugenio, als Portugal von einem Bauernsohn gelenkt wurde.

Salazar, den viele irrtuemlich noch immer einen "Diktator" nennen, hat naemlich gezeigt, wie man mit Grossmaechten umzugehen hat, ohne selbst "gross" zu sein,  und hat "Groesse" bewiesen, die mich immer wieder in Staunen versetzt.....

Es war einmal ein Papst Pius XII. (1876 - 1958), der stolz darauf war, wie herrlich ihm es gelungen war, die Macht und Geldquellen des Papstes zu festigen und mit Konkordaten wasserdicht abzusichern.
Auch Portugal war nach Jahrzehnten der Kirchenkritik und Enteignungen kirchlichen Eigentums dank Fatimawunder und Konkordat von 1940 wieder fest im Griff, was wegen Macau, Ost-Timor, Goa, Mozambique, Angola, etc. von ganz besonderem Interesse war.

Zum Kirchen Jubeljahr 1951 und zeitgleich anlaesslich des 25. Jahrestages seiner eigenen Bischofsweihe wollte Papst Pius XII. eine historische Grosstat in die Welt setzen in Form einer neuen Kirche.
Sie sollte dem Heiligen Eugenio geweiht werden, jenem  Papst, der die Gewinnanreicherung des Papstums gegen alle Welt hartnaeckig erfolgreich verteidigt hatte.

Die Bischoefe am Vatikan aus aller Welt ueberschlugen sich foermlich mit ihren Angeboten, am Bau einer praechtigen neuen Kirche teilzuhaben und die gewuenschten Geldsummen aus den Taschen ihrer Glaeubigen zu besorgen.

Es war naemlich ausdruecklicher Wunsch des Papstes, dass die Kirche von den besten italienischen Kuenstlern und besten Baumaterialien, die in Italien zu finden waren, errichtet werden sollte.
Was der Papst daher wollte, war einzig und allein: Bargeld !!

Portugal wurde -wegen Fatima ein besonderer Liebling der Gottesmutter und folglich auch des Papstes (denn Protestanten haben keinen Marienkult)-  mit der besonderen einmaligen Ehre bedacht, dass man schon jetzt im vornherein mitteilte, wofuer die Portugiesen verantwortlich sein sollten:
Fuer einen Marienaltar im Querschiff der kuenftigen Kirche.

Wie ich die Portugiesen kenne, egal ob "gross" oder "klein" lagen sie sich vor Freude traenenblind in den Armen und jubelten ueber eine solche unvergleichliche historische Ehre eines Papstes.

Alle jubelten - nur einer nicht.
Antonio de Oliveira Salazar (1889 - 1970) er jubelte nicht.

Salazar stellte dem Papst BEDINGUNGEN !! fuer eine Mitfinanzierung durch Portugal.
Bedingung 1:    Nur portugiesiche Kuenstler werden beauftragt.
Bedingung 2:    Nur Materialien aus Portugal werden verwendet.


Salazar setzt sich gegen die duepierten, indignierten Italiener durch.
Was sollte der Papst auch sagen ?
Der Papst -ganz gewiss gruen und blau und kochend vor Wut, dass ihm ein Hanswurst von Portugiese "Bedingungen" unter die Nase hielt- stimmt dem Anliegen zu:

Leopoldo de Almeida (1898 - 1975) erhaelt den Auftrag, die Madonnenfigur Nossa Senhora de Fatima zu schaffen.

Jorge Barradas soll die Frontseite des Altars gestalten.

Jaime Martins Barata (1899 - 1970) soll fuer das Wandgemaelde (mural) verantwortlich sein.

Marienaltar Unserer lieben Frau von Fatima
Der Beitrag Portugals am Neubau der Kirche SAN EUGENIO zu Rom im Stadtteil Parioli

Die Kirche wird mit einem Stein aus den Kellergewoelben des Vatikans als Grundstein errichtet und noch zu Lebzeiten seines Bauherrn zu einer Basilika erhoben.

In dieser Basilika zeigten erst kuerzlich, am 27. Mai 2006, die freiwilligen Juenger des Opus Dei, wie man eine ordentliche Proskynese hinlegt:

Achtung, liebe Leser:
In der Wikipedia wird die ProskYnese uebersetzt als handele es sich um eine ProskInese !
Lasst Euch nicht an der Nase herumfuehren:
Kino heisst Bewegung, Proskinese waere tatsaechlich eine "Bewegung"

Das Wort heisst aber Kynese, verwandt mit "Zynisch" und kommt von KYNOS griechisch: der HUND
Nur am Rande bemerkt:
OpusDei will also, dass junge Menschen sich wie Hunde am Boden niederwinseln.
Gott will von Menschen aber kein tierisches Verhalten sondern ein menschliches !
Fuer einen Dienst als Hundekreatur hat Gott den Menschen nicht geschaffen....

Wie ist es den portugiesischen Kuenstlern, Salazar und dem Volk der Portugiesen ergangen ?

Die Kuenstler findet man auf keiner Wikipedia - Seite.
Martins Barata ist nur als Briefmarkenmaler bekannt.
Salazar steht nicht auf der Liste der GROESSTEN ALLER PORTUGIESEN.

Und die Webseite ueber die Basilika ?
Erwaehnt lobhudelnd die vielen Kuenstler Italiens.....
Erwaehnt die Portugiesen mit keinem Wort.

Und Portugal, das Volk der Portugiesen, ist WIEDER arm wie eine Kirchenmaus, das belaechelte Armenhaus Europas, und sogar zu solcher Bedeutungslosigkeit herabgesunken, dass noch nichtmal hier in der Basilika San Eugenio die Namen der Kuenstler erwaehnt werden, ganz so, als haette es weder sie selbst, noch ihre Werke und auch keinen Geldbeitrag Portugals jemals gegeben.

Undank ist des Helden Lohn......

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Quelle:
Biographie von Martins Barata (p.f. cliquar "Biografia")


Posted by Ralf at 7:08 PM BST
Updated: Monday, 13 November 2006 9:53 AM GMT
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Thursday, 26 October 2006
Jose Malhoa - Ein Lausbub wird bedeutender Maler Portugals

Jose Victal Branco Malhoa (1855 - 1933), Sohn einer Bauernfamilie aus dem Kurbadeort Caldas de Rainha, war ein Lausbub, der sooft man ihm es auch verbot, immer wieder und ueberall in den Gassen an den Haeuserwaenden sein Gekritzel malte- man wuerde ihn heute einen Grafitti-raudi nennen.

Mit 12 Jahren ist es seine Familie leid und will ihn auf eine Schule fuer Holzschnitzner nach Lissabon schicken.

Ein Maler wird zufaellig auf den Jungen aufmerksam und ueberredet den erwachsenen Bruder, ihn doch lieber an der Akademie der Schoenen Kuenste einzuschreiben.

Gesagt, getan, es kam was kommen musste.
Der Professor schmeisst ihn regelmaessig aus der Klasse raus und urteilt ueber ihn:
"wenig Fleiss, geringer Lernerfolg und allerschlechtestes Benehmen"

Trotzdem blieb Jose weiterhin Student und zwar mit Erfolg.
Seine Freizeit verbringt er inzwischen oft in den Vororten von Lissabon und malt.... 

Eigentlich haette José zum Abschluss dann ein Auslandsstipendium erhalten muessen, seine eingereichte Arbeit galt als die beste, doch so wie es in Portugal noch heute gilt: Die Pfruende erhalten immer nur diejeneigen, die einen "Schwager" ("cunha" sprich kunja) als Strippenzieher ihr eigen nennen.

Doch diesmal gibts  Proteste und Aerger.
Das Gremuim beschliesst daraufhin, diesmal ueberhaupt kein Stipendium zu vergeben.

Und Jose wechselt den Beruf, notgedrungen, er wird Waescheverkaeufer im Einzelhandelsladen seines aelteren Bruders.

Weil er inzwischen verheiratet ist, oder weil er es halt nocheinmal versuchen moechte, schickt er nach drei Jahren im Jahr 1881 erstmals eine Arbeit nach Spanien A Seara Invadida (Das ueberfallene Kornfeld)....der Rest ist Geschichte.

Sein Atelier wird er Casulo nenen (deutsch: das Kokongespinst)
Mit Gleichgesinnten gruendet er einen Stammtisch (port: tertulia) in der Bier-Kneipe Zum Loewen (original: Cervejaria do Leão)

Tomás de Anunciação (1818 - 1879)
Miguel Angelo Lupi (1826 - 1883)
Antonio Silva Porto (1850 - 1893)

José Malhoa wird man den "Historiker des Landlebens in Portugal" nenen.

Ohne Ueberheblichkeit, ohne Spott, ohne Klassenkampf oder religoese Botschaft, ganz ohne Hintergedanken, einfach aus Liebe und Anteilnahme malt er das Muehsal, das Gemuet, das Leben seiner portugiesischen Mitmenschen und Landsleute

O FADO (1910)
 
Jose malt Szenen seiner baeuerlichen Heimat ueberall im Freien oder dort, wo es ihm grad gefaellt (die neuen Farben "in der Tube" sind inzwischen auch in Portugal zu haben):
1.Den Aerger und Kummer eines Bauerns ueber den Tod eines Schweines.
2.Ein Tisch, an dem sturzbetrunkene Maenner sitzen.
und aehnliche.

Das wohl bekannteste seiner Werke ist das "der Fado"
Jetzt wissen meine werten Leser nicht, was ein Fado ist ?
Es sind die Lieder Portugals von unerklaerlicher Traurigkeit.....

Hier koennen sie eines hoeren:
Es ist zwar nicht aus Lissabon sondern aus Coimbra -und deswegen nochmal etwas extra traurig mehr, aber weil es eine Studenten-Stadt besingt, schoen wie ein Maedchen, ein junges Fraeulein (Coimbra, menina e moça) und der Saenger seinen unvermeidlichen  Abschied aus der Studentenzeit besingt, passt es dann doch wieder zum musikalischen Hoergenuss, um den Sinn dieses Gemaeldes wenigstens ein kleines bisschen nachzuempfinden:

Coibra, Menina e Moça
 
Hier von mir eingefuegt auch als Trauergesang zum Todestag von Jose Malhoa (26.10. 1933 in Figueiro dos Vinhos)

Vielleicht haette Jose Molhoa sich ueber diesen meinen Nachruf gefreut.
Verdient hat er, weil er ein Mensch war und Kuenstler, sine ira et studio, meinen allerhoechsten Respekt und Wertschaetzung !

(was ich -wie meine werten Leser seit gestern wissen- ueber Delaunay leider NICHT behaupten kann)

Posted by Ralf at 3:54 PM BST
Updated: Tuesday, 7 November 2006 8:37 AM GMT
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Wednesday, 25 October 2006
Robert & Sonia Delaunay bei Freunden in Portugal

Sie nannten das Haus, in welchem sie lebten: "La Simultanee", Robert der Maler und Sonia, die Textilmalerin, lebten 1 1/2 Jahre mit ihrem Sohn Charles in Portugal, in Vila do Conde, in Nordportugal.

La Simultanee befand sich in der Avenida Bento de Freitas:

in dem Bairo Balnear -in dem Stadteil des Strandbades.

Robert-Victor-Felix  (1885 - 1941) und seine Frau Sonia Delaunay-Terk  (1885 - 1979) lebten in Vila do Conde von 1915 bis Anfang 1916.
Die Entdeckung des Lichts und seine Erfassung in der "Zeitgestalt" verbunden mit einem Gefuehl aus Poesie ergeben das Konzept der Simultaneity

Die grosse Portugiesin (1916)

Robert ind Sonia haben in Vila do Conde mit (heute) namhaften Kuenstlern Portugals Kontakt oder sogar Freundschaft gepflegt.

Meinen werten Lesern moechte ich einige vorstellen:
Eduarda VianaJose Sobral de Almada Negreiros, Amadeo de Souza Cardoso

"Sonne, Licht und Freiheit !"
wird Sonia in ihren Erinnerungen an Portugal spaeter schwaermen.


Fern der moerderischen Schlachtfelder des I. Weltkriegs haben Kuenstler in einem portugieischen Fischerdorf an der Atlantikkueste ihr Leben genossen.

Die bittere Not der Fischer, die beissende, Haut versengende Sonne auf See, das gleissende Licht, das von den Seite an Seite, Kopf an Kopf dicht gedraengt nebeneinander liegenden blankpolierten weissen Marmorplatten ins Auge sticht, wenn man bei Sonne einen Friedhof besucht, und die Freiheit der Menschen, die in Wahrhheit eine Resignation ihrer traurigen hoffnungslosen Herzen ist, die Witwen in ihren immer nur trauerschwarzen Roecken und Tuechern, die Wahrheit in Portugal haben Robert und Sonia nicht zu schmecken bekomen.

Wie kann man als Kuenstler nur so blind sein !?
An einem Todestag, heute am 25.10., von Robert Delaunay (und Amadeo Cardoso) muss man solche Fragen stellen und ueberall nach Antworten suchen.


Posted by Ralf at 11:52 AM BST
Updated: Wednesday, 25 October 2006 11:57 AM BST
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Tuesday, 24 October 2006
USA & ONU: Kalter Krieg gegen Portugal

Portugal ist seit dem 14.12.1955 Mitglied der ONU.
Bereits 1956 verwendet der General-Sekretaer in einem Brief an die Regierung Portugals eine sueffisant provokant freche Attiduede :

es gaebe da "nicht-autonome Territorien, welche von Portugal verwaltet wuerden"

"Falls Portugal fuer die Verwaltung der Territorien von Voelkern mit noch nicht erlangter vollstaendiger Selbst-Regierung verantwortlich sei, dann muesste Portugal gemaess Art. 73 der Charta von nun an dem Generalsekretaer regelmaessig statistische Daten und andere Erhebungen zukommen lassen, welche die Lage der Wirtschaft, des Sozialwesens und der Erziehung betreffen in dem Territorium, fuer welches Portugal verantwortlich ist"

Portugal weist dieses freche Ansinnen mit der ueberzeugenden Begruendung zurueck:

"dass Portugal keine Territorien verwalte sondern die Ueberseeischen Provinzen ein Bestandteil Portugals seien"

Um Portugals Argument aus den rechtlichen Angeln zu heben, wird in der Generalversamlung des Jahres 1959 zunaechst ein "Komitee der Sechs" ins Leben gerufen, das die Aufgabe bekommt, genau zu bestimmen, was denn ein "nicht-autonomes Territorium" sei.

Erwartungsgemaess stellt das Komtitee fest und am 15.12. 1960 wird diese Definition in Resolution 1541 uebernommen und zur Abstimmung gebracht:

Als Koloniale Laender sollen ab sofort solche Laender gelten, die geographisch entfernt liegen und ethisch und kulturell verschieden desjenigen Landes sind, das sie verwaltet und von welchem diese Laender  "willkuerlich in einen Zustand der Unterwerfung gestellt" wurden.

Alle Staaten sind fuer diese Resolution - nur Portugal stimmt dagegen.
Einstimmig, also mit der Stimme Portugals, wird desweiteren beschlossen, dass Kolonialismus zu verdammen sei.
Klar, denn Portugal betrachtet sich nicht als Kolonialmacht, sondern als Staat mit fernliegenden Provinzen.

Mit Resolution 1542 wird nun der rechtsbeugende Kunstgriff vorgenommen, diese neu Begriffsbestimung auch in Rechtsfragen saemtlicher zurueckliegender Resolutionen anzuwenden.
England und die USA enthalten sich hierbei der Stimme....
Suedafrika, Belgien, Brasilien, Frankreich und Spanien stimmen dagegen....

Vasco Vieira Garin, der Vertreter Portugals bei der ONU, bemerkt, dass diese Resolution nicht nur der ONU eine Kompetenz zuspricht, welche der ONU nicht zusteht, sondern ausserdem in direktem Widerspruch zur Gruendungscharta steht und Portugal diskriminiert

1961 kommt es zu ersten terroristischen Angriffen in Angola.
Lybien will darueber im Sicherheitsrat der ONU abstimmen lassen.

Die Portugiesen, die sich auf den Wortlaut der Satzung der ONU berufen koennen, halten solche kriminellen Aktivitaeten eine "innere Angelegenheit eines Staates" und folglich ausserhalb der Kompetenz der ONU.

Die USA, Woodruff Waller als Leiter des Bueros for International Organizations, weichen jedem Bitten Portugals auf Unterstuetzung aus....

Adlai Stevenson ist fuer eine Diskusssion im Sicherheitsrat.

Portugal  beginnt den Kalten Krieg zu schmecken !

Holden Roberto, der Kopf der Terrorbanden, welche begonnen haben, mit Duldung der Vereinten Nationen, "weisse" Siedler zu ermorden, hoehnt und zeigt sein "Bedauern".

Die ONU steht auf Seiten der Terroristen.
Jetzt bricht auch unter den ansonsten friedliebenden Portugiesen die Zornbeherrschung auf, es kommt zu Tumulten:
TIME vom 31.3.1961 :Revolt in a Non-Colony

Kennedy faedelt  -durch die Hintertuer- an der Isolierung und zwangslaeufige Zerstoerung Portugals und seiner Provinzen.
Man wolle ein "mutual understanding", ganz nach Cowboy-Art, wo der Revolver fuer "understanding" sorgen soll.

Kalter Krieg eben, was sonst.

(Kalter Krieg nicht etwa gegen den Kommunismus - mit Russland machen die USA beste Finanz- und Warengeschaefte, man koennte behaupten, es herrsche heisse Freundschaft- nicht etwa in Fuersprache der Freiheit und Selbstbestimmung der Voelker von Osteuropa und Asien..... nein,  Kalter Krieg gegen Portugal und seine Voelker in Goa, Ost-Timor und Afrika !)

Es geht um Oel und Rohstoffe !
Lang lebe die Charta !
Alles Gute zum Geburtstag !

 

(wird fortgesetzt) 

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Der Beitrag entnimmt saemtlich Angaben aus folgender Quelle:
Luis Nuno Rodrigues: Die USA und die port. Kolonialfrage in der ONU 1961 - 1963


Posted by Ralf at 1:00 PM BST
Updated: Tuesday, 24 October 2006 7:39 PM BST
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Sunday, 22 October 2006
Franz Liszt & Portugal der Portugiesen
Franz Liszt 1811 - 1896, der Burgenlaender, Schwarm aller Frauen, erster Showmaster des Musikgeschaefts, der Wuestling, war auch & vorallem ein stuermischer Pianist....heute war sein Geburtstag !

Der Virtuos  (Wilhelm Busch)

Mit Ehefrau Marie Graefin d´Agoult (1805 - 1876) , pen name: Daniel Stern, und einer buergerlich trauten Heimiligkeit abgeschlossen, begab Liszt sich wieder auf eine Konzerttour, in Frankreich im Jahr 1845 sah ihn der Zeichner fuer die Revue et Gazette Musicale de Paris folgendermassen:

Titelblatt
 
Das Besondere an seiner Show war nicht nur das Klavierspielen !
Das Besondere war auch das Pianoforte !
 
Jean Louis Boisselot (1785 - 1847), ein grosser Freund und Foerderer von Liszt hatte soeben sogar das Sostenuto Pedal erfunden.
Er war ein Pianobauer, hatte 1830 seine Fabrik gegruendet und was lag naeher, als mit Liszt auf eine Werbetour zu ziehen.
Da man die Klaviere jetzt mit Eisenrahmen baute, konnte der Pianist so richtig laut und maechtig in die Tasten haun !
 
So kamen die beiden schliesslich nach Portugal.

In Portugal herrschte Maria II (1819 - 1853) 
Ihre Mutter war eine Oesterreichin.
Ihr Ehemann war ein Oesterreicher.
Ihres Vaters Oberkapellmeister, dem Portugal & Brailien nicht nur Musikunterricht und Blaskapellen verdankt, sondern auch so eigenartige Instrumente wie Fagott, Klarinetten etc, war ebenfalls ein Deutscher: Eduardo Neuparth (1784 - 1871).
 
Maria war total begeistert, vielleicht hatte auch Heimweh eine Rolle gespielt....jedenfalls hat sie ein Klavier -Liszt hatte zwei im Gepaeck- ihm sofort vom Fleck weg abgekauft:

baugleiches Modell steht heute in einem Museum in Lissabon
Weimars verborgene Saiten 
 
Das musikalische Empfinden eines Portugiesen ist nicht unbedingt der "klassischen Musik" zugetan.
Dieser Musikstil heisst in Portugal "musica erudita" zu deutsch: die "gelehrte Musik".
 
Tatsaechlich enthaelt das Musikempfinden eines Portugiesen viele Elemente der arabischen  Tonleiter, und ich kann meinen werten Lesern nur empfehlen, sich (auch mal) mit der populaeren Chormusik z.B. des Alentejo zu beschaeftigen.
 
Die Verbindung von Maennerchorgesang im vertrauten Stil, jedoch urtuemlich robust, mit einer Maennersolostimme mit arabesken Modulationketten ist unerhoert spannungsreich und einfach nur als wunderschoen zu bezeichnen.

Auch in doerflichen Kirchenchoeren in Nordportugal ist man ueber die Andersartigikeit der Rhythmik der gesungenen Kirchenlieder angenehm ueberrascht
Die Frauenstimmen mit ihrem natuerlich traurigen, reibeisenrauhen, erdverbundenen timbre zaubern eine Athmosphaere, die man in Nordeuropa so nicht kennt.
 
Eine Opernsaengerin in Portugal muss also zunaechst ihre eigene Stimme umbilden, die Gesangstimme  hart wie eine Fremdsprache erlernen und einstudieren.
 
Das trifft natuerlich auch auf die Zuhoerer zu.
 
Vor diesem Hintergrund ist es umso mehr hervorzuheben, dass Portugal beruehmte Musiker geboren hat zum Beispiel die erste Cellistin als Vollprofi Europas (Guillhermina Suggia 1885 - 1950)
 
Der letzte Schueler, den Franz Liszt unterrichtete, war auch ein Portugiese:

 
Motta wurde von Liszt und Wagner in solcher Weise beeinflusst, dass in seinem Herzen eine wahre Glut fuer Vaterland und Patriotismus erwachte.
Man sagt in Portugal, er habe das "reaportuguesamiento" begruendet, zu deutsch etwa: die Wiederverportugalisierung der Klassischen Musik.
 
Bei allem Respekt vor Verportugalisierung von was-auch-immer bleibt nur anzumerken, dass es erst seit kurzer Zeit in den Konservatorien Portugals auch Lehrgaenge fuer Portugiesische Guitarre angeboten werden.

Dieses Instrument, in Portugal "Viola" genannt, ist in vieler Hinsicht, beispielsweise in der Stimmung der Saiten, von der Konzertgitarre oder Klampfe, die man in Deutschland kennt, grundverschieden.
 
Die Guitarristen mussten sich bisher ihr Koennen privat von Meistern lehren lassen.....

Wer diese Schueler - Meister Beziehung kennt, und vorallem als vorbildliche Hierarchie fuer eine funktionierende Gesellschaft schaetzt, wird verstehen, weshalb einem Portugiesen die "gelehrte Musik" so weit entfernt, kalt, und unnahbar erscheint und meistens verschlossen bleibt.
 
Ich bin daher nicht nur ein Freund von jeglicher Verportugalisierung der Musik sondern sogar ein Befuerworter einer Verportugalisierung auch der Politik vorallem der Wiedereinfuehrung einer eigenen Waehrung, eigener Normen, kurzum:
ich bin fuer Beibehaltung der eigentuemlichen Lebensart eines Portugiesen.

Posted by Ralf at 8:57 PM BST
Updated: Monday, 23 October 2006 10:11 AM BST
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